Zeitmanagement im Studium optimieren und Produktivität steigern

Pomodoro-Technik - So lernst du effektiv in Intervallen

Tomate und Wecker versinnbildlichen die Pomodoro-Technik als Lernmethode

Studierende kämpfen oft mit Konzentration, Zeitdruck und der Frage: Wie fange ich überhaupt an? Wann finde ich Zeit zum Lernen? Die Pomodoro-Technik bietet eine klare, psychologisch fundierte Lösung. 

Die Pomodoro-Technik ist eine Zeitmanagement-Methode und eine der bekanntesten Methoden für konzentriertes, fokussiertes Arbeiten. Sie kann für das Lernen optimal genutzt werden. Sie hilft dabei, Ablenkungen zu reduzieren, Zeit bewusster einzusetzen und in einen produktiven Arbeitsrhythmus zu finden. Besonders in Studium, Fernstudium, Weiterbildung oder beruflicher Wissensarbeit unterstützt sie dabei, Energie und Konzentration über den Tag hinweg stabil zu halten. 

Viele Studierende berichten, dass sie mit der Pomodoro Methode einen Impuls zum Anfangen bekommen und schneller in den Lernmodus finden, gerade dann, wenn sie sich eigentlich überfordert fühlen.

In diesem Beitrag erfährst du verständlich und praxisnah, wie die Methode funktioniert, warum sie so wirksam ist und wie du sie direkt in deinem Lernalltag anwenden kannst.

Was ist die Pomodoro-Technik?

Die Pomodoro-Technik gehört zu den bekanntesten Formen des Timeboxings, einer Methode, bei der Arbeit bewusst in klar definierte Zeitfenster gelegt wird.

Die Pomodoro-Technik ist jedoch weit mehr als eine einfache Zeitmanagement-Methode. Sie basiert auf der Idee, dass unser Gehirn in klar abgegrenzten, überschaubaren, handhabbaren Zeitfenstern am effektivsten arbeitet. Typischerweise besteht ein Pomodoro aus 25 Minuten konzentrierter Arbeit, gefolgt von 5 Minuten Pause.

Was auf den ersten Blick simpel wirkt, adressiert in Wahrheit mehrere menschliche Grundprobleme: die Neigung zu Prokrastination, das Überfordern durch große Aufgaben und die natürliche Begrenzung unserer kognitiven Leistungsfähigkeit. 

Aus dieser einfachen Struktur entwickelte sich eines der weltweit beliebtesten Werkzeuge für fokussiertes Arbeiten, gerade weil es intuitiv ist und gleichzeitig tief in psychologischen Prinzipien verankert liegt.

Aufschieberitis überwinden und endlich aktiv werden 

Die Pomodoro-Technik erleichtert den Einstieg, weil sich ein Zeitraum von 25 Minuten gut einrichten lässt. Damit ist ein erster Schritt getan. Wenn unklar ist, wie mit einer Aufgabe begonnen werden kann, wenn sie zu groß erscheint oder wenn das Gefühl entsteht, nicht genügend Zeit zu haben, bietet die Pomodoro-Technik eine geeignete Möglichkeit, den Fokus zu finden und in einer überschaubaren, gut bewältigbaren Form zu starten. Das Arbeiten erfolgt in klar strukturierten Intervallen. 

Warum Intervalle so effektiv und wirksam sind: Das Grundprinzip 

Hinter der Methode steckt die Erkenntnis, dass unser Gehirn keine stundenlange Konzentration am Stück leisten kann. Nach einer gewissen Zeit sinkt die geistige Wachheit, Fehler schleichen sich ein, und wir verlieren den Überblick. Der Wechsel zwischen Fokus und kurzer Erholung wirkt wie ein natürlicher Rhythmus, der den mentalen Akku immer wieder ein Stück auflädt. 

