News und Aktuelles an der PFH Göttingen
08.06.2012
Hochschule

Strategien für den demografischen Wandel

Wie das Personalmanagement den Auswirkungen des demographischen Wandels wirkungsvoll begegnen kann, diskutierten Referenten und Teilnehmer bei den 11. Göttinger Strategiegesprächen der PFH am 8. Juni.


Zentrale Themen waren Personalstrategien für junge wie ältere Arbeitnehmer, Generationenmanagement, Know-how-Transfer und der Fachkräftemangel.

 

Zum Kreis der Referenten zählten u. a. Dr. Birgit Vock-Wannewitz (Johnson Controls, Hannover), Andreas Bresonik (OMEGA Consulting), Werner Jesse und Johannes Grabbe (Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft) sowie die Veranstaltungsleiterin Professor Dr. Antje-Britta Mörstedt (PFH).

 

Wie können Unternehmen Arbeitnehmer der zahlenmäßig kleinen Y-Generation (ab Jahrgang 1981) für sich gewinnen? Wie lässt sich die Arbeitsfähigkeit und Innovationsbereitschaft der Generation 50+ erhalten? Und wie können das Zusammenspiel der Generationen und der Wissentransfer zwischen Alt und Jung funktionieren? Der demografische Wandel wirft viele Fragen für das Personalmanagement auf.

 

Demografieorientierte Personalarbeit

„Wir brauchen eine demografieorientierte Personalarbeit, die vor allem die Bleibe- und Leistungsmotivation in den Mittelpunkt stellt“, forderte Mörstedt. „In der Praxis tun die meisten Unternehmen dafür noch viel zu wenig. Weil manche Personaler heute noch mehrere Hundert Bewerbungen auf eine Stelle erhalten, können sie sich nicht vorstellen, dass der Fachkräftemangel sie morgen voll treffen wird. Dabei müssten Unternehmen jetzt vorsorgen, um den absehbaren Problemen entgegenzutreten“, so Mörstedt weiter. Zu den notwendigen Maßnahmen zählten etwa ein Gesundheitsmanagement für ältere Arbeitnehmer sowie die Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfeldes, dass den Erwartungen junger und auch ausländischer Leistungsträger besser entspricht.

 

Auch Jesse und Grabbe gehen davon aus, dass in Bezug auf den demografischen Wandel vor allem ein Umsetzungsdefizit in den Betrieben besteht. Sie stellten die erst im April gegründete „Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft“ bei den Strategiegesprächen vor. „Häufig sind Impulse von außen nötig, damit Unternehmen das theoretische Wissen über den demografischen Wandel in praktische demografieorientierte Maßnahmen umsetzen“, erklärte Grabbe. Die Demografieagentur möchte eben diese Impulse setzen, wie die beiden Referenten ausführten. Dabei wird sie u. a. vom Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall und dem DGB getragen.

 

In den weiteren Vorträgen erläuterte Bresonik Fakten und Folgen des Fachkräftemangels in den MINT-Berufen, Vock-Wannewitz ging auf die Eigenschaften der Y-Generation und die diesbezüglichen Personalstrategien bei Johnson Controls ein. Außerdem stellten die drei PFH-Studentinnen Nina Brinkmann, Mandy Heymann und Jana Otto eine Projektarbeit zum Thema Generationenwandel vor.

 

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Referenten und Teilnehmer, darunter viele Personalverantwortliche aus Südniedersachsen, zum Beispiel über die ausgesprochen hohe Generationenvielfalt in der gegenwärtigen Arbeitswelt. Es gelte unterschiedliche Prägungen und Werte der Generationen besser zu verstehen und den Austausch zwischen Alt und Jung mit Instrumenten wie Alterstandems und Mentorensystemen zu fördern. Ziel müsse es sein, auf diese Weise die Potenziale aller Mitarbeiter optimal zu erschließen, gegenseitiges Lernen zu fördern und den Know-how-Transfer im Unternehmen zu sichern.

 

(v.l.) Nina Brinkmann (PFH), Werner Jesse (Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft), Andreas Bresonik (OMEGA Consulting), Jana Otto (PFH), Johannes Grabbe (Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft), Mandy Heimann (PFH), Professor Dr. Antje-Britta Mörstedt (PFH), Dr. Birgit Vock-Wannewitz (Johnson Controls, Hannover)

 

Göttinger Strategiegespräche

Die Göttinger Strategiegespräche sind eine regelmäßige Veranstaltung der PFH Göttingen und bieten Unternehmern wie Studierenden eine Plattform, um mit hochkarätigen Fachleuten über aktuelle Managementthemen zu diskutieren. Besonderen Wert legt die Hochschule dabei auf die Verknüpfung wissenschaftlicher Expertise mit praktischer Erfahrung.