Kulturideenbeweger: PFH prämiert die Sieger
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Kulturideenbeweger: PFH prämiert die Sieger

Der Crowdfunding-Wettbewerb "Kulturideenbeweger" für Kreativ- und Kulturschaffende der Region ist abgeschlossen. Das ZE Zentrum für Entrepreneurship der PFH zeichnete am 10. Oktober die Sieger aus. Gewonnen haben die Projekte "Wunderschöner Ambergau" aus Bockenem und "Wörtertriathlon" aus Göttingen.

Kulturideenbeweger: Prämierung der Sieger

Gewinner, Förderer, Veranstalter und Jury des Kulturideenbewegers (v.l.): Nils König, Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar, Maike Becker, Olaf Martin, Joachim Linn, Marco Böhme und Lukas Campen.

Die Aufgabe der Projektemacher war es, in 30 Tagen so viele finanzielle Unterstützerinnen und Unterstützer wie möglich für ihre Ideen zu finden. Über die PFH-Plattform Ideenbeweger warben sie darum, sich mit kleinen Beiträgen an der Finanzierung ihrer Kulturprojekte zu beteiligen. Insgesamt haben drei von fünf Teams ihr selbst gewähltes Finanzierungsziel erreicht und sind nun in der Lage, ihre Vorhaben in die Tat umzusetzen.

 

 

Geld für Bildband und den "Soundmann"

Der Verein für Heimatkunde im Ambergau erhielt 2.500 Euro von 52 Unterstützern und kann damit den geplanten Bildband "Wunderschöner Ambergau" drucken lassen und in den Handel bringen. Mit eingerechnet ist das gewonnene Cofunding in Höhe von 500 Euro für den Wettbewerbssieger. 1.200 Euro inklusive 400 Euro Cofunding kamen für das zweitplatzierte Projekt Wörtertriathlon zusammen. 32 Unterstützer hatten sich im Wettbewerb für die Veranstaltung eingesetzt, die eine offene Bühne für Musik, Poetry Slam, Comedy und andere Kunstformen bietet. Mit dem Geld sollen unter anderem Mikrofone und Flyer finanziert und der "Soundmann" fair bezahlt werden. Außerdem konnte die Göttinger Folk-Pop-Band Lyntow ihr Finanzierungsziel erreichen und möchte nun ein neues Album produzieren. Entscheidend für die Preisvergabe war allerdings die Zahl der Unterstützer – und hier hatten die beiden prämierten Projekte klar die Nase vorn.

 

Joachim Linn organisiert den Wörtertriathlon und resümiert: "Die größte Herausforderung war zu lernen, wie ich meine Sache gut verkaufe: Was interessiert die Leute wirklich und regt sie zur Beteiligung an?" Mit hohem Zeitaufwand und viel Kreativität habe er über soziale Medien, aber auch in persönlicher Ansprache auf die Aktion aufmerksam gemacht. Natürlich halfen auch seine Kontakte in der Göttinger Kulturszene, so Linn. Für Maike Becker war der Erfolg ebenfalls mit harter Arbeit verbunden: "Crowdfunding ist kein Selbstläufer", stellte die Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde im Ambergau klar. Bis zum Ende des Wettbewerbs habe sie ebenso wie andere Vereinsmitglieder immer wieder potenzielle Unterstützer angeschrieben und angesprochen – und so letztlich Erfolg gehabt.  

 

 

Mitmachmentalität gestärkt

Zufrieden mit dem Ergebnis des Kulturideenbewegers zeigten sich auch die Jurymitglieder Nils König (KUNST e.V.), Uljana Grube (Landkreis Northeim) und Olaf Martin (Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.), dessen Verein auch das Cofunding in Form von Start- und Preisgeldern in Höhe von insgesamt 1.150 Euro sponserte. Initiator Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar sieht die Aktion als Beitrag zur kulturellen Vielfalt in der Region. "Ziel war es, die Mitmachmentalität zu stärken. Kulturell wertvolle Projekte haben sich durch den Wettbewerb neue Zielgruppen erschlossen. Und damit kehrt das Crowdfunding zu seinen Wurzeln zurück. Denn die Idee ist im Kulturbereich entstanden und wurde erst später von unternehmerischen Start-ups aufgegriffen", so der Leiter des Zentrums für Entrepreneurship an der PFH.

 

Gemeinsam mit Crowdfunding-Berater Lukas Campen, der den Wettbewerb organisatorisch begleitete, möchte Vollmar in den kommenden Jahren weitere Wettbewerbe mit unterschiedlicher Ausrichtung veranstalten. So sollen mal Geschäftsideen, wie schon 2018, und mal kulturelle oder etwa Schülerprojekte im Mittelpunkt stehen. Darüber hinaus können Gründer und Projektinitiatoren auch außerhalb der Wettbewerbe jederzeit auf der Website www.ideenbeweger.org ihre Ideen vorstellen und mit der SNIC-Beratung an der PFH ihr eigenes Crowdfunding starten.