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Überzeugen im Bewerbungsgespräch

Für den Erfolg und gegen die Nervosität im Vorstellungsgespräch hilft vor allem eine gute Vorbereitung. Ein paar Tipps und Anregungen dafür haben wir hier für Sie zusammengestellt. Einige Punkte sollten insbesondere Fernstudierende und Fernstudienabsolventen beachten.

 

 

Vor dem Gespräch

Bereiten Sie sich darauf vor, perfekt über sich selbst Auskunft geben zu können. Schauen Sie sich dazu noch einmal alle Unterlagen an, die Sie dem Unternehmen geschickt haben. Ihr Interviewer (zum Beispiel der Geschäftsführer, Abteilungsleiter oder Personalchef) könnte Fragen haben, etwa zu einem Arbeitszeugnis, einer Arbeitsprobe, Fortbildungen oder natürlich den einzelnen Punkten im Lebenslauf. Seien Sie aber auch darauf vorbereitet, Ihren Werdegang mündlich darzustellen – kurz, prägnant und so, als hätte der Interviewer Ihre Unterlagen nie gelesen.

 

Außerdem sollten Sie sich gründlich über das Unternehmen informieren: Standorte, Rechtsform, Branche, Umsatz, Mitarbeiterzahl, Vorstandsvorsitzende, Aufsichtsratsvorsitzende, Produkte und ungefähre Marktanteile sollte jeder Bewerber nennen können. Hinzu kommen, falls verfügbar, Themen aktueller Pressemitteilungen oder Presseberichte sowie Fakten über die Abteilung, in der Sie arbeiten möchten. Im Gespräch zahlt es sich später aus, wenn Sie den Interviewer an passender Stelle auf ein innovatives Produkt oder eine interessante Marketingmaßnahme des Unternehmens ansprechen können. Umgekehrt sollten Sie im Gespräch keine Fragen zu Unternehmensdaten stellen, die Sie vorher im Internet hätten leicht recherchieren können.

 

Im Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist ein Verkaufsgespräch. Sie dürfen und sollen sich positiv darstellen. Ihr Interviewer erwartet, dass Sie Ihre Stärken betonen und sich selbst in ein gutes Licht rücken. Alles andere wäre unprofessionell und würde auch einen solchen Eindruck hinterlassen. Wichtig ist aber, bei aller Selbstdarstellung trotzdem authentisch und ehrlich aufzutreten. Diese Gratwanderung ist schwierig, aber entscheidend, denn übertriebene Schauspielerei würden erfahrene Personaler schnell entlarven.

 

Vermeiden Sie lange Monologe und ausschweifende Antworten auf konkrete Fragen. Denn dies langweilt nicht nur den Interviewer, sondern signalisiert Unsicherheit. Insbesondere bei Fragen, die Schwächen offenbaren könnten, antworten Sie am besten so prägnant wie möglich.

 

Nicht nur Ihre Worte hinterlassen Eindruck. Auch Gesten und Mimik entscheiden darüber, wie Sie beim Interviewer ankommen. Halten Sie Blickkontakt, so wirken Sie offen und konzentriert. Falls Sie mehreren Personen gegenüber sitzen, sollten Sie in den eigenen Sprechphasen auch abwechselnd den Blickkontakt mit allen Beteiligten suchen. Darüber hinaus vermittelt eine schreibbereite Handhaltung Interesse und Vorbereitung; eine entspannte Körperhaltung und freundliche Mimik verhelfen zu einer positiven Gesprächsatmosphäre.

Tipps für Fernstudierende und Absolventen

"Haben Sie neben Ihrem Fernstudium denn überhaupt noch Zeit für diesen Job?": Auf knifflige Fragen im Vorstellungsgespräch sollten aktive Fernstudenten vorbereitet sein, auch wenn sie nicht der Regelfall sind. Der Interviewer erwartet auch nicht, dass Sie nun klein beigeben. Streichen Sie lieber heraus, was eigentlich auf der Hand liegt: Sie haben sich bewusst für ein Fernstudium neben dem Job entschieden, weil Sie ein Ziel verfolgen und eben kein Mensch sind, der den Feierabend am liebsten vor dem Fernseher verbringt.

 

Fernstudierende gelten bei Personalern gemeinhin als zielstrebige und selbstständige Organisationstalente mit überdurchschnittlicher Eigenmotivation. Machen Sie im Gespräch deutlich, dass Sie diese Eigenschaften auch ins Büro mitbringen. Sofern Sie die Doppelbelastung aus Fernstudium in Kombination mit einer (Vollzeit-)Anstellung oder etwa einer Elternzeit bereits kennen, ist dies selbstverständlich ein weiteres wichtiges Argument.

 

Ist das Fernstudium bereits erfolgreich abgeschlossen, so zahlt sich dies im Vorstellungsgespräch besonders aus. Aufgrund der genannten Eigenschaften, die natürlich auch Fernstudienabsolventen zugeschrieben werden, steht ein Fernstudienabschluss bei vielen Personalern hoch im Kurs. Sofern es möglich ist, geben Sie deshalb im Gespräch selbstbewusst Auskunft über Ihr Fernstudium mit seinen inhaltlichen Schwerpunkten und gegebenenfalls darüber, wie Sie die Doppelbelastung bewältigt haben. Wichtig ist außerdem, dass Sie einen allgemein anerkannten (akademischen) Abschluss vorweisen können. Daneben spielt auch das Renommee des Studienanbieters eine Rolle.

Zu guter Letzt

Entspannen Sie sich! Der Erfolg des Bewerbungsgesprächs liegt nur zur Hälfte in Ihrer Hand. Auch wenn Sie sich perfekt vorbereiten und im Gespräch alles richtig machen, kann es eine Absage geben. Schließlich wissen Sie nicht, welche Kriterien bei der Bewerberauswahl letztlich für den Interviewer entscheidend sind. Machen Sie sich bewusst, dass ein anderer Interviewer nach einem ähnlichen Gespräch vielleicht ganz anders entschieden hätte.

 

Umgekehrt sollten Sie auch bei einem positiven Ausgang des Vorstellungsgesprächs kühlen Kopf bewahren. Unterschreiben Sie zum Beispiel auf keinen Fall vor Ort einen Vertrag, den der Interviewer sofort aus der Tasche zieht. Erbitten Sie sich mindestens 24 Stunden Bedenkzeit, um die berühmte Nacht über das Angebot zu schlafen. Überlegen Sie sich, ob der Arbeitgeber auch nach der spontanen Euphorie noch der richtige für Sie ist. Außerdem sollten Sie den Vertrag in Ruhe lesen und prüfen.