Forschungsschwerpunkt im Department Psychologie

App-Entwicklung & -evaluation

PFH Göttingen

Mental Health App: Eine App mit integrierter Diagnostik, Psychoedukation und Intervention

Dieses App-Projekt integriert bereits vorhandene Strukturen u.a. aus der RefuApp und symptomorientierten Psychoedukations-App Quarantastic um ein Gesamtsystem aus Diagnose, Psychoedukation und Intervention für Betroffene eines weiten Spektrums psychischer Störungen zu schaffen. Die App soll dabei unterstützen, individuellen Behandlungsbedarf zu erkennen, über professionell erstellte Diagnosen Aufklärung zu erhalten und sowohl beim Warten auf einen Therapieplatz als auch in und nach der Therapie mit evidenzbasierten Interventionen und Symptom-monitoring unterstützen. 


Ansprechpartner 

Prof. Dr. Youssef Shiban

 

Beteiligte 

M. Sc. Psych. Julia Ohse 

Dipl. Bio. Jan Raacke  

  

Externe Kollaborationen 

Universität Regensburg

Refu-App: App zur gesundheitlichen Einschätzung und Weiterleitung von Flüchtlingen mit psychischen Beschwerden

Im Rahmen des Refu-App-Projekts wird ein adaptives System entwickelt, mit dessen Hilfe der Gesundheitszustand von geflüchteten Personen über Fragebögen festgestellt und analysiert werden kann. Im Bedarfsfall soll auf diese Weise zukünftig eine schnelle und effiziente Zuordnung von Hilfemaßnahmen ermöglicht werden. 


Ansprechpartner 

Prof. Dr. Youssef Shiban

 

Beteiligte: 

M. Sc. Psych. Julia Ohse 

M. Sc. Psych. Nicolina Perić 

Dipl. Bio. Jan Raacke  

 

Externe Kollaborationen 

Universität Regensburg

KI zur Depressionserkennung

Viele Menschen, die von einer depressiven Episode betroffen sind, sind undiagnostiziert. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von den langen Wartelisten auf Psychotherapie bis hin zu den Symptomen der depressiven Episode selbst (Antriebs- und Hoffnungslosigkeit). Neue Technologien könnten hier Abhilfe schaffen, indem sie Diagnostik zugänglicher machen.

Das KI-D-Projekt zielt darauf ab, die Präzision Künstlicher Intelligenz (KI) zu testen, um depressive Symptome zu erkennen. Hierfür werden teilstrukturierte klinische Interviews mit Personen über 18 Jahren geführt. Die Interviews werden anonym über ein Online-Portal geführt.

Die Daten werden durch unsere Kooperationspartner an der Hochschule Reutlingen transkribiert und KI-Anwendungen (z.B. Deep Learning und Large Language Models) vorgelegt, die dann bestimmen sollen, ob die Personen depressive Symptome zeigen. Das Ziel ist es, die Spezifität und Sensitivität der KI-Anwendungen bei der Erkennung von depressiver Symptomatik zu testen und zu verbessern.

Zu diesem Zweck werden Personen ü. 18 Jahren gesucht, welche sich für ein Interview über depressive Symptomatik zur Verfügung stellen. Interessierte können hier ihre E-Mail-Adresse hinterlassen: https://umfragen.pfh.de/index.php/634674?lang=de


Ansprechpartner 

Prof. Dr. Youssef Shiban

 

Beteiligte: 

M. Sc. Psych. Julia Ohse 

 

Externe Kollaborationen 

Hochschule Reutlingen

Dep-Track-App

Kern des Dep-Track-App-Projekts ist die Entwicklung einer App, die es Patient*innen mit einer Depression ermöglicht digital und im Alltag integriert Tagebuch über verschiedene relevante Stimmungszustände und Aktivitäten zu führen. Das langfristige Ziel ist es, diese App therapiebegleitend einsetzen zu können. Die auf diese Weise regelmäßig und strukturiert gesammelten Informationen können Aufschluss über mögliche Ansatzpunkte für psychotherapeutische Interventionen geben. 


Ansprechpartner 

Prof. Dr. Youssef Shiban

 

Beteiligte 

M. Sc. Psych. Thomas Borchert 

M. Sc. Psych. Nicolina Perić 

Dipl. Bio. Jan Raacke

Das Projekt NEOUp

E-health-gestützte längsschnittliche Erfassung von psychischen und somatischen Auffälligkeiten, Risiko- und Resilienzfaktoren von Frühgeborenen und individualisierte, interdisziplinäre und multimodale stepped-Care-Versorgung  

