24.06.2014
Pressemeldungen

Unternehmertum 2020 in Familienunternehmen - Rückblick auf das 1. Stader Campusmeeting der PFH

Göttingen/Stade, 24.06.2014. Rund 90 Unternehmer und Studierende kamen am 18. Juni 2014 zum "1. Stader Campusmeeting: Unternehmertum 2020" an der PFH zusammen. Hochkarätige Referenten aus familiengeführten mittelständischen Unternehmen boten Einblick in die Best Practices erfolgreicher Hidden Champions.


1. Stader Campusmeeting

Von links nach rechts: Prof. Dr. Frank Albe (Vizepräsident PFH), Rebecca Ney (Studierende Business Administration 4. Semester), Dipl. Ing. Dirk Lehmann (Geschäftsführender Gesellschafter Becker Marine Systems), Simone Helck (Studierende Business Administration 4. Semester), Markus Barner (Head of Lifeboat Division, Fr. Fassmer GmbH), Dr. Erich Bischoff (CFO Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft AG) und Victoria Klinger (Studierende Business Administration 4. Semester).

Was bedeutet Unternehmertum im 21. Jahrhundert? Wie wird Nachhaltigkeit in familiengeführten mittelständischen Unternehmen gelebt? Wie stellen sich die Unternehmen auf die Herausforderungen der Märkte ein? Das "1. Stader Campusmeeting" näherte sich diesen Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln mit Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion. Dr. Erich Bischoff, Vorstand und CFO der Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft AG, Markus Barner, Head of Lifeboat Division der Fr. Fassmer GmbH, sowie Dirk Lehmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Becker Marine Systems, stellten den Zuhörern ihre maritimen Unternehmen und deren Zukunftsstrategien vor. "Im Rahmen des von der PFH in der Hansestadt Stade etablierten Zentrumgedankens 'Entrepreneurial Technology' möchten wir Impulse unternehmerischen Handelns in die Region tragen. Aus dieser Motivation heraus entstand die Veranstaltung, die auch künftig als Plattform für einen spannenden Gedankenaustausch zwischen Wirtschaft und Hochschule dienen soll", so Prof. Dr. Frank Albe, Vizepräsident der PFH. Die Veranstaltung hatten Managementstudierende des vierten Semesters Business Administration konzipiert und organisiert. Eingeladen waren Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen und Kommunen sowie Studierende der PFH aus Göttingen und Stade. Die erlösten Teilnahmegebühren kamen vollständig der Hospizgruppe Stade e. V. zugute.

 

"In Generationen denken, nicht in Quartalen", so fasste Dr. Erich Bischoff, Vorstand und CFO der Traditionswerft Abeking & Rasmussen, das Erfolgsgeheimnis des familiengeführten mittelständischen Unternehmens zusammen. In seinem Vortrag über das Nachhaltigkeitsmanagement der Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft AG betonte Bischoff, dass Nachhaltigkeit vor allem bedeute, langfristig zu denken und nicht nur kurzfristig die Rendite im Blick zu haben. Dazu zähle auch die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter: "Qualität entsteht in den Köpfen der Mitarbeiter, sie sind unser wertvollstes Gut", so Bischoff. Das 1907 gegründete Unternehmen aus Lemwerder an der Weser investiert besonders intensiv in den Nachwuchs. So sind unter den 380 Mitarbeitern 45 Auszubildende. Besonderen Wert werde auf eine Innovationskultur gelegt, betonte Bischoff. "Wir können nur zukunftsfähig bleiben, wenn wir nahe an den Kundenwünschen sind. Denn wirtschaftliches Handeln funktioniert nur, wenn es Kunden für Produkte und Dienstleitungen gibt."

 

Für das internationale Schiffbauunternehmen Fr. Fassmer aus Berne im niedersächsischen Landkreis Wesermarsch sprach Markus Barner, Leiter der Lifeboat Division. Auch er betonte, dass das Leitbild des nachhaltigen Wirtschaftens schon lange ein Charakteristikum von Familienunternehmen und Mittelstand sei. "Familienunternehmen wie das unsrige tragen die persönliche Verantwortung für ihr Tun und stehen mit ihrem Kapital dafür ein. Das ist gelebte Nachhaltigkeit", sagte Barner. Das 1850 gegründete und bereits in fünfter Generation familiengeführte Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeiter und gehört bei der Konstruktion und Produktion von Rettungsbooten zu den weltweit führenden Anbietern.

 

Dipl. Ing. Dirk Lehmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Becker Marine Systems, hob die besondere Bedeutung von Innovationen bei der Konstruktion neuer Schiffe hervor. Die weltweit tätige Ingenieurgesellschaft mit Sitz in Hamburg ist auf die Entwicklung von Schiffbauteilen, insbesondere Hochleistungsruderanlagen, spezialisiert. "Der Markt dreht sich unglaublich schnell, deshalb ist es umso wichtiger, die Nase stets eng am Markt zu haben. Für mich bedeutet Unternehmertum, Kunden und Mitarbeitern durch unser Handeln zu beweisen, dass es uns auch noch in fünf Jahren gibt", so Lehmann. Das 1946 gegründete Unternehmen wuchs in den vergangenen zehn Jahren von 30 auf 210 Mitarbeiter an. "Wachstum ist wichtig, aber das wichtigste sind unsere Mitarbeiter", sagte Lehmann.

 

"Die heutigen Referenten haben eindrucksvoll vorgestellt, wie familiengeführte mittelständische Unternehmen erfolgreich und nachhaltig auf dem Weltmarkt agieren und damit für unsere Studierenden interessante und international ausgerichtete Arbeitgeber darstellen. Künftig möchten wir mit dieser Veranstaltungsreihe Themen fokussieren, die für mittelständische Unternehmen und Gründungswillige besonders zukunftsweisend sind", fasste Albe das 1. Stader Campusmeeting zusammen.