19.08.2015
Pressemeldungen

Leichtathletik und Sportpsychologie: WM-Vorbereitung in Südkorea

Göttingen/Seogwipo, 19.08.2015. Der PFH-Professor Dr. Michael Gutmann betreut als Sportpsychologe die deutschen Leichtathleten bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Peking. Zurzeit bereitet sich das Team in Südkorea auf die Wettkämpfe vor.


Heike Kugler und Michael Gutmann

Sportpsychologische Betreuung in China: Prof. Dr. Heike Kugler und der PFH-Professor Dr. Michael Gutmann. Foto: privat

Am 22. August beginnt die 15. Leichtathletik-Weltmeisterschaft. Zwei Flugstunden von Peking entfernt haben die deutschen Sportler auf der südkoreanischen Insel Jeju ihr Vorbereitungstrainingslager aufgeschlagen. Etwa sieben Tage benötigt man, um sich auf Zeitumstellung und Klima umzustellen. In dieser Phase nutzen die WM-Teilnehmer die Sportanlagen der Stadt Seogwipo und wohnen mit ihrem Betreuerstab mit Blick auf das ostchinesische Meer. Wie bereits 2011, als das DLV-Team sich an gleicher Stelle auf die WM in Daegu vorbereitete, setzen die südkoreanischen Gastgeber alles in Bewegung, um angenehme und optimale Bedingungen zu schaffen. 

 

Damals wie heute dabei ist Dr. Michael Gutmann, der seit Mitte Juni an der PFH Private Hochschule Göttingen die Professur für Gesundheits- und Sportpsychologie bekleidet. Als leitender DLV-Psychologe bildet er zusammen mit seiner Kollegin Prof. Dr. Heike Kugler den sportpsychologischen Teil des Betreuerteams für die 66 Leichtathleten.

 

"Wir Sportpsychologen sind neben Physiotherapeuten und Medizinern Teil des Kompetenzteams, das für eine optimale Wettkampfvorbereitung sorgen soll. Die sportpsychologische Unterstützung ist dabei ein Angebot, das die Athleten und Trainer individuell in Anspruch nehmen können",  berichtet Gutmann. Grundprinzip der Psychologen in dieser Phase ist die zurückhaltende Präsenz, um dann da zu sein, wenn Unterstützung benötigt wird, zum Beispiel wenn die Athleten alte oder neue Verletzungen bewältigen müssen, wenn äußere Bedingungen oder die Infrastruktur nicht so sind wie erwartet oder wenn Unsicherheiten und Nervosität auftreten. Bei den olympischen Spielen in London war beispielsweise eine immens große, laute und unüberschaubare Mensa für manche Athleten eine ungeplante Belastung.

 

"Das klingt vielleicht, als wären die Sportler alle kleine Sensibelchen. Letztlich geht es aber darum, dass sie mithilfe der optimalen Betreuung auch das letzte Prozent ihrer Leistung abrufen können. Und das kann bei den Medaillenentscheidungen ausschlaggebend sein", ordnet der Sportpsychologe seine Tätigkeit ein. 

 

Ab dem 19. August reisen die DLV-Athleten jeweils drei Tage vor ihrem Wettkampfstart weiter nach Peking. Dort wird ein großes Konferenzhotel in der Nähe des Nationalstadions, das auch als "Vogelnest" bekannt ist, der Standort für das DLV-Team sein.