Die Macht des Schwarms im Elbe-Weser-Dreieck nutzen - 260.000 Euro EFRE-Förderung für PFH-Projekt
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Die Macht des Schwarms im Elbe-Weser-Dreieck nutzen - 260.000 Euro EFRE-Förderung für PFH-Projekt

Stade, 18.07.2019. Was in Südniedersachsen bereits gut funktioniert, soll bald auch im Elbe-Weser-Dreieck Gründern und Projektemachern das Leben erleichtern: Mit Fördermitteln aus dem EU-Fonds EFRE rollt die PFH Private Hochschule Göttingen die Initiative "Ideenbeweger" an ihrem PFH Hansecampus Stade aus. Ziel ist es, unternehmerische, soziale und kulturelle Vorhaben aus der Region durch Crowdfunding (zu Deutsch: Schwarmfinanzierung) auf den Weg zu bringen. Bei dieser Finanzierungsform ermöglichen viele Unterstützer mit kleinen Beiträgen gemeinsam ein Projekt.

Bernhard H. Vollmar, Lukas Campen

"Ideenbeweger" an der PFH: ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar (links) und Crowdfunding-Berater Lukas Campen. Eine projektbezogene Stelle für den Hansecampus Stade ist derzeit ausgeschrieben. Foto: PFH

Etwas mehr als 260.000 Euro erhält die Hochschule vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für ihren Projektantrag "PFH Crowd Innofinance". Das hochschuleigene ZE Zentrum für Entepreneurship wird mit dem Geld nun seine eigene Crowdfunding-Plattform www.ideenbeweger.org auf den Elbe-Weser-Raum ausweiten, Finanzierungs-Workshops und Beratungsangebote für Gründer schaffen und regelmäßig Crowdfunding-Wettbewerbe veranstalten. Eine Stelle für Crowdfunding-Beratung wird eigens am PFH Hansecampus eingerichtet, sie ist derzeit ausgeschrieben. Ab Herbst 2019 sollen die neuen Angebote schließlich verfügbar sein. Dann soll mit dem "Gründerideenbeweger" auch ein erster Wettbewerb für Start-ups aus der Region starten.

 

Bürger der Region für neue Ideen begeistern

"Crowdfunding ist ein Frühphaseninstrument für die Unternehmens- und Projektfinanzierung. Und wenn Start-ups es richtig einsetzen, indem sie kreativ um Unterstützer werben, strahlt es zusätzlich auf Marketing und Vertrieb aus", erklärt ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar. Dabei eignen sich Schwarmfinanzierungen nicht nur für Unternehmensgründungen, sondern grundsätzlich auch für soziale, kulturelle oder etwa kommunale Projekte. "Entscheidend ist immer, dass die Initiatoren andere von ihren Ideen begeistern können. Als potenzielle Unterstützer sollen sie dabei vor allem Bürgerinnen und Bürger aus dem Elbe-Weser-Raum mit ihren Kampagnen ansprechen", so Vollmar weiter.

 

Als besondere Angebote wird er mit seinem Team unter anderem eine "Innovation Crowdfunding Week" durchführen. Hier erhalten Gründer und Projektemacher praxisnahes Know-how, wie sie ihre innovativen Konzepte mittels Schwarmfinanzierung realisieren können. Außerdem können sich Unternehmen der Region beraten lassen, wie sie durch firmeninternes Crowdfunding auch vielversprechende Abteilungsprojekte fördern können. Darüber hinaus wird die Hochschule die neuen Maßnahmen mit dem laufenden Projekt "PFH TRANSition" verknüpfen, das in der Region für Synergien zwischen Unternehmen der Windenergie-, Agritechnik- und CFK-Branche sorgt.

 

Wie funktioniert Crowdfunding?

Wenn ein junges Start-up in den Startlöchern steht, ist fehlendes Kapital oft das größte Hindernis, denn Investoren und Banken lassen sich von innovativen Produktideen häufig nicht beeindrucken. Zu unsicher scheint ihnen ein Investment in der Frühphase, weil sich der Erfolg der Geschäftsidee zu dieser Zeit noch nicht gut prognostizieren lässt. Doch die Gründer benötigen gerade jetzt Geld, um die Produktentwicklung, Maschinen oder erste Werbemaßnahmen zu bezahlen. In diesen Situationen kann Crowdfunding helfen, hier am Beispiel des belohnungsbasierten Crowdfunding erläutert. In der Regel nutzen Gründer dabei Online-Plattformen, um ihr Start-up und ihre innovative Geschäftsidee vorzustellen. Sie geben an, wieviel Geld sie benötigen und wofür genau sie es einsetzen möchten. Daraufhin versuchen sie, potenzielle Unterstützer davon zu überzeugen, dass ihr Produkt eine Chance am Markt verdient, weil es komplett neuartig, qualitativ hochwertig oder zum Beispiel ökologisch besonders wertvoll ist. Mit relativ geringen Beiträgen von etwa 5 bis 1.000 Euro können Interessierte dann das jeweilige Projekt unterstützen. Als Dank erhalten sie zum Beispiel exklusive Produktproben, eine Sponsoren-Nennung auf der Unternehmenswebsite oder einen Besuch in der Gründerwerkstatt. Dabei ist das Crowdfunding aber nicht auf wirtschaftliche Projekte beschränkt, sondern mit Modifikationen auch für soziale, kulturelle oder kommunale Projekte denkbar.   

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen sind online unter www.entrepreneurship.pfh.de und www.ideenbeweger.org zu finden.

 

 

Über das Zentrum für Entrepreneurship an der PFH

Das ZE Zentrum für Entrepreneurship ist die zentrale Institution für Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand an der PFH. Es ist auf die Bildung und Förderung unternehmerischen Denkens und Handelns ausgerichtet. Hier vereinigen sich – standortübergreifend – die vielfältigen Aktivitäten der PFH in den Aufgabenfeldern Netzwerkarbeit, Lehre, Training, Forschung, Beratung und Support. Das gesamte Angebots- und Leistungsspektrum in diesen Kernkompetenzfeldern des Entrepreneurship – im Sinne des innovativen Unternehmertums – bezieht sich sowohl auf junge, als auch etablierte Unternehmen, also gerade auf den Mittelstand und damit vor allem auf Familienunternehmen. Das ZE wurde 2010 gegründet. Leiter und Begründer ist Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar, PFH-Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Entrepreneurship & Finance. Weitere Informationen: www.entrepreneurship.pfh.de.