15.06.2017
Campusstudium

Von der Produktionsstrategie zur operativen Verantwortung

Vor knapp acht Jahren hat Sebastian Benndorf sein BWL-Studium an der PFH abgeschlossen, heute ist er Manager in der Produktion bei Volkswagen. Im Praxisvortrag am 12. Juni berichtete er den aktuellen Göttinger Managementstudierenden von seinem Werdegang in dem Automobilkonzern sowie von den Herausforderungen in der internationalen Projektwelt.


Sebastian Benndorf, Hans-Christian Riekhof

Praxisvortrag am PFH Campus Göttingen: Absolvent Sebastian Benndorf (links) hat den Studierenden Einblick in den Management-Alltag bei Volkswagen gegeben. Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof hatte den Vortrag initiiert.

Als einer der Jüngsten überhaupt, mit 30 Jahren, stieg Benndorf 2017 in die VW-Managementebene auf. Zuvor hatte der PFH-Absolvent bereits unterschiedliche Karrierestationen im Konzern durchlaufen, die ihn von der Volkswagen Consulting über die Produktionssteuerung in die Produktionsstrategie führte. Benndorf gab den Studierenden Einblick, welche Lernprozesse er dabei vollzog und wie der unternehmensinterne Weg zur Führungskraft gestaltet ist.

 

 

Ziel: Schlanke Produktion als Erfolgsfaktor

Nach dem Erwerb der Führungslizenz übernahm Benndorf eine Leitungsfunktion im Vorstandsbereich der Produktion. Die Entwicklung, Umsetzung und Zielerreichung des Zukunftsprogramms "mach18.FACTORY" der Produktion in weltweit 17 Standorten war dabei das Ziel. "Wenn man früher nach Gründen für den Erfolg von Volkswagen gefragt hat, haben die meisten Menschen an günstige Beschaffungskosten durch die Synergieeffekte des Konzerns oder an die Expertise unserer Entwickler gedacht. Unser Ziel ist es, die Produktion und Logistik zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil für die Marke Volkswagen  zu machen", so Benndorf.

 

Gemeinsam mit mehr als 200 verantwortlichen Managern in aller Welt erarbeitete Benndorf unter anderem so genannte "Maßnahmentreppen" bis ins Jahr 2018 für alle Produktionsbereiche und -Standorte, die zur gewünschten Zielerreichung führten. Um die weltweite Umsetzung sicherstellen zu können, reiste der PFH-Alumnus u. a. jährlich in alle 17 Werke und diskutierte vor Ort Inhalte, strategische Ausrichtung und die Rolle des Standortes im Produktionsnetz. Kontinuierlich wurden Maßnahmen entwickelt, pilotiert und umgesetzt, um den "Motor" stetig zu befeuern. "Es geht darum, die große Strategie in anfassbare spezifische Inhalte herunterzubrechen. Denn nur wenn eine Strategie von der gesamten Mannschaft getragen wird, hat sie Erfolg bei der Umsetzung", beschrieb der Absolvent seine Arbeit.

 

Nach einer weiteren, zusätzlichen Verantwortung des geschäftsbereichs-übergreifenden Projektes "Variantenmanagement Marke Volkswagen" – also der deutlichen Komplexitätsreduzierung von Bauteilen für alle zukünftigen Fahrzeuge – wechselte Benndorf in die Operative und übernahm die Leitung eines Fertigungsabschnittes in der Montage. Neben der nun dreistelligen Anzahl an Mitarbeitern, erwarten Ihn neben Fahrzeugausbringung, Produktivitäts- und Prozessverbesserungen weitere spannende und neue Herausforderungen.

 

An seinen Vortrag schloss sich eine offene Diskussion an, in der die PFH-Studierenden auch zu tiefergehenden Fragen rund um die Automobilindustrie und die Karriere Benndorfs Auskunft bekamen.