01.09.2016
Pressemeldungen

Speech & Talk an der PFH Göttingen: Digitalisierung in Bildungsprozessen - Auswirkungen auf den Mittelstand

Göttingen, 01.09.2016. Am Mittwoch, dem 31. August, fand am Campus der PFH Private Hochschule Göttingen die Veranstaltung "Speech & Talk" zum Thema "Digitalisierung in Bildungsprozessen" statt. In Vorträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion kamen der "War-for-Talents", die Digitalisierung der Bildung und deren Auswirkungen insbesondere auf mittelständische Unternehmen zur Sprache.


Speech & Talk: Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke

Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke, Geschäftsführender Gesellschafter der Trägergesellschaft der PFH. Foto: Christoph Mischke

Speech & Talk: Podiumsdiskussion

Lebhafte Diskussion (v.l.n.r.): Werner Mainka (Innos Sperlich GmbH), MdL Nikola Beer (FDP), Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke (PFH) und Moderator Dennie Klose. Foto: Christoph Mischke

Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke, Geschäftsführender Gesellschafter der Trägergesellschaft der PFH, stellte zum Auftakt die Ergebnisse der neu erschienen Studie "Digitalisierung in Bildungsprozessen. Eine Studie im deutschen Mittelstand" vor, die er gemeinsam mit Joachim Algermissen und Stefan Brinkhoff verfasst hat. Wichtigste Befunde: Insgesamt gibt jedes zweite Unternehmen Probleme bei der Rekrutierung von Mitarbeitern an, insbesondere im Bereich der Fachkräfte. Den War-for-Talents nehmen überraschenderweise aber erst 38 Prozent von ihnen wahr. Hier zu sensibilisieren und Lösungsansätze zu schaffen, bezeichnete Sierke als zentrale Herausforderung für KMU und Bildungseinrichtungen gleichermaßen.

 

 

Berufe, die es noch nicht gibt

Anschließend erläuterte MdL Nicola Beer, Generalsekretärin der Bundes-FDP und Staatsministerin a. D., in ihrem Vortrag, "Bildung 4.0", welche Chancen sie für den Mittelstand durch Digitalisierung und Praxisbezug sieht. "Noch stark ausbaufähig", sei die Lage in Sachen Digitalisierung bei den Mittelständlern. Beer appellierte daran, Digitalisierung als Chance für die eigene Entwicklung zu erkennen, anstatt die kommenden Veränderungen verängstigt auf sich zukommen zu lassen.

 

"60 Prozent der gegenwärtigen ABC-Schützen werden später in Berufen arbeiten, die es jetzt noch gar nicht gibt. Und sie werden in ihrem Erwerbsleben dann vier, fünf oder noch mehr verschiedenen Tätigkeiten nachgehen", prognostizierte die 45-Jährige. Aber die Ausgangslage, um sich darauf vorzubereiten, sei aktuell so gut wie noch nie, meint Beer. Als Politikerin werde sie sich mit ihrer Partei dafür einsetzen, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

 

Herausforderungen gemeinsam lösen

Es folgte die abschließende Podiumsdiskussion, in der Moderator Dennie Klose gemeinsam mit den beiden Referierenden sowie Werner Mainka, Geschäftsführender Gesellschafter der Innos Sperlich GmbH, die Thematik ausführlich vertiefte. "Die von Professor Sierke geschilderte Situation kennen wir genau", berichtete er aus der eigenen Unternehmenspraxis. "Von uns ausgebildete Kaufleute gehen an Hochschulen zum Studieren, obwohl wir sie gerne gehalten hätten. Hierfür ein passendes Angebot zu haben, hilft uns sehr bei der Rekrutierung und Mitarbeiterbindung."

 

Viele weitere Fragen der Diskussion drehten sich um die Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung, die Veränderung der Erwerbsbiografien durch die Digitalisierung, und welche Rolle dabei den verschiedenen Beteiligten Unternehmen, Bildungsträger, Politikern, aber auch jedem Einzelnen zukommt. "Eigenverantwortlich die Möglichkeiten eruieren und pragmatisch neue Lösungen schaffen", gab Gastgeber Sierke abschließend den Besuchern mit auf den Weg.