Abgrenzung zur „Durcharbeits“-Strategie 

Viele Studierende glauben: „Je länger ich am Schreibtisch sitze, desto produktiver bin ich.“ Oder „Wenn ich durcharbeite, werde ich mehr schaffen!“ In der Realität passiert das Gegenteil: 

  • Konzentration sinkt nach kurzer Zeit deutlich 
  • Aufmerksamkeitsfehler nehmen zu 
  • Informationen werden schlechter verarbeitet 
  • mentale Ermüdung steigt 

Die Pomodoro-Technik durchbricht dies. Sie sorgt dafür, dass Pausen nicht mehr Ausdruck von Schwäche oder Ablenkung sind, sondern ein integraler Bestandteil effektiven Lernens. Durch die regelmäßigen kurzen Unterbrechungen bleibt die geistige Leistungsfähigkeit über Stunden hinweg stabil und das ist ein großer Vorteil in intensiven Lernphasen. 

PFH-Dozentin Jutta List-Ivankovic berichtet aus ihrer Erfahrung: „In meinen Lehrveranstaltungen beobachte und höre ich regelmäßig, dass Studierende besonders von kurzen, klar strukturierten Lerneinheiten profitieren. Sie fühlen sich dadurch auch besser und haben schönere Erfolgserlebnisse.

Woher stammt die Pomodoro-Methode?

Der Ursprung der Methode liegt in den 1980er-Jahren, als der italienische Student Francesco Cirillo nach einem Weg suchte, seine eigene Aufschieberitis zu überwinden und seine Selbstmotivation zu steigern. Er hatte viel zu tun und fühlte sich blockiert und belastet. Er startete einen kreativen Selbstversuch mit seiner Küchenuhr: Er griff zu seinem einfachen Küchenwecker in Tomatenform (Pomodoro bedeutet auf Italienisch „Tomate“) und stellte sich die Frage, ob er es schaffen würde, für wenige Minuten konzentriert zu bleiben. Er sagte sich: Wenn ich es schaffe, genau diese 25 Minuten konzentriert an der meiner Aufgabe, die ich mir vorher definiere zu arbeiten, bekomme ich danach als Belohnung 5 Minuten frei. Und in dieser Pause kann ich tun, was ich will, loslassen und mich gut fühlen.

Das Ergebnis war, dass er in diesen klar abgegrenzten 25 Minuten so viel schaffte wie sonst an einem ganzen Tag! Sein kleiner Pomodoro hatte einen riesigen Effekt ausgelöst.

Was als persönlicher Versuch begann, entwickelte sich zu einer Methode, die später weltweit bekannt wurde und vielen geholfen hat, sich zu fokussieren.

Wie funktioniert die Pomodoro-Technik genau?

Pomodoro ist ein strukturiertes Timeboxing-Modell mit fixen Zeitfenstern. 

Ein klassischer Pomodoro besteht aus: 

  • 25 Minuten fokussierter Arbeit 
  • 5 Minuten Pause 

Nach vier Pomodori (Zeiteinheiten) folgt eine längere Pause von 15–30 Minuten.  

Diese Struktur ist bewusst so gewählt: Die kurzen Intervalle verhindern Überlastung, während die längeren Pausen dazu dienen, das Gelernte zu verarbeiten und neue Kraft zu sammeln. Pausen sind beim Lernen ebenso wichtig, wie das konzentrierte Arbeiten. 

Durch diese klaren Zyklen entsteht ein Arbeitsrhythmus, der nicht nur produktiver ist, sondern sich auch leichter durchhalten lässt, insbesondere in Phasen hohen Lernpensums oder bei komplexen Aufgaben.  

Warum die Methode die Konzentration stärkt 

Durch feste Arbeitsblöcke wird dein Gehirn trainiert, in klaren Zeitfenstern abzutauchen und Ablenkungen auszublenden. 

Wissenschaftliche Erklärungen 

Die Wirkung lässt sich lernpsychologisch gut erklären: 

  • Aufmerksamkeitsregulation: Das Gehirn erhält geplante Erholung, bevor Erschöpfung einsetzt. 
  • Mentale Erholung: Kurze Pausen wirken wie ein „Reset“ für das Arbeitsgedächtnis. 
  • Reizabschirmung: Der Timer schafft einen Zeitraum, in dem bewusst auf Unterbrechungen verzichtet wird. 

