Lernumgebung, Routinen & mehr

Effektiv lernen: 5 Strategien für den Lernerfolg

Studentin sitzt in der Natur vor einem Laptop in der richtigen Lernumgebung

Im Folgenden zeigen wir dir einige zentrale und zugleich essenzielle Lernstrategien, die insbesondere das Lernumfeld umfassen und den Lernerfolg im Fernstudium maßgeblich unterstützen können. Sie dienen als Orientierung, Inspiration – und manchmal auch als kleine Erinnerung daran, dass effektives Lernen kein Zufall ist, sondern das Ergebnis guter Strategien.  

1. Zeitmanagement als wichtiges Fundament

Ein gut durchdachtes Zeitmanagement ist eine zentrale Grundlage für den Erfolg im Fernstudium. Es schafft Struktur, Orientierung und die mentalen Ressourcen, die man für produktives und effektives Lernen benötigt. 

Es ist von besonderer Wichtigkeit, eine persönliche Strategie zu erarbeiten und demnach feste Lernzeiten einzuplanen – am besten direkt im Kalender. Diese Planung kann wöchentlich erfolgen und sollte berufliche Verpflichtungen, private Termine, Hobbys und persönliche Auszeiten gleichermaßen berücksichtigen. Gerade wenn man Berufstätigkeit und Fernstudium parallel meistern möchte, ist es wichtig, bewusst Zeit für Dinge einzuplanen, die einem Freude bereiten und gleichzeitig helfen, neue Energie zu tanken. 

Bei der Gestaltung von Lernzeiten sollen auch realistische Pufferphasen eingeplant werden. Es ist oft wenig sinnvoll, unmittelbar nach einem langen Arbeitstag in die Lernphase zu starten. Besser ist es, erst den Heimweg zu nutzen, ein gemeinsames Abendessen zu genießen oder kurz abzuschalten. So erhalten Körper und Gehirn die nötige Zeit, den Arbeitsalltag zu verarbeiten – und mit einem gewissen zeitlichen Abstand kann man dann auch wieder konzentriert in den Lernmodus eintauchen. 

Ebenso hilfreich ist es, den gesamten Tagesablauf bewusst zu strukturieren. Es geht nicht darum, jede Minute durchzuplanen, sondern darum, ehrlich einzuschätzen, ob Lernen an einem bestimmten Tag sinnvoll und gewinnbringend ist. So verhindert man, dass man abends erschöpft über den Unterlagen sitzt und am nächsten Morgen das Gefühl hat: „Da ist nichts hängen geblieben.“ 

Unterstützende Methoden wie die ALPEN-Methode oder die Pomodoro-Technik können zusätzlich helfen, fokussiert und effizient zu bleiben.  

Ohne eine feste Struktur besteht hingegen die Gefahr, den Überblick zu verlieren – was schnell in Prokrastination münden kann. Ein klarer Plan gibt Sicherheit, Orientierung und das Gefühl, aktiv voranzukommen. 

Effektives Lernen ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren im Fernstudium. Es entscheidet maßgeblich darüber, wie gut neue Inhalte aufgenommen, verarbeitet und langfristig behalten werden können – und bildet damit die Basis für kontinuierlichen Studienfortschritt und nachhaltige Lernerfolge. 

2. Selbstmanagement & Motivation

Persönliche Organisation, Selbstmotivation und der konstruktive Umgang mit Prokrastination – all diese Aspekte gehören zu den zentralen Schlüsselkompetenzen, die wir an der PFH im Fernstudium vermitteln. Sie bilden das Fundament dafür, dass Studierende ihre individuellen Lernprozesse aktiv gestalten, Herausforderungen souverän meistern und Schritt für Schritt erfolgreich durch ihr Studium gehen können. 

Gerade im Fernstudium, wo Lernzeiten flexibel, aber auch eigenverantwortlich organisiert werden müssen, gewinnen diese Kompetenzen eine besondere Bedeutung. Wer weiß, wie man sich selbst realistische Ziele setzt, wie man Motivation aufrechterhält und wie man typische Lernhindernisse wie Aufschiebeverhalten gezielt überwindet, schafft optimale Voraussetzungen für kontinuierlichen Fortschritt – und letztlich für den persönlichen Studienerfolg. 

