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Forschung

Die Therapie von Angststörungen verstehen und verbessern

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen. Deshalb sind Methoden zur Behandlung von Angst wichtiges Handwerkszeug für Psychologen und Psychotherapeuten. Dr. Youssef Shiban, Professor für Klinische Psychologie an der PFH Private Hochschule Göttingen, hat ihre Funktionsweise und Wirkung untersucht und erhielt dafür nun die Habilitation.

Angstforschung unter Einsatz von virtueller Realität: Prof. Dr. Youssef Shiban.

Seine Habilitationsschrift an der Universität Regensburg trägt den Titel "Mechanismen der Angst" und fasst unter anderem acht empirische Studien sowie zwei methodische Übersichtsarbeiten zusammen. Die empirischen Studien hat er selbst geleitet: Mehrere hundert Studierende und Angstpatienten nahmen als Testpersonen über vier Jahre hinweg daran teil. Shibans Fokus galt der Expositionstherapie, bei der Patienten mit angstauslösenden Objekten oder Situationen konfrontiert werden.

 

 

Wie funktioniert die Expositionstherapie?

"Die Expositions- oder auch Konfrontationstherapie ist die mit Abstand effektivste Behandlungsmethode bei Angststörungen. Dennoch wissen wir nicht genau, wie sie funktioniert. Es ist beispielsweise kaum erforscht, warum sie bei manchen Menschen Wirkung zeigt und bei anderen nicht. Um die Expositionstherapie weiter zu verbessern, müssen wir sie zuerst besser verstehen", so Shiban. Vor diesem Hintergrund hat der 39-Jährige die Mechanismen der Therapie untersucht.

 

Auch virtuelle Realität (VR) kam dabei als mögliche Behandlungsmodalität zum Einsatz. So begegneten einige Versuchsteilnehmer einer realen Spinne und andere wurden per VR-Brille mit einer virtuellen Spinne konfrontiert. Inwiefern sie dabei Angst empfanden und wann die Angst wich, wurde anhand psychophysiologischer Parameter wie der Herzfrequenz und der Schweißbildung gemessen. "Wir haben herausgefunden, dass virtuelle Realität helfen kann, die Wahrnehmung eines Angstpatienten positiv zu verändern", erläutert Shiban. "Doch noch wichtiger war es, empirische Belege für die Wirkungsweise der Expositionstherapie zu sammeln. Für ein Resümee ist es allerdings zu früh – weitere Forschungsarbeit ist nötig, um das Bild zu vervollständigen. An der PFH werde ich das Thema nun weiter verfolgen, die Rahmenbedingungen dafür sind bereits geschaffen", so der Professor.

 

Hochschulpräsident Prof. Dr. Frank Albe gratulierte Shiban zur erfolgreichen Habilitation und betonte: "Wir sind froh, im noch jungen PFH-Department der Psychologie bereits starke Forschungsprojekte vorweisen zu können. Und es ist uns ein Anliegen, dass auch die wissenschaftliche Betrachtung der Angststörungen hier Fortsetzung findet. Dies fördern wir nach Kräften."

 

 

Zur Person

Youssef Shiban ist seit März 2018 Professor für Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Therapieforschung an der PFH Private Hochschule Göttingen. Neben der Erforschung von Angststörungen sind die Behandlung von Traumafolgestörungen bei Geflüchteten sowie die Psychoedukation von Geflüchteten seine aktuellen Schwerpunkte. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte Shiban von Israel nach Deutschland. Er hat von 1998 bis 2003 an der Hebrew University in Jerusalem sowie von 2005 bis 2008 an der Universität Erlangen Psychologie studiert. Für das Promotionsstudium wechselte er an die Universität Würzburg und schloss dieses 2013 mit dem Doktortitel ab. Von 2015 bis 2018 befand Shiban sich im Habilitationsverfahren an der Universität Regensburg.

 

 

Psychologiestudium an der PFH

Die PFH bietet vier Campus- und fünf Fernstudiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen für Psychologie beziehungsweise Wirtschaftspsychologie an. Seit 2017 steht Masterabsolventen der PFH die Folgeausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten in Niedersachsen offen, sofern sie den Studienschwerpunkt Klinische Psychologie im Campusstudium erfolgreich abgeschlossen haben.

 

Weitere Informationen zu den Studienprogrammen finden Sie hier.