Psychologische Hintergründe der Pomodoro-Technik

Viele Effekte der Pomodoro-Technik lassen sich durch etablierte Befunde der Kognitionspsychologie erklären, etwa zur Aufmerksamkeitsspanne, zur kognitiven Ermüdung oder zum Planungsfehlschluss – also der systematischen Tendenz, den Zeitbedarf von Aufgaben zu unterschätzen. 

Die Methode funktioniert deshalb so gut, weil sie zentrale psychologische Prinzipien nutzt. Große Aufgaben wirken häufig überfordernd; für das Gehirn entsteht eine hohe kognitive Belastung (Cognitive Load). Durch die Aufteilung in klar begrenzte Zeitabschnitte sinkt dieser innere Widerstand, und ein 25-Minuten-Block erscheint deutlich machbarer als ein abstraktes, großes Ziel. 

Gleichzeitig wirkt der Timer als äußere Form der Selbstregulation. Er reduziert die Notwendigkeit ständiger Selbstdisziplin und schafft einen festen Rahmen: Jetzt ist Fokuszeit.  

Dieses klare Setting wirkt dem bekannten „Parkinsonschen Gesetz“ entgegen, nach dem sich Aufgaben ausdehnen, wenn viel Zeit zur Verfügung steht. 

Die regelmäßigen Pausen entsprechen zudem den natürlichen Aufmerksamkeitsrhythmen des Gehirns: Phasen intensiver Konzentration und kurze Erholung wechseln sich ab. Wer zu lange ohne Unterbrechung arbeitet, verliert an geistiger Schärfe und Fehleranfälligkeit. 

Ein weiteres Prinzip, das die Methode stärkt, ist der Zeigarnik-Effekt: Wird eine Aufgabe bewusst unterbrochen, bleibt sie gedanklich präsent. Der Wiedereinstieg fällt leichter, die Konzentration erhöht sich. 

Im Zusammenspiel schaffen diese Mechanismen eine Struktur, die Prokrastination reduziert, Überforderung abbaut und produktives Arbeiten ermöglicht. Die Pomodoro-Technik ist damit nicht nur eine Zeitmanagement-Trick, sondern ein psychologisch fundiertes Werkzeug.

Hinweis: Francesco Cirillo (2018) hat in seinem Originalwerk die Pomodoro Technik als ein vollständiges Produktivitätssystem, das Planen, Dokumentieren und Reflektieren einschließt entwickelt.

Das vollständige Pomodoro-System nach Cirillo (2018) 

Francesco Cirillo beschreibt die Pomodoro-Technik in seinem Originalwerk als komplettes Produktivitäts- und Selbstmanagementsystem, das weit über den 25MinutenTimer hinausgeht. Es besteht aus fünf eng miteinander verbundenen Schritten: 

1. Plan (Planen) 

Zu Beginn des Tages werden alle Aufgaben erfasst und priorisiert. Cirillo nutzt hierfür die „To Do Today“-Liste aus seinem ursprünglichen System. Ziel: realistisches Erwartungsmanagement und klare Fokussierung. 

→ Grundlage für Selbstregulation und realistische Aufwandsschätzung. 

2. Track (Nachverfolgen) 

Jeder Pomodoro wird aktiv mitgezählt. Das schafft Transparenz über die tatsächliche Zeit, die Aufgaben in Anspruch nehmen. 

→ Unterstützt die metakognitive Kontrolle und stärkt Selbstwirksamkeit. 

3. Record (Dokumentieren) 

Am Ende jeder Arbeitseinheit wird festgehalten, was erledigt wurde, welche Störungen aufgetreten sind und wie viele Pomodori benötigt wurden. 

→ Liefert Daten über Arbeitsmuster, typische Ablenkungen und Fortschritte. 

