Vortrag: Wirtschaftliche Reformen in Kuba
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Vortrag: Wirtschaftliche Reformen in Kuba

Am 22. Oktober war Prof. Dr. Ricardo Torres zu Gast an der PFH, um über "Cuba's economic reforms after Castro" zu sprechen. Eingeladen hatte ihn Prof. Dr. Joachim Ahrens, der ihn bei einem Forschungsaufenthalt auf Kuba kennengelernt hatte.

Kuba Vortrag

Prof. Dr. Joachim Ahrens (rechts) begrüßte Prof. Dr. Ricardo Torres (links) als Gast an der PFH.

Der kubanische Wirtschaftsprofessor stellte zu Beginn sein Institut, das "Centro de Estudios de la Economia Cubana" und die dortigen Forschungsbedingungen vor. So herrsche zwar Freiheit der Forschung, jedoch erhalte er kaum staatliche Finanzierung und sei deshalb auf internationale Zusammenarbeit angewiesen. Gegründet wurde das Institut 1989, als das System der sozialistischen Bruderstaaten weitgehend zusammenbrach und die wirtschaftlichen Folgen Kuba besonders hart trafen.

 

Daraus erwuchs das Bedürfnis, in Kuba eine eigene und von außen unabhängige Forschung zu Wirtschaftsfragen zu etablieren, um die ökonomischen Möglichkeiten des Inselstaates systematisch zu analysieren und aus eigener Kraft zu verbessern. Die ökonomischen Rahmenbedingungen seien jedoch unter anderem aufgrund von Planwirtschaft und der US-amerikanischen Sanktionen schwierig. Zwar verfüge Kuba durchaus über einzigartige Expertise und beachtliche natürliche Ressourcen und somit über theoretisch international konkurrenzfähige Wirtschaftszweige. Torres nannte hier nicht nur die berühmten Zigarren, sondern auch den Tourismus, das Gesundheitswesen oder die Kobalt- und Nickel-Förderung. Aber insgesamt fehle es in Kuba noch an dem notwendigen wirtschaftlichen Verständnis und dem erforderlichen Unternehmergeist, um eine eigene verlässlich funktionierende Wirtschaft aufzubauen, die nicht von staatlicher Protektion abhängig sei.