18.05.2017
Campusstudium

PFH meets Politics: Jugend will regieren

Spätestens seit den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und NRW gilt auch der Bundestagswahlkampf als eingeläutet – optimaler Zeitpunkt also, um mit einer Veranstaltung der Reihe "PFH meets Politics" auch die politische Meinungsbildung der PFH-Studierenden weiter anzukurbeln.


PFH meets Politics: Jungpolitiker und Organisatoren

Sorgten für einen gelungenen Abend im Sinne der politischen Diskussionskultur: Gastgeber, Organisatoren und Politiker bei "PFH meets Politics". V.l.n.r: Konstantin Kuhle (Direktkandidat der Jungen Liberalen zur Bundestagswahl, Wahlkreis Göttingen), Prof. Dr. Michael Heinlein (PFH), Christian Berbig (PFH), Thomas Deppe, (Junge Union Bundesvorstand), Johannes-Michael Wollborn (PFH), Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke (PFH), Philipp Le Butt (Bezirksvorsitzender der JuSos Göttingen), Luis von Ingersleben (PFH), Marcel Duda (Bundestagskandidat der Grünen Jugend).

PFH meets Politics: Lebhafte Diskussion

Diesmal waren die Jugendorganisationen der Parteien eingeladen: CDU, SPD, FDP und die Grünen folgten der Einladung, die Vertreter der Linken waren terminlich verhindert. Souverän moderierten die studentischen Organisatoren Luis von Ingersleben und Christian Berbig die Podiumsdiskussion, flankiert vom Kommilitonen Johannes-Michael Wollborn, der als Time-Keeper für einen reibungslosen zeitlichen Ablauf sorgte.

 

Gleich in ihren Eingangsstatements bezogen die Parteienvertreter klare Positionen. Philipp Le Butt von den JuSos stellte für die SPD klar: "Es geht ums große Ganze. Die Errungenschaften der Europäer sind in den letzten Jahrzehnten hart erarbeitet worden, das ist keine Selbstverständlichkeit. Jetzt erhalten viele Rechte Auftrieb. Europa ist dadurch gefährdet. Unser Kandidat Martin Schulz ist erfahrener Europaretter. Dafür stehen wir als Partei: für ein starkes Europa, das man mit Augenmaß reformieren muss."

 

Thomas Deppe,  Junge Union, konterte: "Ich vertrete hier 'die Muttis', und mit uns lief das bisher gut: Zwölf Jahre Erfolg, mit kluger Wirtschaftspolitik, erholtem Arbeitsmarkt, hoher sozialer Sicherheit im Staatenvergleich und heruntergefahrenen Haushaltsschulden: Das ist das Ergebnis erfolgreicher Regierungsarbeit. Daran wollen wir anknüpfen." 

 

Marcel Buda von der Grünen Jugend intervenierte: "Wir sind die letzte Generation, die am Klimawandel noch etwas Entscheidendes ändern kann. Deutschland verschläft gerade die Zukunftsthemen, die Klimaschutz und wirtschaftliche Zukunftschancen verbinden. Daran müssen wir arbeiten."

 

Konstantin Kuhle, junger Liberaler, vervollständigte: "Junge Leute müssen sich für Politik interessieren; zurzeit ist das Klima günstig dafür, weil so viele Themen jeden etwas angehen. Die FDP diskutiert dabei aber als einzige Partei progressiv, nach vorne gewandt. Die anderen führen rückwärts gerichtete Debatten darüber, ob man Reformen von vor zehn Jahren wieder zurückdrehen kann oder soll. So kommen wir nicht weiter."

 

 

Jungpolitiker fordern immense Investitionen 

Auch zu der Frage: "Schäubles schwarze Null: Bleiben Infrastruktur und Bildung auf der Strecke?" fanden die Nachwuchspolitiker deutliche Worte. Einig waren sich die Kandidaten darin, dass immense Investitionen nötig seien, um Deutschland weiter zukunftsfähig zu halten. Investitionen in Infrastruktur der Verkehrswege und Breitband-Internet waren hierbei für alle Parteien konsensfähig. Buda verlangt darüber hinaus aber unbedingt Investitionen in Klimaschutz und Energiewende, um den nach wie vor drohenden Klimawandel aufzuhalten. Konstantin Kuhle hingegen findet unerlässlich, den Unternehmergeist in Deutschland weiter zu fördern und das entsprechende Gründerklima zu verbessern.

 

Beim Thema Rente ging es schließlich deutlich kontroverser zur Sache, insbesondere bei den derzeitigen Nicht-Regierungs-Parteien: Das gleichzeitige Nachziehen der Stellschrauben Eintrittsalter, Beitragserhöhungen und Rentenhöhe könne die Renten stabilisieren, so die Meinung des Liberalen Konstantin Kuhle. Das stieß auf Kritik: Auf keinen Fall könne man das Rentenalter weiter erhöhen, insistierte Duda.  Auch das Niveau müsse stabil gehalten werden, um Altersarmut zu verhindern.

 

In der folgenden offenen Fragerunde drehte sich die lebhafte Diskussion um zahlreiche Details der oben genannten Fragenkomplexe. Erste nicht ganz ernst gemeinte Sondierungsgespräche zu eventuellen Koalitionen führten die Parteienvertreter anschließend beim abendlichen Ausklangdinner mit Studierenden und Professoren der PFH.

 

 

 

Fotogalerie

Bildimpressionen von "PFH meets Politics"