4. Process (Verarbeiten & Analysieren) 

Regelmäßig reflektiert man: 

  • Was hat funktioniert? 
  • Wo gab es Unterbrechungen? 
  • Welche Aufgaben dauerten länger als erwartet? 
    Diese Phase ist entscheidend für die stetige Verbesserung.

→ Grundlage für lernpsychologische Optimierung. 

5. Visualize (Visualisieren) 

Daten aus Track & Record werden in einer übersichtlichen Form dargestellt, um Muster zu erkennen. 

z. B. tägliche oder wöchentliche Auswertungen von: 

  • Anzahl Pomodori 
  • Störfaktoren 
  • Fortschrittsentwicklung 

→ Sichtbare Fortschritte stärken Motivation und Klarheit über das eigene Arbeitsverhalten. 

Warum Cirillo dieses System als „vollständig“ bezeichnet 

Laut Cirillo ist Pomodoro nicht einfach ein Timer, sondern eine Methode zur Selbststeuerung, die Planung, Fokus, Reflexion und kontinuierliche Verbesserung verbindet.

Er betont, dass viele populäre Darstellungen die Technik auf „25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause“ reduzieren – es geht jedoch um mehr.

Möchtest du dein Wissen dazu vertiefen oder dich intensiver mit der Methode auseinandersetzen? Dann schaue zu den Literaturhinweisen.  

So wendest du die Pomodoro-Technik konkret Schritt-für-Schritt an

  1. Aufgabe wählen (klar definieren!). 
  2. Timer auf 25 Minuten stellen. 
  3. Fokussiert arbeiten, ohne Unterbrechung. 
  4. Wenn der Timer klingelt: 5 Minuten Pause. 
  5. Nach vier Pomodori (Zeiteinheiten): eine längere Pause. 

Vorbereitung ist entscheidend 

Gute Vorbereitung hilft, im Fokus zu bleiben: 

  • Aufgaben vorher strukturieren 
  • To-Do-Liste griffbereit halten 
  • Material bereitlegen 
  • Störungen reduzieren (z.B. Benachrichtigungen aus, Tür zu, Handy weg) 

Einsatz von Apps oder analogen Timern 

Du kannst klassische Timer, Küchenwecker oder Apps nutzen – je nachdem, was dich motiviert und dir gefällt. 

Beliebt sind z. B.: 

  • Forest 
  • Focus To-Do 
  • Minimalistische Timer-Apps 
  • Browser-Add-ons für Fokus-Sessions 

Umgang mit Unterbrechungen („Interruption Strategy“) 

Cirillo empfiehlt: 

  • Interne Unterbrechungen (Gedanken, Ideen): aufschreiben, später bearbeiten. 
  • Externe Unterbrechungen: freundlich auf später vertrösten, Pomodoro beenden oder neu starten. 

Erfahrungsbericht: Pomodoro-Technik als Gamechanger

Ein Trick, zum Anfangen, Lernzeit starten und Aufgaben erledigen. Jutta List-Ivankovic, Dozentin für Soziale Arbeit an der PFH, berichtet von ihren eigenen Erfahrungen mit der Pomodoro-Methode während der Corona-Pandemie:

Lernen zu Hause ist nicht einfach. Es gibt so viele andere Dinge zu tun und außerdem hält sich die Lust in Grenzen, mit dem Lernen anzufangen. Es gibt viele Gründe aufzuschieben, was getan werden muss. Diese Situation habe ich schon sehr viele Male erlebt, wenn es mit meinen Kindern um das Lernen und die Hausaufgaben geht. Als Mutter ist es doppelt schwer, die Kinder zum Lernen zu motivieren und anzuleiten. Konflikte können leicht entstehen. 

