20.08.2009
Campusstudium

Mit Hightechfasern in die Welle

Gestählte Surferbodies, Sonne, Wind und Wellen sind nicht unbedingt die ersten Vokabeln, die einem einfallen, wenn von Ingenieurwissenschaften die Rede ist. Doch genau diese Thematik steht für eine Studentengruppe der PFH gerade im Mittelpunkt.


In einem Praxisprojekt entwickeln angehende CFK-Ingenieure am Hochschulstandort der PFH in Stade, gemeinsam mit ihrem Professor Marc Siebert ein Kiteboard aus dem Hightech-Werkstoff Carbon, wissenschaftlich korrekt eigentlich CFK (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff).

Das Thema haben die Studenten selbst gewählt. „Viele Kompetenzen im Bereich CFK drehen sich um Fluggeräteentwicklung und –bau“, berichtet Bachelorstudentin Christina Quelle. „Das Einsatzspektrum für CFK ist aber sehr viel breiter. Deshalb haben wir uns nach einem anderen Anwendungsbeispiel umgesehen.“ Noch in diesem Sommer soll der Prototyp zu Wasser gelassen werden kann. Im September wird der Pilot Artur Poniatowski (25), Mitglied der Projektgruppe und seit mehr als fünf Jahren Kiteboarder, bei einem Event auf Rügen das Brett testen.

Dann wird seit dem Projektstart rund ein Jahr vergangen sein: „Vor dem Einsatz des Brettes liegt ein langer Weg. Zunächst müssen Haltbarkeit, Materialmenge, Faserausrichtung und zahlreiche weitere Parameter berechnet werden, damit das Board am Ende auch hält, was es verspricht“, berichtet Masterstudent Jan Stefani über die Startphase des Projekts. In zahllosen Versuchsreihen tüftelte die Gruppe die richtige Materialstärke aus, berechnete Faserausrichtungen der CFK-Matten, führte Belastungstests durch und erprobte verschiedene Fertigungsmethoden. Schließlich wird das Kiteboard in einem Autoklaven, einer Art überdimensionalem Ofen, gebacken.