News und Aktuelles an der PFH Göttingen
23.01.2012
Campusstudium

9. Gesellschaftspolitischer Diskurs an der PFH

Full House im Auditorium: Die Veranstaltung zum Thema "Euro und Schuldenkrise: Droht ein Scheitern der Europäischen Union?" zog mehr als 150 Schülerinnen und Schüler der Göttinger Gymnasien FKG, OHG und THG an die Hochschule.


Diese fand im Rahmen der Reihe "Gesellschaftspolitischer Diskurs" am 23. Januar exklusiv für die Kooperationsschulen der PFH statt. Moderator des Abends war Dr. Joachim Ahrens, Professor für International Economics.

Die Studierenden Philipp Gais, Lutz Geil, Tabea Küster und Frederik Küster hatten ein Impulsreferat vorbereitet, um in das Thema einzuführen und eine Diskussionsgrundlage zu bieten. Dabei formulierten sie vier kontroverse Thesen rund um Euro, EU, Schuldenkrise, Staatsanleihen und Rettungsschirm, wie sie bisher immer wieder in Öffentlichkeit und Medien aufgetaucht waren:

 

  1. Mitgefangen – mitgehangen: Für ein Zurück vom Euro ist es zu spät.
  2. Der Euro ist kein One-Way-Ticket: Deutschland als Exportnation hat lange Zeit von der Einheitswährung profitiert. Jetzt in der Krise muss es daher Verantwortung übernehmen.
  3. Der Euro ist nicht für Verlierer geeignet. Deshalb ist es für die wirtschaftsstarken Nationen profitabler, einen Nord-Euro einzuführen. Die wirtschaftsschwächeren Länder dagegen sollten einen Süd-Euro etablieren.
  4. Der Euro war von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Bei der anschließenden engagiert geführten Diskussion thematisierten die Schülerinnen und Schüler die Ursachen der Schuldenkrise: Immobilienblase in den USA, Vertrauensverlust gegenüber den eigenen Regierungen in überschuldeten Staaten, Leistungsbilanzdefizite, Hochlohnpolitik in Deutschland, unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der wirtschaftsstarken und -schwachen Länder, mangelhafte Konzepte zur Steuereintreibung und fehlende "Geschäftsmodelle" der wirtschaftsschwachen Länder wurden besprochen. Gleichzeitig entwickelten die jungen Gäste jedoch auch viele Lösungen, um die Schuldenkrise vor allem in Griechenland zu bewältigen: ein langfristiger Schuldenpakt, die Teilung in Nord- und Süd-Euro, Subventionen für Investoren, z. B. im Bereich Solarenergie, nicht-monetäre Sanktionen, eine einheitliche EU-Wirtschaftsregierung oder ein Schuldenschnitt zählten unter anderem zu den diskutierten Vorschlägen der Schüler.

 

Schulkooperationen der PFH Göttingen

Der "Gesellschaftspolitische Diskurs" widmet sich zweimal jährlich gesellschaftlich relevanten Themen, die über rein wirtschaftliche Aspekte hinausgehen. Ziel dabei ist es, eine Plattform zum Austausch von Meinungen und Argumenten zu bieten, welche es Schülern, Lehrern, Eltern und Studierenden erlaubt, die Standpunkte anderer Menschen kennen zu lernen, die eigene Meinung zu überprüfen und neue Argumente zu erfahren. Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Schulkooperations-Konzeptes der PFH, das diese intensiv verfolgt, um möglichst frühzeitig mit Jugendlichen in Kontakt zu treten und sie bei ihrer Berufs- und Studienwahl zu unterstützen. Zur Zeit bestehen mit 53 Gymnasien und weiterführenden Schulen bundesweit entsprechende Vereinbarungen. Um diesen Schulkooperationen lebendig und erlebbar zu gestalten, richtet die PFH regelmäßig Veranstaltungen exklusiv für die Schülerinnen und Schüler ihrer Kooperationsschulen aus. Davon profitieren beide Partner: Die Jugendlichen erhalten schon lange vor dem Abitur Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und den Studienalltag. Die PFH wiederum hat die Möglichkeit, die Erwartungen potenzieller Studierender kennen zu lernen und sich darauf einzustellen.