Homeschooling als Wendepunkt 

In der Corona-Zeit musste ein großer Teil des Unterrichts „im Homeschooling“ stattfinden. Durch diese Situation ergaben sich verschiedene Herausforderungen. All meine Überredungskünste und Versuche, Lernzeiten als selbstverständlich einzuplanen, scheiterten ziemlich oft. Meine Kinder können gut argumentieren und haben auch viele Ideen, was sie statt Hausaufgaben und Lernen für die Schule tun möchten. 

Die rettende Idee: Sichtbare Lernzeit mit einer Stoppuhr 

Da hatte ich eine Idee: eine feste und sichtbare Lernzeit, auf die wir uns einigen, mit einer Stoppuhr. Diese Zeit ist Fokuszeit und danach ist Freizeit. Die Vereinbarung war, dass wir 30 Minuten konzentriert beispielsweise Mathe machen und zwar mit voller Aufmerksamkeit und nichts anderes. Nur Mathe. Danach spielen, frei haben und loslassen. Darauf konnten sich meine Kinder einlassen. 30 Minuten ist nicht viel, das schaffen wir! 

Wir stellten uns eine Lernuhr. So sah jede von uns, wie viel Zeit noch übrig und wie viel schon vergangen war. Die Zeit wurde sichtbar und das Gefühl von „das ist nicht so lange“ half, sich auf die Lernzeit einzulassen und einen Anfang zu finden. Wir kamen ins Handeln. 

Feste Lernzeit als Gamechanger 

Die Zeit festzulegen war ein absoluter Gamechanger! Kein Verhandeln und keine Diskussion mehr. Wir hatten eine klar vereinbarte Zeit des Lernens und dann eine ebenso verbindliche Zeit des Freiseins für andere Aktivitäten oder eben eine Pause. So wurden wir produktiv und viel zufriedener. Einfach machen war die Devise. 

Und dann wurde mir klar: Das ist die Pomodoro-Technik – das ist Zeitmanagement! 

Im Prinzip ist das genau die Pomodoro-Technik: Es wird eine bestimmte Zeit festgelegt für einen klaren Fokus und Konzentration und dann folgt eine Pause. 
… nur dass unsere Uhr zum Zeitmessen keine Tomatenform hatte, sondern ein kleiner hellblauer Kasten mit einem bunten Regenbogen darin war. 

Auch mir selbst fällt es leichter, mir eine bestimmte Aufgabe vorzunehmen, wenn sie eine konkrete Zeit bekommt. Dabei ist auch der Wechsel von Konzentration und Pause wichtig. Für das Lernen gehören sowohl konzentrierte Zeiten als auch unbedingt die Pausen dazu. 

Sichtbare Lernzeit verändert die Motivation zum Guten

Kinder und auch Erwachsene orientieren sich stark daran, was sie sehen können. Eine laufende Uhr macht Zeit konkret, greifbar und planbar. 
Sie wirkt wie eine kleine Verbindlichkeit: Freundlich, aber klar. 

Beispiele für die Pomodoro-Technik

Beim Lernen für Prüfungen 

  • Kapitel durcharbeiten 
  • Übungsaufgaben lösen 
  • Karteikarten lernen 
  • Essay-Strukturen entwerfen 

Im Studium und im Selbststudium 

  • Literatur lesen 
  • Zusammenfassungen schreiben 
  • Videovorlesungen nacharbeiten 

In der beruflichen Wissensarbeit 

  • Fachartikel lesen 
  • Präsentationen vorbereiten 
  • komplexe Aufgaben in häppchenweise Schritte aufteilen 

Für Schreibprojekte und kreative Tätigkeiten 

  • wissenschaftliche Texte erstellen 
  • Brainstormings 
  • Konzeptentwicklung 

Welche Techniken oder Tools gehören zur Pomodoro-Methode?

Timer - Zeitmesser 

  • Apps, Webtimer, Küchenwecker, analoge Sanduhren 
  • Wichtig: Der Timer darf nicht ablenken! Also schlicht und funktional. 

