News und Aktuelles an der PFH Göttingen
28.02.2018
Hochschule

Integration und Europa: Christian Wulff beim Business Breakfast

Hoher Besuch beim Business Breakfast der PFH: Am 28. Februar sprach dort Christian Wulff, Bundespräsident a. D., über "Deutschland und Europa in bewegten Zeiten". Zu dem regionalen Netzwerktreffen begrüßte Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke, geschäftsführender Gesellschafter der PFH-Trägergesellschaft, knapp 120 Führungskräfte aus Südniedersachsen, die seiner Einladung gefolgt waren.


Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke und Christian Wulff

Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke (links) und Bundespräsident a. D. Christian Wulff.

Wulffs Herzensthema Integration war auch Herzstück seines Impulsvortrages: "Sie müssen sich positionieren!", forderte er seine Zuhörer auf – ein klares "Bekenntnis zu Offenheit und Vielfalt" sei  das Gebot der Stunde. Dass Vielfalt ein Erfolgsfaktor ist, zeige sich zum Beispiel im Sport, wo Fußballer oder Olympioniken mit Migrationshintergrund immer wieder für deutsche Erfolge sorgen. Andersartigkeit aushalten zu können, sei für die europäische Kultur zentral, erklärte der Altbundespräsident. Wer den Untergang des christlichen Abendlandes durch Migration befürchte, liege deshalb falsch. "Wir beeinflussen die Zuwanderer mehr als die Zuwanderer uns", ist sich Wulff sicher. Aber ebenso wirbt er für selbstbewusste "Law & Order"-Politik dort, wo der Integrationswille fehlt: "Wenn ich offen bin, darf ich auch etwas verlangen."

 

 

Gegen den nationalen Egoismus

Daneben sprach Wulff über aktuelle Herausforderungen für Europa, wie die Bekämpfung des Terrorismus, die Finanzkrise und die Digitalisierung. In scharfer Form wandte er sich gegen den nationalen Egoismus, der momentan in vielen europäischen Ländern aufkeimt, am Ende aber nur allen schaden könne. "Die Europäische Union ist der einzige Frühling, den unser Kontinent jemals erlebt hat", so Wulff. Dies gelte es zu verteidigen.

 

Zuletzt kam der Bundespräsident a. D. auf die Lage Deutschlands zu sprechen. Gründlichkeit und technisches Know-how, aber auch der ausgeprägte Wettbewerbsföderalismus hätten die Bundesrepublik wirtschaftlich stark gemacht, so Wulff. Wie gut Deutschland in diesen Tagen dasteht, werde allerdings aus dem Ausland besser als im Inland erkannt. Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und Fragen zur Integration bestimmten anschließend auch die lebhafte Diskussion, die sich an den Vortrag anschloss.

 

 

Zum vierten Mal vor Ort

Für den ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten war es bereits die vierte Visite an der Hochschule. Vor über 20 Jahren, genauer im November 1995, empfing Sierke ihn als niedersächsischen Oppositionsführer das erste Mal vor Ort – die PFH Göttingen hatte damals gerade den Studienbetrieb aufgenommen. Als Ministerpräsident kam Wulff 2005 zum 10-Jährigen Bestehen zurück und als Bundespräsident besuchte er 2011 Stade. "Ich komme immer wieder sehr gerne hierher, in welcher Funktion auch immer", bekannte er am Rednerpult des Business Breakfasts.

 

 

Fotogalerie

Eine Galerie mit Bildimpressionen zum 14. Business Breakfast finden Sie hier.