31.05.2017
Campusstudium

Influencer Marketing als erfolgreiches Geschäftsmodell

Wie Influencer Marketing in den sozialen Medien funktioniert und was es leisten kann, berichtete Luana Theodoro da Silva am 30. Mai an der PFH.


Luana Theodoro da Silva (@luanasilva)

2014 schloss die heute 26-Jährige ihr General Management-Studium an der PFH ab und startete in die Selbstständigkeit als sogenannte Influencerin bei Instagram, der Social-Media-Plattform zum Teilen von Fotos und Videos. Ihr eigenes Blog kam 2015 hinzu, ebenso 2015 ein Online-Shop für Mode, den sie aus Zeitgründen jedoch wieder schloss. Denn 2016 gründete sie mit weiteren PFH-Absolventen eine Consulting-Agentur, die Unternehmen zum Thema Influencer Marketing berät.

 

Influencer Marketing setzt sich laut da Silva aus zwei Komponenten zusammen: Content Marketing und den Influencer oder Blogger Relations. Dabei agieren die Influencer als Meinungsbildner und Multiplikatoren, die in der Lage sind, andere Personen – ihre Follower – bei Kauf- und Konsumentscheidungen zu beeinflussen. "Das macht uns natürlich für Unternehmen und deren Marken interessant", sagte da Silva. Grundlegend wichtig für den Erfolg dieser Art von Marketing ist es, dass beide Seiten eine Beziehung aufbauen, also die Follower den Influencer im Extremfall als Freund oder zumindest sympathische relevante Person sehen.

 

 

Konzentration auf Instagram

Da Silva konzentriert sich bei ihrem Geschäftsmodell auf Instagram. Hier bloggt sie unter @luanasilva zu den Themen Beauty, Fashion, Lifestyle und Reisen, wobei ihr Arbeitsalltag aus Fotografieren, Kontakten mit Unternehmen, Austausch mit ihren Followern und eben Reisen besteht. Offensichtlich versteht sie die Mechanismen des Beziehungsaufbaus, denn mittlerweile ist ihre Reichweite, also die Zahl ihrer Follower, auf über 433.000 gestiegen. "Wichtig ist, die Follower zu beschäftigen und ihnen immer neue Bilder zu bieten", erläutert sie. Weitere Erfolgsfaktoren neben dieser Kontinuität sind eine hohe Qualität der Bilder, interessantes Story-Telling, Abwechslung bei den Postings, Interaktion mit den Followern und ganz einfach Spaß an der Sache. Mehr Reichweite kann man darüber hinaus noch erzielen durch Re-Postings, Verweise auf den eigenen Account durch andere Medien und Aktionen wie Verlosungen. Reichweitenaufbau durch Follower-Kauf dagegen steht sie sehr kritisch gegenüber: "Kurzfristig mag das ja erfolgreich sein, aber schon mittelfristig rächt es sich, wenn man nicht authentisch ist."

 

 

Zusammenarbeit mit Unternehmen

Ab einer gewissen Reichweite werden Blogger natürlich für Unternehmen interessant, die sich eine geschickte Platzierung ihrer Werbebotschaften erhoffen. Für eine Zusammenarbeit bei Marken und Produkten ist deshalb eine klare Positionierung des Influencers notwendig: Geht es um das Thema Fitness oder um Luxusprodukte? Oder steht Mode im Fokus, die sich jede/r leisten kann? Diese eindeutige Positionierung ist auch entscheidende Voraussetzung, um die Follower langfristig zu binden und die Reichweite auszubauen, denn diese kann der Influencer schließlich vermarkten. Und so steigert sich die Zusammenarbeit mit Unternehmen mit wachsender Follower-Zahl: Kostenlosen Produkten folgen Reisen und Events, irgendwann bezahlen Firmen für Posts. Manche Influencer haben es tatsächlich sogar zum Markengesicht geschafft. Ganz oben ist man als Influencer allerdings angekommen, wenn man Produkte unter eigenem Namen verkauft, zum Beispiel Kosmetika.

 

Dass diese Kooperationen mit harter Arbeit verbunden sind, berichtet da Silva weiter. Einer Unternehmensanfrage folgt die Prüfung des "Marken-Fits", das heißt die Entscheidung darüber, ob ein Produkt oder eine Marke zu ihrem Profil passen. Fällt dies positiv aus, wird über das Honorar verhandelt. Dann folgen Briefing und Fotoshooting, die Freigabe durch das Unternehmen sowie das Posting und schließlich die Erfolgskontrolle – ein zeitaufwändiger Prozess. Aber das muss auch so sein, denn nur Professionalität sichert den Erfolg von Influencer Marketing. "Wenn die Marke nicht passt und die Darstellung minderwertig ist, funktionieren Kampagnen nicht, laufen sogar Gefahr, als Spam wahrgenommen zu werden", erklärt da Silva.

 

 

Eigene Agentur gegründet

Da zwischenzeitlich immer mehr Unternehmen an sie herangetreten waren, um nach Unterstützung für Social-Media-Kampagnen anzufragen, war eine Agenturgründung naheliegend. Gemeinsam mit drei weiteren PFH-Absolventen bietet da Silva nun mit ihrer Agentur "Lookfamed" einerseits Firmenkunden Consulting zu Influencer Marketing auf den Kanälen Instagram, YouTube, Snapchat und in eigenen Blogs. Andererseits vermittelt sie die passenden Influencer an die jeweiligen Unternehmen, um Authentizität und damit den Erfolg der Kampagnen sicherzustellen.