Wettbewerb "Kulturideenbeweger" startet - Bürger können Kreative unterstützen
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Wettbewerb "Kulturideenbeweger" startet - Bürger können Kreative unterstützen

Göttingen, 01.08.2019. Fünf Teams aus Südniedersachsen stellen sich seit Donnerstag, dem 1. August, dem Wettbewerb "Kulturideenbeweger". Diesen hat das ZE Zentrum für Entrepreneurship der PFH Private Hochschule Göttingen ausgeschrieben. Herausforderung für die Kreativ- und Kulturschaffenden ist es, innerhalb von 30 Tagen so viele finanzielle Unterstützer wie möglich für ihre Ideen zu begeistern. Dazu nutzen sie die regionale Crowdfunding-Plattform Ideenbeweger des ZE.

Bernhard H. Vollmar, Lukas Campen, Frank Albe

Läuten die Wettbewerbsphase für den "Kulturideenbeweger" ein: ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar, Gründungsberater Lukas Campen und PFH-Präsident Prof. Dr. Frank Albe (v. l.). Foto: PFH

Mit Unterstützern sind nicht etwa finanzkräftige Unternehmen, Banken und Sponsoren, sondern in erster Linie Privatleute gemeint, die sich mit kleinen Beträgen an einem Projekt beteiligen möchten und dafür zum Beispiel bestimmte exklusive Vorteile oder Produkte erhalten. Das ist zugleich der Kern des Crowdfunding, zu Deutsch: Schwarmfinanzierung. Der Kulturideenbeweger ist der zweite Crowdfunding-Wettbewerb der PFH. Im Herbst 2018 hatte das Team des hochschuleigenen ZE Zentrum für Entrepreneurship bereits den Gründerideenbeweger für unternehmerische Start-ups aus der Region durchgeführt. "Im vergangenen Jahr durften wir feststellen, dass sich Südniedersachsen für die Idee des Crowdfunding und für Start-ups begeistern lässt. Dieses Mal sind die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, Projekte zu unterstützen, die einen kulturellen Mehrwert für die Region bringen", erläutert Initiator und ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar.

 

Über die Website www.ideenbeweger.org stellen sich die Teams vor. Hier können sich Interessenten noch bis zum 30. August um 12 Uhr als Unterstützer einbringen. "Die Projekte spiegeln die kulturelle Vielfalt der Region Südniedersachsen wider und haben uns ein wirtschaftlich nachhaltiges und umsetzbares Konzept vorgelegt. Dies war bei der Projektauswahl wichtig", sagt Crowdfunding-Berater Lukas Campen.

 

Die Kulturideen im Wettbewerb

Die folgenden Projekte nehmen am Wettbewerb teil:

  • "Alte Schule Adelebsen": Berichte der letzten Zeitzeugen über die Geschichte der Schule
  • "Wörtertriathlon": Offene Bühne für Musik, Poetry Slam, Comedy, Stand-up, Pecha Kucha und andere Kunstformen in Göttingen
  • "Wunderschöner Ambergau": Bildband über die Landschaft Ambergau
  • "Lyntow EP": Zweites Album (digital und als Vinyl) der Göttinger Folk-Pop-Band Lyntow
  • "Einbecker Weihnachtsdorf": Highlights für das Weihnachtsdorf mit Lasershow und Bühnenprogramm

 

Alle Projektinitiatoren beginnen mit einem Startguthaben von 250 Euro, das die PFH zur Verfügung stellt. Zusätzlich erhalten jene drei Teams, die am Ende die meisten Personen von ihren Ideen überzeugen konnten, Preisgelder von insgesamt 500 Euro. Hinzu kommen natürlich die Mittel, die ihre Unterstützer über die Ideenbeweger-Plattform zugesagt haben. Kooperationspartner für den Wettbewerb sind der Landschaftsverband Südniedersachsen e. V. und das faktor-Magazin.

 

Weitere Informationen

Alle Informationen zum Crowdfunding-Wettbewerb Kulturideenbeweger finden Interessierte online unter www.ideenbeweger.org.

 

Über den Ideenbeweger

Mit dem Ideenbeweger hat die PFH Private Hochschule Göttingen eine Crowdfunding-Plattform für innovative, kreative und soziale Projekte aus der Region Südniedersachsen ins Leben gerufen. Das hochschuleigene ZE Zentrum für Entrepreneurship hat die Partnerseite der Crowdfunding-Plattform Startnext gemeinsam mit der NBank sowie der Volksbank Kassel Göttingen realisiert – in Kooperation mit dem SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC). "Wir möchten eine offene Kultur des Experimentierens in Südniedersachsen schaffen und die Mitmach-Mentalität stärken. Projektemacher aus der Region können mit dem Ideenbeweger frühzeitig Unterstützer aus der Region ansprechen. Wir wissen, dass sich die Erfolgswahrscheinlichkeit für innovative Projekte damit deutlich steigern lässt", so Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar vom ZE. Über die Plattform Ideenbeweger können Projektinitiatoren gerade im regionalen Kontext viel Aufmerksamkeit für ihre Idee gewinnen. Auch die an der PFH angesiedelte SNIC-Crowdfunding-Beratung knüpft an den Ideenbeweger an.

 

Wie funktioniert Crowdfunding?

Wenn ein junges Start-up in den Startlöchern steht, ist fehlendes Kapital oft das größte Hindernis, denn Investoren und Banken lassen sich von innovativen Produktideen häufig nicht beeindrucken. Zu unsicher scheint ihnen ein Investment in der Frühphase, weil sich der Erfolg der Geschäftsidee zu dieser Zeit noch nicht gut prognostizieren lässt. Doch die Gründer benötigen gerade jetzt Geld, um die Produktentwicklung, Maschinen oder erste Werbemaßnahmen zu bezahlen. In diesen Situationen kann Crowdfunding helfen, hier am Beispiel des belohnungsbasierten Crowdfunding erläutert. In der Regel nutzen Gründer dabei Online-Plattformen, um ihr Start-up und ihre innovative Geschäftsidee vorzustellen. Sie geben an, wieviel Geld sie benötigen und wofür genau sie es einsetzen möchten. Daraufhin versuchen sie, potenzielle Unterstützer davon zu überzeugen, dass ihr Produkt eine Chance am Markt verdient, weil es komplett neuartig, qualitativ hochwertig oder zum Beispiel ökologisch besonders wertvoll ist. Mit relativ geringen Beiträgen von etwa 5 bis 1.000 Euro können Interessierte dann das jeweilige Projekt unterstützen. Als Dank erhalten sie zum Beispiel exklusive Produktproben, eine Sponsoren-Nennung auf der Unternehmenswebsite oder einen Besuch in der Gründerwerkstatt. Dabei ist das Crowdfunding aber nicht auf wirtschaftliche Projekte beschränkt, sondern mit Modifikationen auch für soziale, kulturelle oder kommunale Projekte denkbar.