Interview Xenia Seidel

Vom Konzernsessel in die operative Hotelverantwortung

Xenia Seidel im Interview mit Professor Riekhof

Xenia Seidel blickt bereits auf eine langjährige Laufbahn bei der IHG InterContinental Hotels Group zurück, die sie im Rahmen ihres Vortrages am Göttinger Alumnitag präsentieren wird. Die Diplom-Kauffrau und PFH-Absolventin des 2006 verantwortet heute als Direktorin die Bereiche Sales & Marketing im InterContinental Budapest und kennt den Spagat zwischen Strategieentwicklung in der Zentrale und operativer Umsetzung vor Ort.

 

Welchen aktuellen Herausforderungen sie im täglichen Business gegenüber steht und worauf sie bei der Personalauswahl besonderen Wert legt, verrät sie bereits im Interview mit Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof.

Welches ist die wichtigste Botschaft, die Sie aus Ihrem Studium an der PFH mitgenommen haben und die sich für Ihre Managementaufgaben als wichtig erwiesen hat?

Seidel: Im Rahmen meines Studiums habe ich gelernt, wie wichtig es ist, seinen Standpunkt gut und auf Fakten basierend vertreten zu können. Dies hilft mir in meinem beruflichen Alltag, wenn es darum geht, andere für meine Ideen zu gewinnen und zu begeistern. Und immer neue Dinge zu probieren: ”What got us here today won’t get us there tomorrow”. Innovation und Veränderung sind wesentlich, um weiter zu kommen.

 

Welches sind für Sie persönlich die Key Learnings aus Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn?

Seidel: „Never assume“ ist eine der wichtigsten Learnings in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn. Assuming heißt, nicht zu wissen und sich auf evtl. nicht bestehende Tatbestände zu verlassen – das kann zu keinem guten Ergebnis führen.

 

Welches sind die größten Herausforderungen, die Ihre derzeitige Position / Aufgabe mit sich bringt?

Seidel: Gute, engagierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und für ihren Job zu begeistern. Das ist in unserer Branche und besonders im Bereich Sales zur Zeit eine große Herausforderung.

 

Welches sind Ihre Prinzipien bei der Auswahl von Mitarbeitern, die direkt an Sie berichten? Worauf legen Sie – natürlich neben der fachlichen Qualifikation - besonderen Wert?

Seidel: Bei der Mitarbeiterauswahl kommt es mir vor allem darauf an, dass der/die Kandidat/in die richtige Einstellung hat. Dies ist wesentlicher als bestehendes Fachwissen - was ja erlernt werden kann. Eine Einstellung ändern zu müssen, ist wesentlich anstrengender und meist nicht machbar.

 

Wie denken Sie über das Thema Work-Life-Balance? Haben Sie da für sich Prinzipien formuliert?

Seidel: Das wird immer wichtiger und sollte unbedingt beachtet werden. Ich selbst arbeite gerne und viel und muss mich manchmal selbst dazu zwingen, Dinge auf morgen zu verschieben, um auch meinem Team zu zeigen, dass sie nicht rund um die Uhr arbeiten sollten. Ausgleich ist wichtig. Auch berufliches Gesundheitswesen ist ein Thema, das immer mehr Einzug in Konzerne und Unternehmen hält.