20.01.2016
Hochschule

Sind die internationalen Bündnisse noch zeitgemäß?

Gesellschaftspolitischer Diskurs im Doppelpack: Über das Thema Friedens- und Sicherheitspolitik haben sowohl in Stade als auch in Göttingen Schülerinnen und Schüler mit PFH-Studierenden diskutiert. Insgesamt nahmen über 200 Jugendliche an den Veranstaltungen teil. Ziel der Diskurse war es, diese an Formen der wissenschaftlichen Argumentation heranzuführen.


2. Gesellschaftspolitischer Diskurs in Stade

Schülerinnen, Schüler und Studierende diskutierten im Hörsaal des PFH Hansecampus Stade...

16. Gesellschaftspolitischer Diskurs in Göttingen

...und im Auditorium des PFH Campus Göttingen gemeinsam über Friedens- und Sicherheitspolitik.

Rund 80 Schülerinnen und Schüler des Aue-Geest-Gymnasiums Harsefeld, der Elbmarschen-Schule Drochtersen, der Halepaghen-Schule Buxtehude, der Stader Privatschule und des Vincent-Lübeck-Gymnasiums Stade besuchten am 7. Januar den zweiten Gesellschaftspolitischen Diskurs am PFH Hansecampus Stade unter der Überschrift "Friedens- und Sicherheitspolitik in schwierigen Zeiten: Herausforderungen für Deutschland als Mitglied verschiedener Bündnisse". Zum gleichen Thema tauschten sich am 19. Januar etwa 130 Oberstufenschüler in Göttingen aus. Gruppen des Felix-Klein-, Hainberg-, Max-Planck-, Otto-Hahn- und Theodor-Heuss-Gymnasiums sowie der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus Göttingen beteiligten sich ebenso wie Schüler der BBS1 Northeim und des Internats im Solling. Es war bereits der 16. Gesellschaftspolitische Diskurs am PFH Campus Göttingen.

 

Auf welche Weise können und sollten internationale Bündnisse wie EU, NATO, OSZE und UN aktuellen Problemen und Herausforderungen wie dem islamistischem Terror, der Ukraine-Krise oder der Flüchtlingsbewegung begegnen? Und was kann Deutschland im Rahmen der Bündnisse dazu beitragen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Abende.

 

 

Reformbedarf für die internationalen Bündnisse

In Stade tauschten sich Schüler, Lehrer und Studierende in zwei Diskussionsrunden aus. Impulsreferate der BWL-Studierenden Fabian Renzow, Piotr Sak und Niklas Witt beziehungsweise Philip Hellmick, Ebru Karaoglu, Julia Plate und Maximilian Schäfer leiteten diese ein. Im Diskurs zweifelten einige Teilnehmer daran, dass die internationalen Bündnisse überhaupt noch zeitgemäß sind. Zumindest müssten sie sich besser an die veränderte Welt anpassen, fanden viele. Außerdem fehle es oft an langfristigen Strategien für Krisenländer.

 

Deutschland solle, so sind sich die meisten Schülerinnen, Schüler und Studierenden einig, sein diplomatisches Gewicht besser einsetzen und Führungsverantwortung übernehmen – aber zugleich die Solidarität der Bündnispartner einfordern. Uneinigkeit herrschte hingegen in der Frage, inwieweit militärische Interventionen zum Repertoire der internationalen Krisenstrategien zählen müssen.

 

 

Ist Deutschland die neue USA?

In Göttingen fragten die Schüler Julian Paal, Jan Risting und Helene Schuele (Otto-Hahn-Gymnasium) in ihrem Kurzreferat: "Nach dem Terror von Paris: Ist die EU die neue NATO und Deutschland die neue USA?". Sie argumentierten, dass die französische Regierung nach den Anschlägen nicht die NATO, sondern die Partner in der EU und insbesondere Deutschland um militärische Hilfe gebeten habe. Demzufolge würde auch Deutschland eine größere Verantwortung in der Welt übernehmen müssen – militärisch, politisch und diplomatisch.

 

In einem zweiten Impulsvortrag erweiterten die Studierenden Laura Bornemann, Maurice Heuer, Lars Liekmeier, Vanessa Rockendorf und Nikolas Römermann die Perspektive auf die Bedeutung und die Handlungsfähigkeit der internationalen Bündnisse insgesamt. Anschließend debattierten die Diskursteilnehmer engagiert über die Aufgabenteilung zwischen NATO und EU, die Bekämpfung des internationalen Terrors, Flüchtlingsproblematik und Ukraine-Krise ebenso wie über neue nationalistische Strömungen in Europa.

 

"Alle Diskussionen verliefen sehr kontrovers, aber trotzdem sachlich – so wie es dem Konzept des Diskurses entspricht. Die Schülerinnen und Schüler haben kluge und differenzierte Denkanstöße zu den internationalen Problemen dieser Zeit gegeben. Sie heben sich damit angenehm von den Stammtischparolen ab, die sonst oft die öffentliche Debatte bestimmen", resümierte Veranstaltungsleiter Prof. Dr. Joachim Ahrens (Internationale Wirtschaft/PFH).

 

 

Gesellschaftspolitischer Diskurs der PFH

An den Campusorten der PFH in Göttingen und Stade finden regelmäßig Diskurse statt, die sich mit aktuellen, in der Gesellschaft diskutierten Themen befassen. Eingeladen sind Schülerinnen, Schüler und Lehrer aller Kooperationsschulen der PFH. Ziel ist es, dass Schüler sich im sachlichen Meinungsaustausch, in der Argumentation und der Rhetorik üben und für ein Studium fit machen können.