„Pomodoro Sheets“ zur Fortschrittsdokumentation 

Zettel oder Vorlagen, um fertige Pomodori (Zeiteinheiten) abzuhaken und Fortschritt sichtbar zu machen – sie fördern Motivation, helfen beim Dranbleiben und ermöglichen, Lernzeiten sowie Störungen systematisch zu reflektieren. 

Kombination mit anderen Methoden 

Du kannst die Pomodoro-Methode wunderbar mit anderen bekannten Zeitmanagement- und Selbstmanagement-Methoden kombinieren: 

  • Eisenhower-Prinzip 
    hilft bei: klarer Priorisierung von Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit – ideal, wenn man nicht weiß, womit man anfangen soll. 
  • Kanban / „Work in Progress“-Begrenzung 
    hilft bei: besserer Übersicht und Reduktion von Stress, indem Aufgaben visualisiert und laufende Arbeiten begrenzt werden – perfekt gegen Überforderung. 
  • GTD – Getting Things Done 
    hilft bei: Gedanken entlasten und Aufgaben strukturieren, besonders wenn viele parallele Projekte laufen und man mental „voll“ ist. 
  • Eat the Frog 
    hilft bei: Aufschieberitis überwinden, indem man die wichtigste bzw. unangenehmste Aufgabe gleich zu Beginn erledigt. 

Varianten der Pomodoro Methode 

Neben der klassischen 25/5-Minuten-Struktur haben sich verschiedene Anpassungen entwickelt, die mehr Flexibilität in Fokus und Pausenphasen ermöglichen. Die Methode muss zur Aufgabe und zu deinem Typ passen: 

  • 50/10-Methode: 50 Minuten Arbeit, 10 Minuten Pause 
  • Flowmodoro: längere Sessions ohne harten Abbruch bei Flow 
  • Study-Konzept: fachspezifisch anpassbare Lern-Blöcke 

Welche Vor- und Nachteile hat die Pomodoro-Technik?

Vorteile der Pomodoro-Technik 

  • Verbesserte Konzentration und Fokus 
  • Strukturierter Arbeitstag 
  • Schutz vor Überforderung und mentaler Erschöpfung 
  • Höhere Produktivität durch festen Rhythmus 
  • Einstiegshilfe bei Prokrastination 

Nachteile oder Grenzen der Pomodoro-Technik? 

  • Starre Zeitvorgaben passen nicht zu jeder Aufgabe. 
  • Nicht ideal für kreative Flow-Phasen: Unterbrechung des Flow-Zustands, wenn du gerade tief drin bist. 
  • Nicht geeignet für Aufgaben mit langer kognitiver Denkkette 
  • Kann frustrierend sein, wenn du häufig gestört wirst. 
  • Timer kann Stress erzeugen 
  • Erfordert initiale Disziplin 

Für wen ist die Pomodoro-Technik besonders geeignet?

Die Methode ist ideal geeignet für:

  • Studierende (besonders im Fernstudium) 
  • Berufstätige in Wissensberufen 
  • Selbstständige und Kreative 
  • Menschen mit Aufschiebeverhalten 
  • Personen mit hohem Stresslevel oder engem Zeitbudget

Wie unterscheidet sich die Pomodoro-Technik von Deep Work?

Pomodoro ist eine besonders strukturierte Form des Timeboxing und Deep Work eher eine Langstreckenstrategie. 

Kurzer Vergleich 

  • Pomodoro: kurze, klar begrenzte Einheiten 
  • Deep Work: lange, ungestörte Konzentrationsphasen (90–180 Minuten) 

Vor- und Nachteile von Pomodoro und Deep Work 

Pomodoro bietet häufigere (Mikro-)Pausen und wirkt motivierend. Deep Work ermöglicht tiefere Denkarbeit. 

Pomodoro als Einstieg nutzen 

Viele nutzen Pomodoro, um eine Aufgabe niedrigschwellig zu beginnen und später in tiefere Konzentrationsphasen überzugehen. 

Kombination beider Ansätze ist sinnvoll 

Du kannst mit Pomodoro starten und – wenn ein Flow entsteht – in Deep Work übergehen (Flowmodoro). 

