News und Aktuelles an der PFH Göttingen
Campusstudium

Außenwerbung im Aufwind - Praxisvortrag an der PFH

JCDecaux ist das größte Unternehmen für Außenwerbung weltweit und auch in Deutschland sind die "City Light Poster" von JCDecaux bzw. WallDecaux in fast allen großen Städten zu finden. Patrick Möller ist seit rund zehn Jahren für den Konzern tätig und Geschäftsführer der JCDecaux Deutschland GmbH. Am 1. Juni 2015 gab er den Studierenden des PFH Campus Göttingen einen ausführlichen Praxiseinblick.

Hans-Christian Riekhof und Patrick Möller.

Auf Einladung von Marketing-Professor Dr. Hans-Christian Riekhof (links) referierte Patrick Möller, Geschäftsführer der JCDecaux Deutschland GmbH, an der PFH.

"Online und Out of Home (OOH) – diesen Werbeformen wird derzeit das größte Wachstumspotenzial zugesprochen", erklärte Möller anhand aktueller Untersuchungen. Der Anteil von OOH-Werbung am Gesamtwerbemarkt stieg von 2,5 Prozent im Jahr 2000 auf 5,5 Prozent im Jahr 2014. Und dabei spielen so genannte City Light Poster – hochwertige Plakatflächen, vollverglast und hinterleuchtet – eine immer größere Rolle auf dem Plakatwerbemarkt.

 

Eben solche Werbeflächen, integriert in Stadtmöbel wie Buswartehallen oder Toilettencontainern, stehen im Zentrum des Geschäftsmodells von JCDecaux. Das Unternehmen bietet den Städten ein Komplettpaket: Es errichtet und pflegt unterschiedliche Stadtmöbel, die von namhaften Architekten wie Norman Foster designt sind. Im Gegenzug fließen die Einnahmen aus den Werbeflächen meist zum größten Teil an das Unternehmen. Darüber hinaus vermarktet JCDecaux auch Werbung auf Litfaßsäulen, auf Großflächen wie den so genannten City-Light-Boards bzw. Mega-City-Lights (9 Quadratmeter), auf Bussen und anderen Transportmitteln sowie etwa in U-Bahnhöfen oder Flughäfen. Außerhalb von Deutschland zählen noch zahlreiche andere Formate, darunter auch digitale Großflächen, zum Angebotsportfolio des Unternehmens. Öffentliche Fahrradleihsysteme, wie etwa in Paris, sind ein weiteres Standbein des Unternehmens.

 

Dass Außenwerbung wirkt, zeigen auch jüngste Beispiele wie etwa die Opel-Kampagne "Umparken im Kopf". Während die Plakate hingen, sei das Wort "Umparken" bei der Google-Suche in Deutschland auf Platz 6 geklettert, so Möller. Und beim Großkunden H&M seien Kleidungsstücke, die auf den Flächen von JCDecaux beworben werden, häufig bereits einen Tag nach Kampagnenstart ausverkauft.

 

Neue Möglichkeiten für innovative Kampagnen bieten digitale Posterflächen oder solche mit interaktiven Funktionen. Sonnenlichttaugliche LED- oder LCD-Panels sind zwar mit Anschaffungskosten im fünf- oder sechsstelligen Bereich noch sehr teuer. Doch mit kreativen Videosequenzen kann Werbung hier virale Wirkung entfalten und eine hohe Social-Media-Resonanz hervorrufen. Außerdem können Unternehmen hier tageszeitabhängig mit unterschiedlichen Motiven bzw. Sequenzen werben oder just-in-time auf aktuelle Ereignisse reagieren. So gratulierte Mercedes-Benz der deutschen Nationalmannschaft bereits zwei Minuten nach Abpfiff auf den digitalen Großwerbeflächen des Unternehmens in Berlin zum Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft. Plakate mit so genannten iBeacons ermöglichen hingegen die Interaktion mit Smartphone-Nutzern. Wichtige Aufgabe für JCDecaux sei es deshalb auch, Kunden und Mediaagenturen die kreativen und sich stetig erweiternden Möglichkeiten des Mediums 'Plakat' immer wieder zu erklären.