08.12.2009
Hochschule

Für den Klimadurchbruch in Kopenhagen

Als unabhängiger wissenschaftlicher Experte nimmt Roman Vakulchuk an der Kopenhagener Klimakonferenz teil, die am 7. Dezember eröffnet wurde. Der gebürtige Kasache ist Doktorand im Zentralasien-Projekt, das die PFH gemeinsam mit der Volkswagen-Stiftung durchführt. Neben der Zentralasienforschung bildet der Konflikt zwischen Wirtschaftsinteressen und ökologischer Nachhaltigkeit seinen zweiten Forschungsschwerpunkt.


Nach Kopenhagen reist Vakulchuk als Mitglied der international besetzten "Hamburgischen Delegation", die zu den größten wissenschaftlichen Abordnungen der Klimakonferenz gehört. Dort steht in der ersten Konferenzwoche vor allem der wissenschaftliche Austausch im Vordergrund. Vom Forscherdiskurs erwartet Vakulchuk neue Erkenntnisse, etwa in der Frage, in welchem Verhältnis menschliche und natürliche Faktoren zum Klimawandel beitragen. Er selbst bringt die Ergebnisse seiner Master-Thesis ein, in der er die Energiekonzerne Shell, Exxon-Mobil und Gazprom hinsichtlich der ökologischen Nachhaltigkeit ihres Wirtschaftens und ihrer klimapolitischen Einflussnahme verglichen hat.

Bevor am 16. Dezember die Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen eintreffen, wird Vakulchuk, wie die meisten Forscher, die Konferenz bereits wieder verlassen haben. Trotzdem ist er guter Hoffnung, dass die Stimme der Wissenschaft in der Politik nicht ungehört bleibt: "Wenn sich in der Debatte der Wissenschaftler bis zum fünften oder sechsten Tag der Konferenz ein gemeinsamer Standpunkt festigt, dann wird dieser auch in den politischen Verhandlungen eine Rolle spielen. Vielleicht ist dann tatsächlich ein Durchbruch in der internationalen Klimapolitik möglich."


Nach der Kopenhagen-Konferenz will Vakulchuk seine Dissertation über das Thema "Emerging Market Economies in Central Asia" fortsetzen. Seit Oktober ist er Stipendiat der Volkswagen-Stiftung und in das gleichnamige Kooperationsprojekt der PFH involviert. In den nächsten zwei Jahren will der Research Fellow weiter an der PFH und vor Ort in Zentralasien an dem volkswirtschaftlichen Thema forschen. Seine Doktorprüfung wird er an der Jacobs University Bremen ablegen.