News und Aktuelles an der PFH Göttingen
28.01.2013
Hochschule

11. Gesellschaftspolitischer Diskurs an der PFH

Rund 60 Schülerinnen und Schüler der Göttinger Gymnasien und weiterführenden Schulen waren am 28. Januar zu Gast an der PFH. Dort diskutierten sie zum Thema "Wirtschaftsstandort Deutschland: Probleme, Chancen, Handlungsstrategien".


Dies war bereits die elfte Diskussionsveranstaltung, die im Rahmen der Reihe "Gesellschaftspolitischer Diskurs" zweimal jährlich exklusiv für die Kooperationsschulen der PFH stattfindet. Moderator des Abends war Dr. Joachim Ahrens, Professor für International Economics.

 

Um in das Thema einzuführen und eine Grundlage für die anschließende Diskussion zu schaffen, hatten die vier Studierenden Marie-Theres Grell, Jonas Hainke, Lisa Hartenstein und Johannes Weidemann zwei Impulsreferate vorbereitet. Das erste stellte den fiktiven Bekleidungshersteller "Textilia" vor. Nur noch dessen Firmenhauptsitz befindet sich in Hamburg, die Produktion dagegen ist vollständig nach Vietnam ausgelagert. Die beiden Referenten zeigten die Kosten- und Produktionsvorteile einer derartigen Unternehmensorganisation auf und lieferten damit die Argumente, die gegen Deutschland als Wirtschaftsstandort sprechen, beispielsweise hohe Lohnkosten, hohe Lohnnebenkosten, umfangreiche Urlaube, weniger Wochenarbeitszeit. Die zweite fiktive Unternehmenspräsentation dagegen stellte die "Maschinenbau GmbH" vor. Forschung und Entwicklung sowie die Produktion befinden sich in Deutschland. Denn hier kann das Unternehmen auf gut ausgebildete Fachkräfte, politische Stabilität und eine exzellente Infrastruktur bauen und sich dadurch mit dem Gütesiegel "Made in Germany" als Marktführer in seinem Segment positionieren.


Nach dieser Einführung tauschten die Schülerinnen und Schüler sich zu Pros und Contras zum Wirtschaftsstandort Deutschland aus, besonders im Vergleich zu anderen Wirtschaftsstandorten wie etwa China. Dabei diskutierten und bewerteten sie die Kriterien, nach denen Standortqualität allgemein gemessen werden kann: Lage, Infrastruktur, politische Stabilität, Stabilität der Währung, Qualifikation der Arbeitnehmer, Lohnnebenkosten, Lohnstückkosten, Wirtschaftspolitik, Rechtsstaatlichkeit, Unabhängigkeit der Gerichte, Wirtschaftsmodell des jeweiligen Staates (die Soziale Marktwirtschaft im Fall Deutschlands versus Staatskapitalismus in China). Je nachdem, welches Geschäftsmodell ein Unternehmen verfolgt und in welcher Branche es agiert, spielen diese Kriterien eine unterschiedliche Rolle und müssen daher differenziert bewertet werden. Auch sogenannte weiche Standortfaktoren kamen in der Runde zur Sprache: Zufriedenheit und Wohlstand der Menschen sind ebenfalls ein wichtiger Indikator, um einen Wirtschaftsstandort zu bewerten.

 

Schulkooperationen der PFH Göttingen

Der "Gesellschaftspolitische Diskurs" widmet sich zweimal jährlich gesellschaftlich relevanten Themen, die über rein wirtschaftliche Aspekte hinausgehen. Ziel dabei ist es, eine Plattform zum Austausch von Meinungen und Argumenten zu bieten, welche es Schülern, Lehrern, Eltern und Studierenden erlaubt, die Standpunkte anderer Menschen kennen zu lernen, die eigene Meinung zu überprüfen und neue Argumente zu erfahren. Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Schulkooperations-Konzeptes der PFH, das diese intensiv verfolgt, um möglichst frühzeitig mit Jugendlichen in Kontakt zu treten und sie bei ihrer Berufs- und Studienwahl zu unterstützen. Zur Zeit bestehen mit 54 Gymnasien und weiterführenden Schulen bundesweit entsprechende Vereinbarungen. Um diesen Schulkooperationen lebendig und erlebbar zu gestalten, richtet die PFH regelmäßig Veranstaltungen exklusiv für die Schülerinnen und Schüler ihrer Kooperationsschulen aus. Davon profitieren beide Partner: Die Jugendlichen erhalten schon lange vor dem Abitur Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und den Studienalltag. Die PFH wiederum hat die Möglichkeit, die Erwartungen potenzieller Studierender kennen zu lernen und sich darauf einzustellen.