Häufige Fragen zur Pomodoro-Technik (FAQ)

Ja – zahlreiche Erkenntnisse aus der Kognitions- und Motivationspsychologie bestätigen die Wirksamkeit klarer Arbeitsintervalle.

Klassisch: 25/5. 
Alternativen: 40/10, 50/10, 60/15 – je nach Aufgabe.

Typisch sind 8-14 Pomodori, abhängig von Energie und Aufgabenart.

Absolut. Die Methode hilft, Struktur in selbstorganisiertes Lernen zu bringen.

Ja – besonders beliebt in Co-Learning-Sessions, Schreibgruppen oder Fokus-Co-Working.

Fazit: Mit der Pomodoro Technik fokussierter und konzentrierter lernen

Die Pomodoro-Technik zeigt, wie wirkungsvoll kleine, klare Zeitfenster für das Lernen sein können. Durch den Wechsel aus konzentrierten 25-Minuten-Einheiten und bewussten Pausen fällt es leichter, dranzubleiben, Ablenkungen zu reduzieren und den eigenen Energiehaushalt im Blick zu behalten. Besonders im Studium – ob Präsenz oder Fernstudium – schafft die Methode eine einfach umsetzbare Struktur, die Motivation und Produktivität spürbar erhöht. 

Wenn du regelmäßig mit der Pomodoro-Methode arbeitest, entwickelst du nicht nur bessere Lerngewohnheiten, sondern stärkst auch deine Selbstwirksamkeit: Du erlebst, dass Lernen leichter geht, wenn du es in beherrschbare, überschaubare Schritte unterteilst. Probiere die Methode aus, passe die Intervalle an deine Bedürfnisse an und entdecke, wie viel fokussierter, entspannter und nachhaltiger dein Lernen werden kann.

Literatur

Cirillo, F. (2018). The Pomodoro Technique: The lifechanging timemanagement system. Ebury Publishing. 

Offizielle Website des Erfinders 

Cirillo, F. (n.d.). Francesco Cirillo – Creator of the Pomodoro® Technique. Pomodoro Technique. (https://www.pomodorotechnique.com) 

Weiterführende Literatur für Studierende zum Thema Zeitmanagement, Selbstorganisation und Selbstmotivation: 

Reichel, T. (2023). 24/7 Zeitmanagement. Studienscheiss Verlag. 

Reichel, T. (2021). Bachelor of Time: Zeitmanagement im Studium. Studienscheiss Verlag. 

Reichel, T. (2020). Arschtritt-Buch. Selbstmotivation im Studium. Studienscheiss Verlag. 

Reichel, T., & Jung, M. (2025). So schaffst du jede Weiterbildung: Fernlehrgänge, Onlinekurse, Prüfungen und Zertifikate erfolgreich bestehen. Studienscheiss Verlag. 

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Prof. Dr. Jutta List-Ivankovic
Unsere Expertin
Prof. Dr. Jutta List-Ivankovic
Soziale Arbeit
Sozialpädagogik
Digitalisierung in Lehre und Praxis
Jutta List Ivankovic ist Professorin für Soziale Arbeit und Sozialpädagogik an der PFH und begleitet Studierende auf ihrem Weg zu einem selbstwirksamen, gut strukturierten und nachhaltigen Lernen. In ihrer Lehre verbindet sie wissenschaftlich fundierte Didaktik mit praxisnahen Strategien, die Studierenden helfen, komplexe Inhalte verständlich einzuordnen und langfristig zu behalten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt für sie auf evidenzbasierten Lernmethoden wie der Pomodoro-Methode, die zeigen, wie planvolles Wiederholen, kluge Strukturierung und realistische Lernroutinen zu mehr Klarheit, weniger Stress und dauerhaftem Lernerfolg führen. Ihr Anliegen: Studierende darin stärken, Lernprozesse bewusst zu gestalten – mit Methoden, die wirksam, alltagsfreundlich und individuell anpassbar sind.