Start frei für Crowdfunding im Elbe-Weser-Dreieck
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Start frei für Crowdfunding im Elbe-Weser-Dreieck

Unternehmensgründer und Projektinitiatoren aus dem Elbe-Weser-Dreieck haben ab sofort eine neue Anlaufstelle, wenn sie innovative Ideen finanzieren möchten. Auf der Crowdfunding-Plattform "Ideenbeweger" der PFH können sie sich präsentieren und finanzielle Unterstützer für ihre Konzepte finden. Wie man damit Erfolg hat, lernen die Gründer zukünftig in Beratungsangeboten und regelmäßigen Workshops am PFH Hansecampus Stade.

Start frei für Crowdfunding im Elbe-Weser-Dreieck

"Ideenbeweger" an der PFH: ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar (links) und Crowdfunding-Berater Lukas Campen. Eine projektbezogene Stelle für den Hansecampus Stade ist derzeit ausgeschrieben.

Am 26. November gab Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar, Leiter des hochschuleigenen ZE Zentrum für Entrepreneurship, offiziell den Startschuss für das regionale Crowdfunding (zu Deutsch: Schwarmfinanzierung). Mit dabei waren Vertreter der IHK Stade, der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, der Wirtschaftsförderung Buxtehude und der Wirtschaftsförderung Stade. Bei der Gründungsförderung im Elbe-Weser-Dreieck möchten diese Einrichtungen und die Hochschule eng zusammenarbeiten. "Es ist uns wichtig, neue und bestehende Instrumente gemeinsam aufeinander abzustimmen, um Gründern und Projektemachern die bestmögliche Unterstützung zu geben", erläutert Vollmar. 

 

 

Unternehmerische, soziale oder kulturelle Projekte

Den Rahmen für das neue Angebot am PFH Hansecampus Stade bildet das Projekt "PFH Crowd Innofinance". Etwas mehr als 260.000 Euro Fördergeld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) warb die Hochschule dafür ein. Als erste Maßnahme weitet sie ihre in Südniedersachsen bereits erfolgreiche Ideenbeweger-Initiative auf den Elbe-Weser-Raum aus. Über die Plattform www.ideenbeweger.org können nun die Initiatoren unternehmerischer, aber auch sozialer, kultureller und kommunaler Projekte aus der Region eine Crowdfunding-Kampagne starten. Dabei steht ihnen das Team des ZE beratend zur Seite. Im kommenden Jahr starten weitere Projektbausteine in Form von besonderen Veranstaltungsformaten.   

 

"Es wird einen regionalen Crowdfunding-Wettbewerb geben. Außerdem möchten wir Workshops anbieten, in denen Gründungsinteressierte Know-how für Schwarmfinanzierungen erhalten", sagt Crowdfunding-Berater Lukas Campen. Weitere Angebote sollen noch folgen, außerdem wird 2020 noch eine Vollzeitstelle eigens für das Projekt am Hansecampus eingerichtet.

 

 

Bürger der Region für neue Ideen begeistern

Genau wie die Gründerinnen und Gründer möchte ZE-Leiter Vollmar auch die Bürgerinnen und Bürger zwischen Verden, Cuxhaven und Buxtehude mobilisieren. Denn diese sind als potenziellen Unterstützer jener Innovationen gefragt, die der Ideenbeweger präsentiert wird. Sie können mit kleinen Beträgen zum Gelingen beitragen und erhalten als Dankeschön meist exklusive Vorteile oder Produktproben.

 

 

Wie funktioniert Crowdfunding?

Wenn ein junges Start-up in den Startlöchern steht, ist fehlendes Kapital oft das größte Hindernis, denn Investoren und Banken lassen sich von innovativen Produktideen häufig nicht beeindrucken. Zu unsicher scheint ihnen ein Investment in der Frühphase, weil sich der Erfolg der Geschäftsidee zu dieser Zeit noch nicht gut prognostizieren lässt. Doch die Gründer benötigen gerade jetzt Geld, um die Produktentwicklung, Maschinen oder erste Werbemaßnahmen zu bezahlen. In diesen Situationen kann Crowdfunding helfen, hier am Beispiel des belohnungsbasierten Crowdfunding erläutert. In der Regel nutzen Gründer dabei Online-Plattformen, um ihr Start-up und ihre innovative Geschäftsidee vorzustellen. Sie geben an, wieviel Geld sie benötigen und wofür genau sie es einsetzen möchten. Daraufhin versuchen sie, potenzielle Unterstützer davon zu überzeugen, dass ihr Produkt eine Chance am Markt verdient, weil es komplett neuartig, qualitativ hochwertig oder zum Beispiel ökologisch besonders wertvoll ist. Mit relativ geringen Beiträgen von etwa 5 bis 1.000 Euro können Interessierte dann das jeweilige Projekt unterstützen. Als Dank erhalten sie zum Beispiel exklusive Produktproben, eine Sponsoren-Nennung auf der Unternehmenswebsite oder einen Besuch in der Gründerwerkstatt. Dabei ist das Crowdfunding aber nicht auf wirtschaftliche Projekte beschränkt, sondern mit Modifikationen auch für soziale, kulturelle oder kommunale Projekte denkbar.