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28.07.2015
Hochschule

Schülerprojekte reifen beim Ideencampus Südniedersachsen

Mit der Prämierung der besten Schüleridee ist am 18. Juli der erste Ideencampus Südniedersachsen zu Ende gegangen. "The Smelter" heißt das Projekt der beiden Bad Harzburger Gymnasiasten Jan Engelhardt und Tim Klinke (Werner-von-Siemens-Gymnasium). Der von den Schülern konzeptionierte Prototyp recycelt Plastikmaterial und schafft damit eine nachhaltige, ökologische Lösung. Eine weitere Prämierung ging an eine Schülerinnengruppe der BBS Alfeld, die selbst ein neuartiges Produkt im Bereich Beauty Care entwickelte, das es nun zu vermarkten gilt.


Teilnehmer Ideencampus

Die Teilnehmer des ersten Ideencampus Südniedersachsen aus Göttingen, Hann. Münden, Clausthal-Zellerfeld, Einbeck, Alfeld und Bad Harzburg mit Lehrern, Mentoren und der Jury der Veranstaltung.

Bernhard Vollmar, Frank Busemann, Frank Albe

Der ehemalige Zehnkämpfer Frank Busemann (Mitte) mit ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar (links) und PFH-Präsident Prof. Dr. Frank Albe. Busemann referierte zum Thema Motivation.

Ebenfalls von der Jury ausgezeichnet: eine Gruppe der Göttinger BBS 1 Arnoldi-Schule, die an einer Produktidee für Säuglinge und ihre Mütter arbeitet sowie die Schülergenossenschaft BATO aus Clausthal-Zellerfeld (Robert-Koch-Schule), die mit vielerlei Aktionen bereits seit 2013 erfolgreich Spenden für ein Dorf in Nepal sammelt. 

 

Veranstalter des Ideencampus Südniedersachsen war das ZE Zentrum für Entrepreneurship der PFH Private Hochschule Göttingen, Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar leitete die Veranstaltung. Mitinitiator war das faktor-Magazin. Bei dem Workshop erfuhren Schülerinnen und Schüler, wie sie ihre vielfach sozial geprägten Projektideen erfolgreich umsetzen. Dabei halfen ihnen Gruppenarbeitsphasen, Expertenvorträge, Soft-Skill-Veranstaltungen und das Team der Gründungsberatung des ZE. Sie bekamen die Zeit, den Raum und das Know-how von Experten, die mit ihnen an der Konkretisierung der Idee, der Konzeptentwicklung, dem Projektmanagement und der Umsetzung arbeiteten. Auch Spezialwissen über Finanzierung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit oder Produktion konnten sie erhalten. Ausdrücklich erwünscht war auch, dass sich die Gruppen untereinander austauschen.

 

Rund 50 Schülerinnen und Schüler aus der Region Göttingen, dem Weserbergland und dem Harz und hatten an ihren Projekten gearbeitet. Die zehn Gruppen kamen mit sehr unterschiedlichen Projektstadien zum Ideencampus: Während einige bereits Prototypen im Gepäck hatten, waren andere noch in der Ideenfindungsphase. Um dies zu berücksichtigen, besteht der Ideencampus aus mehreren Stufen: Während beim Auftakt im März die Ideenentwicklung im Vordergrund stand, haben die Teilnehmer des Ideencampus im Laufe der drei intensiven Workshoptage im Juli ihre Geschäfts- oder Projektideen in Form einer Geschäftsmodellkarte (Business Model Canvas) visualisiert.

 

Ziel war es, konkrete Antworten auf die folgenden Fragen zu formulieren: Was soll das Projekt/das Unternehmen wem anbieten? Wie soll die soziale Förderleistung oder Marktleistung erbracht werden? Welche (sozialen bzw. marktlichen) Ergebnisse sind angestrebt und möglich? So nahmen die Projektideen der Schüler, die vielfach auch kreative Projektlösungen für ihre Schule entwickelten, immer mehr Gestalt an, bis sie schließlich einer Jury ihre Konzepte präsentierten.

 

"Die Abschlusspräsentationen der einzelnen Gruppen hatten eine enorme Qualität. Die meisten Projekte haben eine echte Chance auf Umsetzung, wenn die Schüler jetzt weiter daran arbeiten. So wird die Basis für die regionale Nachhaltigkeit der Konzepte an den Schulen geschaffen", zeigte sich Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar, Leiter des Ideencampus und an der PFH Professor für Entrepreneurship, hocherfreut über die Entwicklungen im Laufe des Workshops. 

 

 

Spitzensportler und Unternehmer geben Impulse

Um weitere Anregungen zu geben, erste Netzwerkkontakte zu knüpfen und um Motivation und Durchhaltevermögen zu thematisieren, gab es neben den Arbeitsphasen mehrere Expertenvorträge und ein Outdoor-Training. So referierten der ehemalige Weltklasse-Zehnkämpfer und Olympiazweite Frank Busemann, der Göttinger Fairtrade-Unternehmer Ralph Wüstefeld (CONTIGO), Medienunternehmer Marco Böhme (faktor Entscheider Medien) oder PFH-Absolvent Florian Müller-Stauch. Letzterer ist Unternehmensnachfolger im Familienunternehmen, gründet aber "nebenbei" gerade ein Unternehmen, um einen von ihm entwickelten Szenedrink für Nachtschwärmer erfolgreich zu positionieren. Auch die Jungunternehmer Phillip Ballhausen und Markus Werner, mit ihrem Start-up cpm systems UG (Lehrmittelverwaltung für Schulen) sind erfolgreiche Neugründer, die sich vorstellten.

 

"Das war eine sehr erfolgreiche Premiere des Ideencampus. Auch die Rückmeldungen der Schüler und Lehrer sprechen sehr dafür, dass wir diese Veranstaltung mit nachhaltigem Betreuungskonzept auch in den kommenden Schuljahren anbieten werden", ist sich Vollmar sicher und stellt heraus: "Mit diesem Veranstaltungsformat gerade im Themenfeld Social Entrepreneurship lassen sich recht wirkungsvoll schon in der Schulzeit wesentliche Impulse für Kreativität, Eigeninitiative und Selbstverantwortung setzen."