News und Aktuelles an der PFH Göttingen
01.11.2016
Campusstudium

PFH meets Politics: Parlamentarier zu Gast

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundestagswahl finden unter dem Motto "PFH meets Politics" drei Diskussionsabende mit den aktuellen Bundestagabgeordneten statt, die auch 2017 wieder als Direktkandidaten des Wahlkreises Göttingen antreten werden. Organisiert haben diese Veranstaltungen die drei PFH-Studenten Timm Gödecke, Niklas Römermann und Christian van Döllen.


Christian van Döllen, Fritz Güntzler, Timm Gödecke und Niklas Römermann

Den Auftakt machte am 31. Oktober Fritz Güntzler von der CDU-Fraktion; am 14. November wird Jürgen Trittin von Bündnis 90/Die Grünen erwartet, am 5. Dezember schließlich Thomas Oppermann von der SPD-Fraktion. Im Fokus stehen dabei jeweils die drei Themen "Europäische Union – eine Union mit Zukunft?", "Flüchtlingsströme nach Europa – Segen oder Krise für Deutschland" sowie "Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft – Herausforderung der Digitalisierung".

 

Vor der Diskussion mit den rund 50 Studierenden führte Güntzler kurz seine Ansichten zu den drei vorgegebenen Bereichen aus. So sah er die beiden Themen EU und Flüchtlingsströme eng miteinander verknüpft: Sowohl beispielsweise die Griechenland-Krise als auch die Flüchtlingsproblematik bewertete er vor allem als Bewährungsprobe für die europäische Solidarität. Letztere sei nur durch nationale, europäische wie internationale Bemühungen zu lösen. Auch über den Brexit äußerte er sich. Es sei ein völlig neues und unbekanntes Verfahren, dass ein Mitgliedsland der EU sich aus dem Staatenbund löse. Güntzler, der selbst fest an die EU glaubt, zeigte sich betroffen von der Tatsache, dass gerade das Votum der älteren britischen Bevölkerung den Ausschlag dazu gegeben hat und die jüngeren Generationen dies nun langfristig büßen müssten; den Brexit bezeichnete er als "ökonomischen Suizid". Mit dem dritten Thema Digitalisierung sah er weitreichende Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt verknüpft: große Herausforderungen für Unternehmen, Ersetzen der menschlichen Arbeit, selbstlernende Maschinen und fortschreitende Dematerialisierung waren dabei die Schlagworte.

 

In der anschließenden Diskussion befragten die Studierenden Güntzler auch zu vielen anderen Aspekten der täglichen nationalen wie internationalen Politik: Kann man Ungarn aus der EU ausschließen, wenn die Politik des Landes weiterhin dem europäischen Wertesystem widerspricht? Welche Rolle spielt die AfD im Parteiensystem, warum wird sie von wem gewählt? Befindet sich die CDU in einer Identitätskrise? Welcher moralischen Richtschnur folgt ein Politiker bei seiner täglichen Arbeit? Denkt die Bundesregierung an die Möglichkeit, bereits direkt in Afrika Asyl beantragen zu können? Plant die Bundesregierung ein Gezeiten-Kraftwerk? Der Bundestagsabgeordnete ging bereitwillig auf die Fragen ein und erläuterte an deren Beispiel, wie die Ausschuss- und Gremienarbeit in Berlin funktioniert.