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24.07.2014
Pressemeldungen

Obst vor Pizza und Nudeln - PFH-Studierende analysieren Göttinger Schulessen

Göttingen, 24.07.2014. Zu zum Teil überraschenden Ergebnissen kommen Studierende der PFH Private Hochschule Göttingen in einer Befragung zum Mensaessen an den fünf Göttinger Gymnasien. In einem Online-Fragebogen hatten sie Schüler, Eltern und Lehrer zur Zufriedenheit mit den Schulmensen sowie zum Nutzungsverhalten und zu Essgewohnheiten befragt. Dabei fanden die Studenten zum Beispiel heraus, dass Obst die beliebteste Mensa-Speise der Schüler ist, knapp vor Pizza und Nudeln. Auch in anderen Fragen bewiesen die Göttinger Gymnasiasten, dass ihnen bewusste Ernährung durchaus wichtig ist.


Die Projektgruppe der Mensa-Befragung

Von links nach rechts: Prof. Dr. Hubert Schüle mit den Studierenden des Projektteams Franz Herrmann, Elsa-Luise Graf und Nico Meinken. Foto: PFH

Insgesamt haben in den vergangenen Wintermonaten fast 900 Personen an der Online-Befragung teilgenommen, die die drei Management-Studierenden Elsa-Luise Graf, Franz Herrmann und Nico Meinken im Rahmen eines Praxisprojektes der PFH durchgeführt haben. Den Abschlussbericht zur Umfrage haben die Studierenden und Projektleiter Prof. Dr. Hubert Schüle nun den Verantwortlichen bei der Stadt Göttingen und an den Schulen vorgestellt. In Göttingen liegen anders als in anderen Städten Produktion, Verteilung und Abrechnung komplett in der Hand der Stadtverwaltung. Auch die ehrenamtliche "Arbeitsgruppe der Mensa-Interessierten der Göttinger Gymnasien" befasst sich mit den Ergebnissen des PFH-Projektes. Sie hatte die Befragung initiiert.

 

Im Fragebogen konnten Schüler, Eltern und Lehrer unter anderem die Essensauswahl, die Qualität und die Räumlichkeiten der Mensen bewerten. Abgefragt wurde aber zum Beispiel auch, ob der Schulkiosk dem Mensaessen Konkurrenz mache, welche Speisen sich Schüler wünschen und wie Schüler und Eltern den Bestellmodus beurteilen. 

 

Die wichtigsten Ergebnisse

Im Ergebnis erachten die Befragten die Portionengröße für ausreichend und die Wartezeiten für unproblematisch. Auch mit dem Geschmack des Essens sind die Gymnasiasten zufrieden, sie gaben im Durchschnitt eine mittlere Bewertung ab. Ein gesundes Verhältnis haben Göttinger Schüler zum Fleischverzehr: Die Frage, ob es jeden Tag ein Fleischgericht in der Mensa geben sollte, verneinen sie mehrheitlich. Allerdings zeigt die Studie, dass eine insgesamt größere Auswahl an Speisen die Attraktivität der Mensen in den Augen der Schüler steigern kann. Unterschiedliche Ergebnisse erbrachte die Frage nach dem Ambiente der Mensen: In den Gymnasien mit bereits renovierten Räumlichkeiten zeigen sich die Befragten zufrieden, während in den anderen Schulen der Wunsch nach Verbesserungen von einer großen Mehrheit genannt wird. Ein angenehmes Ambiente spielt für die Befragten beim Essen offenbar eine wichtige Rolle. Darüber hinaus stellten die PFH-Studierenden fest, dass viele Schüler der Mittel- und Oberstufe (Klassen 8 bis 12) lieber den Schulkiosk als die Mensa besuchen. Für die meisten Unterstufenschüler (Klassen 5 bis 7) spielt der Kiosk hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

 

Interessante Resultate erbrachten die Fragen zum Bestellsystem. Derzeit erfolgt die Wahl des Essens eine Woche im Voraus. Für eine kurzfristige Wahl am gleichen Tag oder am Vortag spricht sich eine klare Mehrheit der Befragten aus. Ein System, das spontane Bestellungen am gleichen Tag zulässt, wäre für die Stadt Göttingen aber mit deutlich höheren Kosten verbunden. Die Frage, ob man für Spontanbestellungen einen Mehrpreis von beispielsweise 0,50 Euro pro Essen in Kauf nehmen würde, beantworten die Schüler neutral, die Eltern allerdings positiv.

 

Schüler möchten ausgewogen essen

Am Schluss der Befragung wollten die Studierenden noch die Lieblingsspeisen der Gymnasiasten erfahren. "Eigentlich hatten wir erwartet, dass sich die Essgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler nicht wirklich mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vereinbaren lassen", erklärt Nico Meinken. "Aber es zeichnet sich ein ganz anderes Bild: die höchste Zustimmung gibt es für Obst, dann folgen Pizza, Nudeln und Baguette vor den Süßspeisen. Und Salat auf Platz Sechs ist den Schülern wichtiger als Pommes. Wenn man die Befragung zu Grunde legt, haben die meisten Schüler sehr wohl ein grundlegendes Verständnis für ausgewogene Ernährung", so Meinken weiter. Zugleich wünschen sich aber Schüler ebenso wie Eltern und Lehrer, dass Vorteile eines gesunden Mittagessens in der Mensa, etwa im Vergleich zu Fast Food, noch stärker in der Schule thematisiert werden.

 

Alle Ergebnisse des Projekts, welche die Studierenden auch nach Schulen, Altersgruppen und weiteren Gesichtspunkten differenziert haben, möchte Anja Köchermann, Fachdienstleiterin für Küchenbetriebe der Stadt Göttingen, weiter diskutieren. "Die Projektarbeit der PFH gibt detaillierte Hinweise darauf, was gut ist und wo Verbesserungen möglich sind. Unter anderem in der Arbeitsgruppe der Mensa-Interessierten greifen wir die Studie deshalb gerne auf", so Köchermann.