Frühgeburtlichkeit mit einer Prävalenz von 8-10% aller Neugeborenen ist weltweit die wichtigste einzelne Ursache für eine Lebenszeit mit somatischen und psychischen Problemen. Somatische und psychische Auffälligkeiten zeigen dabei eine starke wechselseitige Assoziation, werden aber bis heute nicht standardisiert interdisziplinär erfasst und behandelt. Im geplanten Projekt sollen somatische, kognitive, emotionale, psychopathologische Auffälligkeiten und Umweltfaktoren über standardisierte Testungen und Apps im Längsschnitt bei betroffenen Kindern und deren Eltern erfasst werden. Die Diagnostik wird individualisiert und adaptiv gestaltet und bei Bedarf intensiviert, damit die Familien compliant sind, erreicht werden können und die Erfassung unter möglichst geringem Aufwand niederschwellig erfolgen kann.  Zudem werden die Teilnehmer*innen individualisiert in einem stepped care-Ansatz präventiven Behandlungsansätzen zugeführt und es findet eine Vernetzung von Expert*innen unterschiedlicher Fachdisziplinen statt. Hierbei reichen die präventiven Maßnahmen je nach individuellem Bedarf von Beratungsangeboten bis hin zu intensiver Therapie (Somatik und Psyche).  Um den Zugang niederschwellig zu gestalten, finden alle Beratungen und Besprechungen soweit möglich telegestützt statt, werden aber bei Bedarf durch Maßnahmen vor Ort ergänzt. Ziel ist, eine bestmögliche bedarfsgerechte Versorgung der Kinder und deren Familien. 

 

Ansprechpartnerin 

Prof. Dr. Annette Conzelmann


Beteiligte 

Prof. Dr. Youssef Shiban 

 

Externe Kollaborationen 

Universitätsklinikum Tübingen (Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Neonatologie, Neuropädiatrie) 

Internet-gestützte Psychotherapie von Kindern

In mehreren Projekten werden Kinder mit Zwangsstörungen mittels Telekonferenzen und Sensor-gestützten Verfahren zur Indikation von Blickverhalten und Stress psychotherapeutisch behandelt und der Ansatz wird evaluiert. Der Vorteil der telegestützten Behandlung liegt darin, dass Therapiemaßnahmen direkt da, wo Probleme auftreten, behandelt werden können. Die Familien haben zudem keine Anfahrtswege und können ort-unabhängig eine Behandlung von Expert*innen auf dem Gebiet erhalten. Über die Sensoren können wir zudem emotionale Zustände bei den Patienten besser detektieren und auch erfassen, ob diese bei Expositionen vermeiden, zum Beispiel wegschauen. Zudem untersuchen wir, auch störungsübergreifend, wie Patient*innen und Behandelnde digital-gestützte Therapiemethoden empfinden, wie diese wirken und wie man diese verbessern und gestalten kann.

 

Ansprechpartnerin 

Prof. Dr. Annette Conzelmann

 

Beteiligte 

M. Sc. Psych. Nicolina Perić 

  

Externe Kollaborationen 

Universität und Universitätsklinikum Tübingen und weitere nationale und internationale Partner

DigiPur: Digital-gestützte Reintegration von Kindern nach psychiatrischem Aufenthalt

Um die langfristige psychische und somatische Gesundheit von Kindern und deren Familien samt involvierten Lehrern nach psychiatrischem Aufenthalt der Kinder sicherzustellen, werden dringend multimodale, individualisierte Weiterbetreuungskonzepte benötigt, um ein Leben in Gesundheit sicherstellen zu können. Über Apps erfassten wir in Triaden (betroffene Kinder, Eltern, Lehrer) den Krankheitsverlauf vor, während und nach psychiatrischem Aufenthalt der Kinder, sowie Mechanismen, die hierbei eine Rolle spielen. Zudem erheben wir psychometrische Testergebnisse, nutzen Fragebögen und diagnostische Interviews. Zudem bieten wir tele-gestützte Interventionen durch therapeutische Expert*innen bei Bedarf nach dem Klinikaufenthalt an. 

 

Ansprechpartnerin 

Prof. Dr. Annette Conzelmann

 

Beteiligte 

M. Sc. Psych. Nicolina Perić

 

Externe Kollaborationen 

Universitätsklinikum Tübingen (Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- Und Jugendalter), Universität Tübingen (Schulpsychologie, Methodenzentrum).

GlycoRec: Interaktive Hilfe für Diabetiker

Ziel des vom BMBF geförderten Verbundprojekts GlycoRec war es, ein tele-medizinisches System zu entwickeln, welches eine erweiterbare, integrierte Infrastruktur aus Sensorik, Modellierung und Patienteninteraktion zur Verfügung stellt, die es erlaubt, Diabetespatient*innen individuell im Alltag zu unterstützen. Durch kontinuierliche Sammlung, Speicherung, Aufbereitung und Analyse physiologischer Daten und Umgebungsdaten werden individuelle Benutzermodelle und Kontextmodelle generiert, die es erlauben, sehr viel genauere Prognosen und individuelle Empfehlungen für die Patientin bzw. den Patienten zu entwickeln. GlycoRec stellt eine erweiterbare, integrierte Infrastruktur aus Sensorik, Modellierung und Patient*inneninteraktion zur Verfügung.