Mögliche Strategien dazu: 

  • realistische Ziele setzen (SMART) 
  • Lernfortschritte sichtbar machen 
  • kleine Belohnungen integrieren 
  • Aufgaben in kleine Schritte zerteilen 

3. Die richtige Lernumgebung

Das Lernumfeld und ein gut strukturierter Lernort sind die wichtigsten Voraussetzungen für produktives Arbeiten im Fernstudium. Die PFH empfiehlt daher ausdrücklich, einen aufgeräumten, ruhigen und klar definierten Lernort zu schaffen, an dem man sich konzentrieren kann und an dem keine unnötigen Ablenkungen die Lernzeit stören. Ein ablenkungsfreier Raum ist für den Lernerfolg entscheidend: Ein klar gestalteter Arbeitsplatz minimiert äußere Reize, unterstützt die Fokussierung und hilft dem Gehirn, schneller in den "Lernmodus" zu wechseln. 

Ebenso wesentlich ist die technische Zuverlässigkeit der Lernumgebung. Dazu gehören ein funktionierender PC oder Laptop sowie der reibungslose Zugang zu den zentralen PFH-Systemen wie Blackboard, myPFH, E-Mail und Microsoft Teams. Wenn diese Tools zuverlässig funktionieren, können Inhalte ohne Unterbrechungen abgerufen, Kommunikation sichergestellt und der Lernflow aufrechterhalten werden. 

Darüber hinaus lohnt es sich, alle wichtigen Lernmaterialien griffbereit zu haben – ob Skripte, Notizen, Schreibutensilien oder digitale Dateien. So vermeidet man ständiges Aufstehen und Unterbrechungen, was erwiesenermaßen zu Konzentrationsverlust führt. Ebenso sollte man im Lernumfeld auch drauf verzichten, das Smartphone oder andere Geräte die einen ablenken können griffbereit zu haben.  

4. Eigene Ressourcen kennen – Lerntyp & Tools

Unterschiedliche Lerntypen – und warum die Kombination entscheidend ist

Sowohl die PFH als auch externe Quellen betonen, wie unterschiedlich Menschen lernen. Manche Studierende nehmen Inhalte auditiv besser auf, andere bevorzugen visuelle Darstellungen, wieder andere lernen motorisch-handelnd oder erweisen sich besonders gut im kommunikativen Austausch. 

Unabhängig vom eigenen bevorzugten Lernstil zeigt sich jedoch: Die Kombination mehrerer Sinne steigert nachweislich die Merkfähigkeit. Wer also liest und hört, wer mitdenkt und aktiv anwendet, verankert Informationen deutlich nachhaltiger. 

Tools zur Verknüpfung der Lerntypen

Gerade in Online-Studiengängen stehen zahlreiche digitale Werkzeuge zur Verfügung, die verschiedene Sinne ansprechen und so den Lernprozess optimal unterstützen: 

  • Videos & Live-Calls – ideal für visuelle und auditive Lerntypen, ermöglichen direkte Erklärungen und persönlichen Austausch 
  • Teams-Lerngruppen – fördern kommunikatives Lernen, Vernetzung und gemeinsames Verständnis 
  • myPFH & Blackboard – strukturieren Lernmaterialien, bieten interaktive Inhalte und ermöglichen effiziente Selbstorganisation 
  • Digitale Karteikarten (z. B. Anki, Quizlet) – optimal für Methoden wie aktives Wiederholen, Spaced Repetition und mobiles Lernen 
    Ideal für alle, die flexibel und wiederholungsbasiert lernen möchten. 

Durch die Kombination dieser einzelnen Ressourcen kann man den Lernprozess abwechslungsreich gestalten – und gleichzeitig Erinnern, Verstehen und Anwenden deutlich verbessern. 

5. Lerngemeinschaften & Austausch

Viele Fernstudierende legen großen Wert auf Lerngruppen und den akademischen Austausch, denn der Austausch mit Kommilitonen und Kommilitoninnen kann motivieren, inhaltliche Fragen klären und das Gefühl von Gemeinschaft im digitalen Studium stärken. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass Gruppenlernen nicht für alle gleichermaßen geeignet ist. Manche profitieren enorm davon, andere arbeiten konzentrierter und effizienter allein – beides ist völlig in Ordnung. 

