27.06.2011
Campusstudium

8. Gesellschaftspolitischer Diskurs an der PFH

"Revolution in der arabischen Welt. Westliche Interessen, Ziele und Konflikte" lautete der Titel des 8. Gesellschaftspolitischen Diskurses an der PFH, der am 27. Juni stattfand. Rund 40 Oberstufenschüler aus Göttingen und ihre Lehrer nahmen an der Veranstaltung teil. Moderator des Abends war Dr. Joachim Ahrens, Professor für International Economics an der PFH.


Drei Studierende der PFH hielten zu Beginn ein Impulsreferat, um das Thema zu skizzieren, Pro und Contra darzustellen und damit die Diskussion anzufachen. Dabei verglichen sie die vier Länder Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien in Hinblick auf die Ursachen, die dort die jüngsten Revolutionen ausgelöst hatten, sowie deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Aus dieser Betrachtung ergaben sich viele Fragen, die es zu diskutieren galt: Sollen die westlichen Länder in diese Revolutionen eingreifen? Wer oder was ist eigentlich "der Westen"? Nutzen die Despoten in diesen Ländern den westlichen Ländern nicht sogar eher, weil sie vermeintliche Stabilität und damit Sicherheit für die Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen bieten? Welche Rolle spielen moralische oder humanitäre Verpflichtungen bei der Entscheidung, in einen Krieg gegen z. B. Libyen einzutreten? Oder sind wirtschaftliche Interessen entscheidend? Und inwieweit missachtet man mit einer Intervention die staatliche Souveränität dieser Nationen und verhindert sogar deren Entwicklung aus eigener Kraft?

Bei ihrem Austausch stellten die Teilnehmer schnell fest, dass es aufgrund der Komplexität des Themas keine allein richtige Meinung geben kann; zu viele Aspekte, Interessen und Sichtweisen fließen ein. Aber grundsätzlich zählen beim Gesellschaftspolitischen Diskurs sowieso die Argumente; "richtig" und "falsch" gibt es nicht. Denn Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, die Schüler an die Grundregeln des wissenschaftlichen Debattierens heranführen.

 

Schulkooperationen der PFH Göttingen


Der "Gesellschaftspolitische Diskurs" widmet sich zweimal jährlich gesellschaftlich relevanten Themen, die über rein wirtschaftliche Aspekte hinausgehen. Ziel dabei ist es, eine Plattform zum Austausch von Meinungen und Argumenten zu bieten, welche es Schülern, Lehrern, Eltern und Studierenden erlaubt, die Standpunkte anderer Menschen kennen zu lernen, die eigene Meinung zu überprüfen und neue Argumente zu erfahren. Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Schulkooperations-Konzeptes der PFH, das diese intensiv verfolgt, um möglichst frühzeitig mit Jugendlichen in Kontakt zu treten und sie bei ihrer Berufs- und Studienwahl zu unterstützen. Zur Zeit bestehen mit 50 Gymnasien und weiterführenden Schulen bundesweit entsprechende Vereinbarungen. Um diesen Schulkooperationen regelmäßige Gelegenheit zum intensiven Dialog zu bieten, richtet die PFH immer wieder Veranstaltungen exklusiv für die Schülerinnen und Schüler ihrer Kooperationsschulen aus. Davon profitieren beide Partner: Die Jugendlichen erhalten schon lange vor dem Abitur Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und den Studienalltag. Die PFH wiederum hat die Möglichkeit, die Erwartungen potenzieller Studierender kennen zu lernen und sich darauf einzustellen.