Interview mit Dozentin Marie Meyer

Fragen und Antworten zur Klinischen Psychologie

Psychologiedozentin Marie Lisa Meyer.

„Jedes menschliche Zusammentreffen und jede Interaktion ist Psychologie"

Marie Meyer lehrt Klinische Psychologie als Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der PFH. Mit Antworten auf diese Fragen gibt sie Einblicke, was Sie an der Psychologie fasziniert. Auch die Alleinstellungsmerkmale des Psychologiestudiums an der PFH fasst sie zusammen.

Was hat Dich dazu bewogen, ein Psychologiestudium zu beginnen?

Am Psychologiestudium hat mich besonders die Vielseitigkeit gereizt, also die Möglichkeit viele spannende Bereiche, wie biologische, medizinische sowie pädagogische Elemente, zu verbinden, die mich alle interessieren.

Welche Tipps kannst Du unseren Psychologie-Studierenden mit auf den Weg geben?

Auch wenn man manches Mal vom Stress der Klausurenphase eingeholt wird, sollte man sich darauf besinnen, dass die Studienzeit eine ganz besondere Zeit im Leben ist, in der man sehr viel über sich erfahren kann und die Möglichkeit hat viele bemerkenswerte Menschen kennenzulernen.


Tipp für die Erstsemester: Nicht grämen, wenn die ersten Klausuren anders ausfallen als man es sich erhofft hat – auch studieren muss man erst lernen und die Routine kommt von ganz allein.

Was gefällt Dir an Deiner Mitarbeit an der PFH?

Es ist eine familiäre Atmosphäre und vor allem ein enger und offener Austausch zwischen Dozierenden und Studierenden. Außerdem gibt es verschiedene und vielfältige Arbeitsbereiche und Projekte. So kann ich viele meiner Stärken einbringen. Und natürlich last but not least: Mein tolles Team!

Was fasziniert Dich an der Psychologie?

Mich fasziniert vor allem das komplexe Zusammenspiel von ganz unterschiedlichen Faktoren, die bei der Entstehung von psychischen Krankheiten eine Rolle spielen. Genauer gesagt: Was führt dazu, dass einige Menschen erkranken, andere aber gesund bleiben?
Auch unabhängig von der Klinischen Psychologie (also klinischen Störungsbildern) faszinieren mich die allgemeinen Beweggründe von Menschen: Warum nehmen Menschen Dinge wahr, wie sie sie wahrnehmen, warum verhalten sich Menschen, wie sie sich verhalten?
Kurz gesagt: Jedes menschliche Zusammentreffen und jede Interaktion ist Psychologie – oder um es wie Watzlawik zu sagen: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Du forscht ebenfalls an der PFH. Kannst Du hier mehr darüber erzählen, worum es in Deinen Forschungen geht und was Du daran am spannendsten findest?

Ich forsche an verschiedenen Projekten im Bereich der Psychotherapieforschung. Zum Beispiel Studien zu Corona und psychischem Wohlbefinden: Während der Pandemie haben wir unterschiedliche Studien durchgeführt, um zu beobachten, ob – und wenn ja – wie sich die psychische Gesundheit der Menschen verändert hat. Zudem haben wir in der Klinischen Psychologie aktuell ein laufendes Projekt, bei dem der Umgang mit negativen Gedanken erforscht wird, das heißt mit Gedanken, die uns nicht guttun.

An der Psychotherapieforschung begeistert mich vor allem, dass es möglich ist, neue Grundlagen zu entwickeln, die den Arbeitsalltag von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erleichtern können, und diese zu prüfen.
Man ist nah am Zahn der Zeit, es werden neue Interventionen entwickelt und evaluiert, um somit zu schauen, ob sich die Theorie auch in die Praxis umsetzen lässt.
Die Zusammenarbeit mit internationalen Forscherinnen und Forschern ist für mich einer der spannendsten Aspekte an der Forschungsarbeit. Somit lernt man viele unterschiedliche Perspektiven für ein und dieselbe Fragestellung kennen. Es werden so häufig ganz neue Sichtweisen möglich und es gelingt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.