Zur Projektseite GlycoRec

 

Ansprechpartner 

Prof. Dr. Stephan Weibelzahl

 

Externe Kollaborationen 

Deutsches Diabetes Zentrum 

Emperra GmbH 

L3S Research Center Hannover 

Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Ausgewählte Publikationen: App-Entwicklung und -evaluation

Allgaier, K., Schmid, S., Hollmann, K., Reusch, P.A., Conzelmann, A., & Renner, T.J. (2020). Times are changing: digitalization in child and adolescent psychotherapy. European Child and Adolescent Psychiatry, 30(11), 1667-1670. doi: 10.1007/s00787-020-01610-8.  

Conzelmann, A., Hollmann, K., Haigis, A., Lautenbacher, H., Bizu, V., App, R., Nickola, M., Wewetzer, G., Wewetzer, C., Ivarsson, T., Skokauskas, N., Wolters, L.H., Skarphedinsson, G., Weidle, B., de Haan, E., Torp, N.C., Compton, S.N., Calvo, R., Lera-Miguel, S., Alt, A., Hohnecker, C.S., Allgaier, K., & Renner, T.J. (2022). Internet-based psychotherapy in children with obsessive-compulsive disorder (OCD): Protocol of a randomised controlled trial. TRIALS (23), 164.  

Dechant, M., Birk, M., Shiban, Y., Schnell, K., & Mandryk, R. (2021). How Avatar Customization Affects Fear in a Game-based Digital Exposure Task for Social Anxiety. Proc. ACM Hum.-Comput. Interact., 5, 1-27.  

Finkbeiner, M., Renner, T.J., Conzelmann, A., Dürrwächter, U., Kühnhausen, J., Schmid, J., Keleva, A., & Gawrilow, C (2022). E-Mental-Health aftercare for children and adolescents after inpatient psychiatric hospitalization: Study protocol of the randomized controlled DigiPuR-trial. Trials, 23, 713.  

Hollmann, K., Allgaier, K., Hohnecker, C.S.,Lautenbacher, H., Bizu, V., Nickola, M., Wewetzer, G., Wewetzer, C., Ivarsson, T., Skokauskas, N., Wolters, L.H., Skarphedinsson, G., Weidle, B., de Haan, E., Torp, N.C., Compton, S.N., Calvo, R., Lera-Miguel, S., Haigis, A, Renner, T.J. & Conzelmann, A. (2021). Internet-based cognitive behavioral therapy in children and adolescents with obsessive compulsive disorder: a feasibility study. Journal of Neural Transmission, 128, 1445–1459.    

Hollmann, K, Hohnecker, C.S., Alt, A.K., Kühnhausen, J., Haigis, A., Lautenbacher, H., Wörz, U.,  App, Renner, T.J., &  Conzelmann, A. (2022). Internet-based Cognitive Behavioral Therapy in children and adolescents with obsessive compulsive disorder: a randomized controlled trail. Frontiers in Psychiatry. Sec. Anxiety and Stress Disorders, 13.  

Mühlberger, A., Jekel, K., Probst, T., Schecklmann, M., Conzelmann, A., Andreatta, M., Rizzo, A.A., Pauli, P., Romanos, M. (2020) The Influence of Methylphenidate on Hyperactivity and Attention Deficits in ADHD: A Virtual Classroom Test. Journal of Attention Disorders, 24, 277-289. IF 3.779 

Shiban, Y., Schelhorn, I., Jobst, V., Hörnlein, A., Puppe, F., Pauli, P., & Mühlberger, A. (2015). The appearance effect: Influences of virtual agent features on performance and motivation. Computers in Human Behavior, 49 (Supplement C), 5-11. doi: 10.1016/j.chb.2015.01.077 

Weibelzahl, S., Heckmann, D., Herder, E., Müssig, K. & Schildt, J. (2015). Adaptive Recommendations for Patients with Diabetes. In: A. Cristea, J. Masthoff, A. Said & N. Tintarev. Extended Proceedings of the 23rd Conference on User Modeling, Adaptation, and Personalization (UMAP 2015), Dublin, Ireland, June 29 - July 3, 2015. 

Weibelzahl, S., Herder, E., Rokicki, M., Heckmann, D., Müssig, K. & Schildt, J., (2015). Personalized Advice and Feedback for Diabetes Patients. In: Weisbecker, A., Burmester, M. & Schmidt, A. (Eds.), Mensch und Computer 2015 – Workshopband. Berlin: De Gruyter Oldenbourg. (pp. 305-312).