News und Aktuelles an der PFH Göttingen
Hochschule

Vom Zocker zum Gründer

Die PFH steht jungen Unternehmensgründern aller Göttinger Hochschulen mit einem umfassenden Beratungsangebot zur Seite – so wie Hendrik Kleinwächter. Der 20-jährige studiert an der PFH und führt bereits ein sehr erfolgreiches IT-Beratungsunternehmen.

Als 16-jähriger Schüler hat Kleinwächter angefangen, mit einem Internetportal für Computerspiel-Freaks Geld zu verdienen. Heute studiert er General Management (BWL) mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik. Seine Internetforen und sein IT-Beratungsunternehmen sind zusammen mittlerweile mehrere 100.000 Euro wert. Einen Geschäftserfolg in dieser Größenordnung hätte sich der bodenständige Student nie träumen lassen.

 

Als vor vier Jahren alles begann, hatte Kleinwächter keinerlei Voraussetzungen, die man bei einem deutschen Unternehmensgründer erwarten würde: keine Business-Kontakte, keine überragenden Schulnoten, keine wohlhabenden Eltern. Stattdessen beschäftigte sich Kleinwächter oft stundenlang mit Computerspielen. Um sich mit seinen Freunden besser über die neuesten PC-Zocker-Tricks austauschen zu können, eröffnete er im Internet ein kleines Forum. Erst als die Besucherzahlen rasant anstiegen, machte sich Kleinwächter Gedanken, mit seiner Website auch Geld zu verdienen: Zunächst erwirtschaftete er mit Werbeanzeigen rund zwei Euro pro Tag.

 

Doch Kleinwächter ist ein Tüftler. Er änderte die Platzierung und die Farbgebung der Anzeigen, so dass mehr Nutzer die Links der Fremdanbieter anklickten. Damit verdoppelte der Schüler seinen Verdienst. Es folgte ein zweites Online-Forum für Audi-Fahrer und die ständige Optimierung beider Portale für die Kriterien der Internetsuchmaschinen, die viele neue Besucher brachte. Inzwischen rufen täglich etwa 35.000 Nutzer eine der beiden Websites auf und bescheren dem 20-jährigen damit ungeahnte Werbeeinnahmen, von denen er zum Beispiel eine freie Mitarbeiterin in Singapur beschäftigt. Seit zwei Jahren gibt Kleinwächter sein Know-how auch an andere weiter. Mit einem niederländischen Freund gründete Kleinwächter das IT-Beratungsunternehmen "DuoBlogger". Sie zeigen ihren Kunden, die fast ausschließlich in den USA firmieren, wie diese ihre Online-Portale optimieren und Werbeeinnahmen erhöhen können.

 

Im Herbst 2009 nahm Kleinwächter als Vollstipendiat ein Management-Studium mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an der PFH auf. Er hatte einen Stipendienwettbewerb gewonnen, der an der Göttinger Hochschule speziell für IT-Unternehmensgründer ausgelobt worden war. Dass die Themen Entrepreneurship, also die Gründung und Führung von Unternehmen, sowie E-Entrepreneurship in seinem Studiengang eine wichtige Rolle einnehmen, sieht Kleinwächter als einen entscheidenden Vorteil: "Wie man als Jugendlicher ein Unternehmen gründet oder führt, hat mir nie jemand erklärt. Erst im Studium habe ich Professoren kennen gelernt, die in ähnlichen Geschäftsfeldern aktiv sind wie ich und mir Tipps für die Entwicklung meines Unternehmens geben."

 

Zu seinen Ansprechpartnern zählt etwa Prof. Dr. Manfred Zilling, der an der PFH Wirtschaftsinformatik, insbesondere E-Entrepreneurship und E-Business unterrichtet. "Die Monetarisierung, also die professionelle Vermarktung von Internetseiten ist ein junger Markt mit hervorragenden Wachstumsperspektiven," sagt Zilling, den das frühe unternehmerische Gespür Kleinwächters längst überzeugt hat. "Sein Unternehmen wird noch weiter wachsen," erklärt der IT-Spezialist.

 

Das Thema Unternehmensgründung ist auch für Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke eine Herzensangelegenheit: "Deutschland ist immer noch das Land der Ideen. Aber zu wenige finden den Mut, sich mit einer kreativen Idee eine selbstständige Existenz aufzubauen. Genau dazu fordern wir unsere Studenten auf und geben ihnen die nötigen Kompetenzen an die Hand." Die PFH vermittelt allerdings nicht nur das relevante Fachwissen, sondern gibt aktive Hilfestellung für studentische Gründer aller Göttinger Hochschulen: Die zuständigen Professoren leisten umfassende kostenlose Beratung und stellen Kontakt zu möglichen Investoren her. Sie stehen Studierenden bei der Beschaffung öffentlicher Fördermittel zur Seite, führen in Entrepreneurship-Netzwerke ein und vermitteln potenzielle Geschäftspartner.

 

Kleinwächter ist froh, in den Professoren der PFH endlich auch kompetente Ansprechpartner in Deutschland für seine Geschäftspläne gefunden zu haben. Er hat nie verstanden, warum man sich zwar in den USA und in Singapur für seine Ideen interessiert, nicht aber in seinem Heimatland. Vielleicht hat Deutschland einfach etwas Nachholbedarf: sowohl im Internet-Business als auch in der Mentalität gegenüber jungen Gründern.


Ansprechpartner für Gründer

 

Die Gründungsberatung der PFH leisten Prof. Dr. Bernhard Vollmar (Allg. Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Entrepreneurship) und Prof. Dr. Manfred Zilling (Wirtschafts- informatik, insbesondere E-Entrepreneurship und E-Business). Zum Adressatenkreis ihrer hochschulübergreifenden und grundsätzlich kostenlosen Beratung zählen neben Studierenden auch Absolventen, Wissenschaftler, Unternehmen und Kommunen. Kontakt unter Tel.: 0551 54700 100 oder per E-Mail unter gruendungsberatung(at)pfh.de. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

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