News und Aktuelles an der PFH Göttingen
10.06.2012
Campusstudium

Stader PFH-Studenten gewinnen internationalen Flugwettbewerb

Das Team „Spirit of St.ade“ hat den diesjährigen Flugwettbewerb „Heavy Lift Challenge“ des britischen Modellflugverbandes gewonnen. Sieben Studierende für Verbundwerkstoffe (CFK) des Campus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen starteten am vergangenen Wochenende vom 8. bis 10. Juni mit ihrem selbst entwickelten Flugzeug im englischen York und konnten mit großem Vorsprung den Sieg feiern.


In mehr als 2.000 Arbeitsstunden hat das Team das Wettbewerbsflugzeug konstruiert, ausgelegt und gebaut, dabei immer im Blick: die umfangreichen Regularien. Das zu bauende Modellflugzeug muss in der Lage sein, eine Nutzlast von 4kg zu transportieren und dabei einen vorgeschriebenen Verbrennungsmotor verwenden. Die maximale Spannweite von 2 Metern darf es nicht überschreiten. Unterstützung in Form von Sponsoring-Geldern und Material fanden die Studierenden dabei durch die Hochschule, durch die Airbus-Werke Stade und Hamburg, Premium AEROTEC in Nordenham, den CFK Valley Stade e. V. sowie die Modellbaufirmen Oracover und Molly-Shop.

 

„Seit Januar haben wir beinahe jedes Wochenende in der Werkstatt verbracht und über CAD-Konstruktionen, Zeichnungen und Berechnungen gebrütet, um auch das letzte Gramm aus dem Flieger herauszukitzeln“, berichtete Jan Christoph Kölln und unterstreicht damit den hohen Aufwand. Nach der Fertigstellung eines Prototyps im April und anschließendem Bau des Wettbewerbsmodells startete Ende Mai das Testflugprogramm. Schließlich optimierte das Team um Pilot Thomas Seren das Flugzeug auf 1,273 kg, von denen 600 Gramm schon alleine für den vorgeschriebenen Motor zu Buche schlugen. Dies bedeutet, dass das Flugzeug das Dreifache seines Eigengewichtes heben kann. Möglich wird dies erst durch den Einsatz von Verbundwerkstoffen. Das Fahrwerk wurde aus CFK-Prepreg und der Rumpf aus pultrudierten CFK-Stäben in einer Fachwerkbauweise gefertigt. Die Zuladung wird in einer CFK-Balsaholz Sandwichkonstruktion sicher platziert. Durch die extrem dünne Bespannung mit Polyesterfolie konnte zusätzlich Gewicht eingespart werden.

 

Punkte gab es für den eingesandten Bericht inkl. Konstruktionszeichnungen, sowie die Präsentation des Flugzeugs in England und für die Ergebnisse in den drei Flugrunden des Wettbewerbs. Die erzielte Punktzahl ist hierbei umso höher, je besser das Verhältnis von Eigengewicht des Flugzeugs zu getragener Zuladung ist.

 

Drei Flugrunden bis zum Sieg

Der Wettbewerb fand auf einem ausgedienten Militärflugplatz in der Nähe von York in Nordengland statt, wo dreizehn Mannschaften aus Deutschland und England am Sonntag drei Flugrunden austrugen. Durch die schwierigen Wetterverhältnisse hatten einige Teams Schwierigkeiten, die Flugzeuge zu kontrollieren. Die Stader mussten durch den im Vorfeld gesammelten großen Punktevorsprung nicht mit der vollen Zuladung starten und Pilot Thomas Seren landete das Flugzeug zur Freude aller jedes Mal sicher. Damit bescherte er seinem Team einen ungefährdeten ersten Platz, den die weiteren Mannschaftsmitglieder Max Waller, David Holdt, Tina Jörn, Jan Christoph Kölln, Julian Müller und Christian Bade entsprechend bejubelten. Alle Teammitglieder absolvieren die Praxisanteile des Studiums – ähnlich einem dualen Studium – bei Airbus oder Premium AEROTEC.

 

Die ernst zu nehmende Konkurrenz verwiesen die Stader auf die Plätze: Ein weiteres deutsches Team, unterstützt von EADS Innovation Works und dem CFK Valley, trat mit dem zweitleichtesten Flugzeug an (knapp 1,9 kg) und erreichte einen hervorragenden fünften Platz. Dies zeigt eindrucksvoll die Kompetenz des CFK-Netzwerkes in Stade rund um das Thema Leichtbau. Elf weitere englische Teams von den renommierten technischen Universitäten des Landes hatten sich für den Wettbewerb gemeldet und gingen mit Leergewichten von 2,2 bis 6,5 kg ins Rennen.

 

„Für uns alle war dieser Wettkampf eine tolle Erfahrung und eine Möglichkeit, alles im Studium gelernte anzuwenden und zusätzlich eine Menge über die Herausforderungen bei der Auslegung und dem Bau eines Flugzeugs zu erfahren“, erzählte Tina Jörn kurz nach der Rückkehr nach Deutschland.

 

„Wir möchten uns für die großartige Unterstützung bedanken, die uns diese erfolgreiche Teilnahme ermöglicht hat“, bedankt sich Teammanager Christian Bade und ist sich sicher, dass im nächsten Jahr wieder ein Stader Team nach England reisen wird, um den Titel zu verteidigen.