Um dennoch allen Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich zu vernetzen, haben wir an der PFH einen zentralen digitalen Austauschraum geschaffen: über das Microsoft-Teams-Team „PFH Fernstudierende – virtueller Austausch“ erhalten alle aktuell eingeschriebenen Fernstudierenden Zugang zu einem offenen Kommunikationsraum. Hier können Studierende: 

  • sich studiengangsübergreifend austauschen, 
  • Kontakte zu Mitstudierenden aus anderen Semestern knüpfen, 
  • sich gegenseitig unterstützen, 
  • Fragen stellen, 
  • Lerngruppen initiieren oder 
  • sich mit den PFH Study Coaches austauschen 

Besonders wertvoll ist dabei die Möglichkeit, sich auch mit Studierenden aus höheren Semestern zu vernetzen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben und hilfreiche Tipps weitergeben können. Gruppenlernen kann außerdem gezielt gefördert werden durch: 

  • gemeinsames Bearbeiten von Aufgaben,
  • motivierenden sozialen Kontakt, der gerade im Fernstudium Verbindung schafft.

Diese Vorteile decken sich mit externen Erkenntnissen: Kommunikation, sozialer Austausch und gegenseitige Unterstützung gelten als wichtige Faktoren für erfolgreiches Lernen und für die emotionale Stabilität im Studium. 

Erfahrungsbericht aus dem Lernalltag im Fernstudium

Wie Jasmin Kalkbrenner, Study Coach an der PFH, sich während ihres berufsbegleitenden Master-Fernstudiums ein geeignetes Lernumfeld geschaffen und die passenden Lerntechniken und -routinen entwickelt hat, schildert sie hier wie folgt: 

"Der Einstieg in das Studium war für mich nicht leicht, ich war überwältigt und wusste nicht genau, wie ich mein Semester planen und strukturieren sollte. Noch dazu war mir nicht bewusst, wie viel Zeit ich z.B. für die Vorbereitung einer Klausur einplanen sollte. Heute gibt es hierfür an der PFH die Study Coaches, die genau in solchen Angelegenheiten sehr gut unterstützen und einem helfen eine realistische Planung für ein Semester zu erstellen.   

Zunächst stieg ich mit der Bearbeitung von Einsendeaufgaben in das Studium ein – so konnte ich schnell meine ersten Erfolgserlebnisse sammeln. Vor der ersten Klausur hatte ich sehr viel Respekt und mich im Lernprozess auch selbst sehr unter Druck gesetzt – was rückwirkend betrachtet gar nicht notwendig gewesen wäre, denn das Fernstudium an der PFH ist wirklich sehr flexibel. Mit einer Vorbereitungszeit von 6-8 Wochen kam ich mit den Lerninhalten sehr gut zurecht. Für Module, die mir inhaltlich nicht so gut lagen, wählte ich eine längere Vorbereitungszeit für Prüfungen. So konnte ich mir auch stets realistische Ziele in meinem Studium setzen. Was ich aber gelernt habe, ist, dass insbesondere das Zeitmanagement mit einer Zweifach-Belastung von Studium und Beruf noch wichtiger ist. Hier geht das dann nämlich auch um die Bewahrung körperlicher und mentaler Gesundheit, was man oft unterschätzt. 

Ich war sehr glücklich und konnte alle Klausuren im ersten Versuch bestehen. Mein Lernfokus lag dabei immer auf dem Lesen und Verstehen der Fernlehrbriefe, sofern angeboten, habe ich auch immer an den Online-Veranstaltungen teilgenommen. Das hat mir sehr geholfen, Wissen zu vertiefen.  

Meine ausgewählte Lernmethode war sehr von 'Spaced Repetition' geprägt. Ständige Wiederholungen haben mir geholfen die Lerninhalte nachhaltig zu lernen und ins Gedächtnis zu speichern. Ich habe auch versucht mir immer wieder Praxisbeispiele zu erschließen, denn für mich war das sinnbildhafte Lernen eine weitere gute Möglichkeit Wissen zu festigen und das Verständnis auszuprägen. 

Ich habe meist 3-4 Tage in der Woche für das Studium gelernt, je nach Möglichkeit zwischen 3 und 6 Stunden am Tag. Gerade bei längeren Lerneinheiten war es für mich auch wichtig regelmäßige Pause einzulegen und z.B. mit meinem Hund an die frische Luft zu gehen. Durch die Doppelbelastung von Studium und Beruf war es für mich auch besonders wichtig, ausreichend und gut zu schlafen. Ich habe stets darauf geachtet, in einer Nacht mindestens 8 Stunden schlafen zu können, das hat mir geholfen am nächsten Morgen ausgeruht und erholt zu sein.  

