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01.07.2013
Pressemeldungen

Know-how für neue Wind-Giganten - Windenergiebranche bietet beste Jobchancen für Leichtbau-Ingenieure

Göttingen/Stade, 01.07.2013. Im Strommix der erneuerbaren Energien hat die Windkraft bereits heute einen Anteil von 50 Prozent – und für die Zukunft bietet sie die größten Ausbaupotenziale unter den erneuerbaren. In der politisch vorangetriebenen Energiewende ist die Windkraft ein zentraler Baustein, ohne sie wäre das Projekt nicht zu stemmen. Damit die Windenergie weiter wachsen kann, ist sie allerdings auch auf die Expertise von Spezialisten im Bereich der Faserverbund-Technologie angewiesen. Die wenigen Studienabsolventen in diesem Fachgebiet haben derzeit exzellente Jobchancen in der Branche.


Pressefoto: Prof. Unckenbold

Pressefoto: Prof. Dr.-Ing. Wilm F. Unckenbold. Foto: PFH

Faserverbundwerkstoffe sind beim Bau moderner Windenergieanlagen unverzichtbar, weil sie viel leichter als Stahl, aber dennoch ausreichend stabil sind. "Bislang hat man vor allem Verbundwerkstoffe mit Glasfasern für den Bau von Rotorblättern und den Maschinengondeln am Kopf der Anlagen eingesetzt", erläutert Prof. Dr.-Ing. Wilm F. Unckenbold, der am Campus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen über Faserverbund-Technologie lehrt. Seine Studierenden schult er in der Berechnung und Konstruktion, aber auch in der praktischen Bearbeitung von glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK). Doch das Hauptaugenmerk im ingenieurwissenschaftlichen Studiengang "Verbundwerkstoffe/Composites" gilt eigentlich Verbundwerkstoffen aus Carbonfasern (CFK). Gerade weil die Stader Studenten sich in beiden Bereichen gut auskennen, sind sie für die Windkraftbranche so wertvoll. 

 

Die Zukunft: 80 Meter lange Rotorblätter

Denn die Windkrafthersteller benötigen kompetentes Personal für die Realisierung einer kleinen Technikrevolution: Windräder mit bis zu 80 Meter langen Rotorblättern, also 160 Meter Rotordurchmesser, sollen in Offshore-Windparks zukünftig für maximale Energieausbeute bei minimalen Wartungskosten sorgen. Zum Vergleich: Heute haben Windkraftanlagen an Land meist Rotorblattlängen zwischen 25 und 50 Metern, in einzelnen Offshore-Anlagen kommen bereits Blätter mit einer Länge von 65 Metern zum Einsatz.

 

Bei der Konstruktion von immer längeren Rotorblättern ist vor allem die Festigkeit von zentraler Bedeutung. Schließlich müssen die Riesenblätter über einen Zeitraum von 20 Jahren den hohen Belastungen des Offshore-Betriebs standhalten können. Zur Steigerung der Belastungsfähigkeit werden deshalb beim Bau eines Rotorblatts die kostengünstigen Glasfasern zunehmend durch die leistungsfähigeren Kohlenstofffasern verstärkt. "Die Kombination der beiden Fasermaterialien führt zu komplexen technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, so dass Ingenieure mit faserverbundspezifischem Expertenwissen hier einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung leisten können“, erklärt Unckenbold. Vor diesem Hintergrund lernen die Studierenden am Campus Stade der PFH, wie eine möglichst stabile und effiziente Faserverbundstruktur auch die Rahmenbedingungen eines kostengetriebenen Marktes erfüllt. In der Werkstatt arbeiten sie mit unterschiedlichen Fasermaterialien und  Fertigungsprozessen. Und in dem prüftechnischen Labor der PFH untersuchen sie Faserverbundstrukturen hinsichtlich der statischen und dynamischen Eigenschaften.

 

Absolventen haben gute Karten

Bislang machen die meisten Bachelor- und Masterabsolventen des Composite-Studiums Karriere im Flugzeugbau, etwa beim Kooperationspartner Airbus, sowie im Automobil- oder Anlagenbau. Die Perspektiven für die jungen Ingenieure sind überall hervorragend. "Die Windkraftbranche war bislang eine von vielen Möglichkeiten für unsere Absolventen. Doch mit dem rasanten Wachstum der Windenergie steigen auch der Know-how-Bedarf und die Nachfrage nach unseren Absolventen stark an", prognostiziert Unckenbold und gibt Abiturienten eine klare Empfehlung mit auf den Weg: "Ein Ingenieurstudium im Bereich der Verbundwerkstoffe ist eine sehr attraktive Möglichkeit für junge Leute, die nachhaltige und umweltfreundliche Technologien entwickeln möchten – egal ob es dabei um Windkraftanlagen oder um leichte und kerosinsparende Flugzeuge geht."