30.11.2017
Hochschule

Kreativ und konzentriert: Schüler überzeugen

An guten Ideen mangelt es an den Schulen Südniedersachsens offenbar nicht: Mit 43 Schülerinnen und Schülern verzeichnete der dritte "Ideencampus Südniedersachsen" der PFH so viele Teilnehmer wie noch nie. Während des Workshops, der an drei Tagen im November stattfand, zeigten diese aber auch ein Händchen dafür, aus ihren Ideen überzeugende Konzepte zu entwickeln. Erfahrene Coaches und Referenten unterstützen die Schüler aus sechs Schulen bei der Arbeit an ihren Vorhaben im schulischen, unternehmerischen und sozialen Bereich.


Ideencampus 2017: Teamwork

Auch ein Teamwork-Training in der Göttinger Innenstadt gehörte zum Programm des Ideencampus.

Ideencampus 2017: Coaching

Medienunternehmer Marco Böhme beriet Schülerinnen der BBS Alfeld im Coworking Space Göttingen. Dort fanden zwei von drei Workshop-Tagen statt.

"Unser Ziel war es, die Schülergruppen bei der Weiterentwicklung ihrer Ideen zu inspirieren und zu begleiten. Außerdem haben wir wichtiges Handwerkzeug vermittelt, das die Teilnehmer auch später dafür nutzen können, um Projekte erfolgreich umzusetzen", erklärte Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar vom ZE Zentrum für Entrepreneurship der PFH, der die Veranstaltung geleitet hat. Kurzvorträge zeigten den Schülern zum Beispiel auf, wie sie systematisch an Konzepten arbeiten oder wie sie in einem Pitch mit ihrer Idee überzeugen können. 

 

Auch Marco Böhme (Entscheider Medien), selbst Mitinitiator des Ideencampus, gab seine unternehmerische Erfahrung in zwei Vorträgen weiter. Unter dem Titel "Fall forward – Wie du erfolgreich scheiterst" behandelte er dabei auch den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen, der  für den langfristigen Erfolg oft entscheidend ist – in der Businesswelt wie im Leben. Wie nachhaltiges Unternehmertum ausgestaltet sein kann, konnte CSR-Projektmanagerin Maren Harloff für das Unternehmen Otto Bock eindrucksvoll vermitteln. Außerdem schilderten Vertreter der beiden jungen Startups Lookfamed und Wahbio, welche Faktoren für ihre Entwicklung entscheidend waren. Ein Outdoor-Training forderte die Schüler schließlich zu kreativer Teamarbeit heraus. 

 

 

Die Zukunft gehört den Mutigen

Einen thematischen Schwerpunkt des dritten Ideencampus bildete das Crowdfunding. Bei dieser Finanzierungsform ermöglichen viele Menschen mit meist kleinen Summen den Start eines Jungunternehmens oder Projektes. Die Abwicklung erfolgt fast ausschließlich über Online-Plattformen, eine der wichtigsten für den deutschsprachigen Raum ist Startnext. Mit Markus Sauerhammer, Leitung Kooperationen von Startnext, hatten die Veranstalter einen Topreferenten für dieses Thema eingeladen. In seinem Vortrag "Die Zukunft gehört den Mutigen – Ideen mit Crowdfunding finanzieren" schilderte er die Grundformen des Crowdfundings (zu Deutsch: Schwarmfinanzierung) und erläuterte anhand beeindruckender Beispiele, unter welchen Voraussetzungen Gründer damit erfolgreich sein können. Außerdem gab er den Schülerteams praktische Tipps dazu, wie sie das Crowdfunding für das Marketing ihrer Projekte nutzen können.  

 

Ob es den Schülern in den 13 Projektteams gelang, mit den Impulsen aus den Vorträgen ihre Ideenskizzen fortzuentwickeln, war für den Erfolg schließlich entscheidend. In Workshop-Einheiten hatten sie dazu mehrfach Gelegenheit. Coaches aus dem ZE und die Referenten des Ideencampus gingen währenddessen immer wieder von Gruppe zu Gruppe, um Denkanstöße zu geben und Fragen zu beantworten. "Tatsächlich sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit hoher Konzentration bis zum Ende am Ball geblieben. Sie waren bereit, sich hinterfragen zu lassen und auch umzudenken, wo es nötig war", so Vollmar. Das Ziel, bis zum Finale des Ideencampus ein prägnantes Kurzvideo zu ihrem Projekt zu erstellen, haben alle Gruppen erreicht.

 

 

Der Jüngste macht das Rennen

Mit Simon Oppermann, 15 Jahre alt und Schüler des Corvinianum Northeim, konnte am Ende der jüngste Teilnehmer das beste Konzept vorlegen. Seine Präsentation einer App zur Meldung von kommunalen Infrastrukturschäden überzeugte die Jury am meisten. Auf dem zweiten Platz folgte eine Gruppe der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen, die das Projektmanagement-Know-how an Schulen verbessern möchte. Ihr Ziel ist es, Hilfsmittel für die Mitschüler zu erarbeiten, die es leichter machen, neue  Ideen in die Tat umzusetzen. Den dritten Platz teilen sich zwei Teams der BBS 1 Northeim. Eine der Gruppen befasste sich mit einem Konzept, das ländliche Buchhandlungen attraktiver machen soll, die andere Gruppe mit einer Idee für den Bau und die Selbstverwaltung eines Studentenwohnheims. Neben den genannten Teams waren noch Gruppen der BBS Alfeld, der BBS 1 Arnoldi-Schule Göttingen und der BBS Holzminden dabei. 

 

Auch im kommenden Jahr will das Team des Zentrums für Entrepreneurship wieder Schülerinnen und Schülern Mut machen, ihre eigenen Ideen in die Tat umzusetzen – der "Ideencampus Südniedersachsen 2018" ist bereits in Planung.