An den Tagen, an denen ich nicht gelernt habe, habe ich mir nach der Arbeit Zeit für andere Dinge genommen, die mir gutgetan haben und aus denen ich neue Kraft z.B. auch für das Studium schöpfen konnte. Während des Fernstudiums hatte ich keinen Kontakt zu Kommilitonen, was für mich in Ordnung war, und keinerlei Problem darstellte. Ich verstehe aber auch alle, die sich einen Austausch zu anderen Studierenden wünschen, denn dies kann auch sicherlich in einigen Bereichen hilfreich sein.  

Ich habe immer viel Wert darauf gelegt, dass mein Schreibtisch stets sauber und aufgeräumt war, wenn ich gelernt habe. Ich hatte alle notwendigen Fernlehrbriefe und zusätzliche Materialien griffbereit. Auch habe ich darauf geachtet, dass ich eine ruhige Umgebung hatte, nicht gestört oder abgelenkt wurde, es war kein Fernseher und Smartphone in der Nähe. So konnte ich fokussiert lesen und lernen. 

Abschließend kann ich sagen, es gibt in einem Fernstudium kein Richtig oder Falsch, wir Menschen sind alle unterschiedlich und so muss jeder für sich den besten Weg finden, wie ein Fernstudium zu bewerkstelligen ist. Es gibt lediglich Empfehlungen die hilfreich sein können, den eigenen Weg zu finden."

Fazit: Die 5 wirksamsten Strategien für effektives Lernen im Fernstudium

  1. Gutes Zeitmanagement 
    Ein strukturiertes Zeitmanagement ist die Grundlage für erfolgreiches Lernen im Fernstudium. Klare Wochenpläne, realistische Lernziele und feste Lernfenster helfen, kontinuierlich am Ball zu bleiben und Lernstress zu vermeiden. 
  2. Strukturierte Lernumgebung 
    Eine ruhige, gut organisierte Lernumgebung fördert Konzentration und Fokus. Dazu gehören ein aufgeräumter Arbeitsplatz, digitale Ordnung (Dateien, Lernunterlagen) sowie feste Routinen, die den Einstieg ins Lernen erleichtern.  
  3. Geeignete Lernmethode finden 
    Nicht jede Lernmethode passt zu jedem Studierenden. Ob Active Recall, Spaced Repetition, Mindmaps oder Zusammenfassungen – wichtig ist, Lernstrategien auszuprobieren und die Methode zu wählen, die nachhaltig zum persönlichen Lernerfolg führt. Tools wie Karteikarten, Selbsttests, Lern-Apps oder auch KI können dabei unterstützen. 
  4. Lerngruppen & Austausch 
    Gemeinsame Lerngruppen bieten Motivation, Struktur und gegenseitige Unterstützung. Der Austausch mit Kommilitonen – z. B. über Erfahrungen, Lerntechniken und Prüfungsstrategien – stärkt nicht nur das Verständnis, sondern auch die Selbstorganisation. 
  5. Stressmanagement & gesunde Gewohnheiten 
    Regelmäßige Pausen, Bewegung, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf sind entscheidend für geistige Leistungsfähigkeit. Techniken wie Atemübungen, kurze Dehnroutinen oder digitale Pausen helfen, Stress zu reduzieren und die mentale Gesundheit zu stärken. 
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Jasmin Kalkbrenner Study Coach PFH
Unsere Expertin
Jasmin Kalkbrenner
Leiterin des PFH Study Coach Teams
Als Leiterin des PFH Study-Coach-Teams und Absolventin des PFH-Masterstudiengangs Angewandte Psychologie für die Wirtschaft bringt Jasmin Kalkbrenner sowohl langjährige Beratungserfahrung als auch ihre persönlichen Lern-Erfahrungen aus dem eigenen Fernstudium mit. Diese Kombination ermöglicht es ihr, die PFH Fernstudierenden ganzheitlich zu begleiten – fachlich fundiert, praxisnah und immer mit Blick auf die besonderen Herausforderungen, die ein Fernstudium mit sich bringt.