Stressfrei hinterm Steuer - Psychologie-Projekt der PFH
Campusstudium

Stressfrei hinterm Steuer - Psychologie-Projekt der PFH

21 Psychologiestudierende der PFH arbeiten derzeit aktiv gegen den Stress. Doch damit ist keineswegs der eigene Lernstress gemeint: Ihr Projekt richtet sich vielmehr an Busfahrer und Verwaltungsmitarbeiter der regionalen Verkehrsbetriebe, die im Berufsalltag häufig belastenden Situationen ausgesetzt sind.

Projekt "stress_aktiv" 2019

Aktiv gegen den Stress: Studierende und Verantwortliche im PFH-Projekt "stress_aktiv".

Unter dem Titel "stress_aktiv" bieten die Studierenden ein Anti-Stress-Training an, das sich über acht Abende erstreckt. Seit Ende Oktober und noch bis Mitte Dezember besucht ein fester Teilnehmerkreis aus Busfahrern und Verwaltungsmitarbeitern der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) und des Verkehrsverbunds Süd-Niedersachsen (VSN) die wöchentlichen Workshop-Einheiten. Für die PFH ist es bereits der zweite Durchlauf des Projektes. Im Herbst 2017 fanden bereits einmal entsprechende Kurse statt, nun haben die Verantwortlichen und Studierenden das Programm überarbeitet und erweitert.

 

"Im Sommersemester haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie wir das Programm strukturieren möchten, welche Inhalte wichtig sind und wie wir am besten mit den Teilnehmern ins Gespräch kommen", erklärt Psychologiestudentin Hannah Borcherding (22). Das Projekt ist praktischer Bestandteil im Studienschwerpunkt Gesundheitspsychologie, den sie an der PFH gewählt hat.

 

 

Individuelle Strategien entwickeln

Der Gesundheits- und Sportpsychologe Prof. Dr. Michael Gutmann sowie die Diplom-Psychologin Karen Märtens haben die Studierenden während der Vorbereitung angeleitet, begleiten alle Kurstermine und evaluieren das Programm wissenschaftlich. "In der Neuauflage haben wir die Veranstaltungen noch spezifischer auf die individuellen Belastungssituationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgerichtet. Sie lernen unterschiedliche Ansätze und Techniken zur Stressbewältigung kennen, die dabei helfen können, entspannter zu bleiben, wenn sie hinter dem Bussteuer, in anderen beruflichen Situationen oder im Privatleben mit Stress konfrontiert sind", so Märtens. Deshalb setzen die Studierenden vor allem auf Kleingruppenarbeit und bieten viel Raum für Gespräche. Dazu gibt es an jedem Abend einen kurzen theoretischen Input und jeder Teilnehmer führt ein Stresstagebuch.

 

 

Austausch ohne Berührungsängste

Immer zwei bis vier Studierende haben ein Kursmodul vorbereitet, präsentieren ihren Part an dem betreffenden Abend und leiten dann die Gespräche in den Gruppen an. "Am Anfang hatte ich Bedenken, dass die Teilnehmer uns junge Studenten vielleicht nicht ernst nehmen. Aber nach dem ersten Abend waren diese Befürchtungen wie weggewischt. Im Gegenteil: Es ist sofort ein intensiver Austausch entstanden", erzählt Borcherding, die das Projekt auch für sich persönlich als bereichernd empfindet.

 

Das Feedback aus dem Teilnehmerkreis ist nach der Hälfte des Kurses ebenfalls sehr gut. "Alle sind hoch motiviert bei der Sache und viele sagen uns schon jetzt, dass das Angebot ihnen hilft", berichtet Projektleiter Gutmann. Vor diesem Hintergrund möchte das Psychologie-Department der PFH sein Anti-Stress-Training in den kommenden Jahren wieder anbieten und dabei auch weitere Zielgruppen in den Blick nehmen.