Digitalisierung in Bildungsprozessen - Eine Studie im deutschen Mittelstand
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Digitalisierung in Bildungsprozessen – Eine Studie im deutschen Mittelstand (2016)

von Bernt R. A. Sierke, Joachim Algermissen und Stefan Brinkhoff

Die Digitalisierung und der demographische Wandel bilden aktuell große Herausforderungen für mittelständische Unternehmen. Auf dem Arbeitsmarkt gelten Akademiker mit fundiertem Wissen über digitale Prozesse als begehrte Spezialisten. Allerdings werden diese Fachkräfte durch immer spezifischere Studiengänge vermehrt und verbessert ausgebildet.

 

Studienkonzepte die sich dabei besonders hervorheben sind duale Studiengänge, in denen Studenten anwendungsorientiert ausgebildet werden und Online-Fernstudiengänge, die sich von den klassischen Fernstudiengängen durch das digitale Lernangebot unterscheiden. Im März und April 2016 wurden dazu im Rahmen der Studie 5.338 mittelständische Unternehmen befragt.

Kernfragen für mittelständische Unternehmen

In dieser Studie wurden mittelständische Unternehmen zu vier zentralen Themen befragt:

  • Die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter, verbunden mit der Frage ob der „War for Talents“ für Unternehmen spürbar ist
  • Instrumente zur gezielten Mitarbeiterförderung
  • Bewertung und Bedarf von dualen Studiengängen
  • Kooperationen von Unternehmen und  Hochschulen im Bereich Mitarbeiterqualifikation 

 


Ergebnisse der Studie „Digitalisierung in Bildungsprozessen“

Im Bereich der Rekrutierung zeigte sich, dass knapp jedes zweite Unternehmen mit Probleme hat, geeignete Mitarbeiter zu finden. Dabei stellt vor allem die Suche nach Facharbeitskräften eine Herausforderung dar. Zur Rekrutierung werden vor allem digitale Anzeigen und  Headhunting genutzt. Überraschend nahmen dabei  allerdings lediglich 38% der befragten Unternehmen den sogenannten „War for Talents“ wahr.

Die Mitarbeiterförderung nimmt, laut Befragung, einen sehr hohen Stellenwert im Mittelstand ein. Allerdings wird eine Weiterbildung mit berufsbegleitenden Studiengängen nur von jedem zweiten Unternehmen gewährleistet. Dem hingegen geben  42 % der 18-35 Jährigen Arbeitnehmer ein berufsbegleitendes Studium als wichtiges Kriterium ansehen, für welches sie sogar den Arbeitgeber wechseln würden.

 

Rund 78% der befragten Unternehmen erachten duale Studiengänge als  sinnvoll, um Nachwuchskräfte frühzeitig an das Unternehmen zu binden. Allerdings stellen für einige Unternehmen Fehlzeiten der Studenten ein Problem dar. Hier können digitale, ortsunabhängige Studienangebote, wie duale Fernstudiengänge Abhilfe schaffen.

 

Kooperationen mit Hochschulen werden von 42% aller befragten Unternehmen gepflegt und 90% bewerten diese positiv, und halten sie daher für empfehlenswert. Die Gründe für Kooperationen sind vielfältig: zunehmende globale Herausforderungen, neue Berufsfelder, weltweit vernetzte Wissenschaft und die dafür notwendigen finanziellen Ressourcen sind gute Gründe, um Hochschulen als Knotenpunkte im Netz von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu verstehen. 

 


Verfasser der Studie

Prof. Dr. Bernt R. A. Sierke ist Wirtschaftswissenschaftler und Unternehmensberater; er studierte Betriebswirtschaftslehre in Göttingen mit anschließender Promotion und arbeitete danach als Vorstand und Geschäftsführer u. a. bei der unic consult GmbH sowie der Gesellschaft für Mikroelektronik GmbH. Darüber hinaus ist er zertifizierter Sanierungs- und Restrukturierungsexperte. Sierke ist Gründungs- und Mitgesellschafter der GFL gGmbH, Trägergesellschaft der PFH Private Hochschule Göttingen. Seine Schwerpunkte in Forschung und Beratung liegen im Controlling, Strategie und Prozessoptimierung und in der Digitalisierung insbesondere von Bildungssystemen. Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrbeauftragter an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien ist er 1998 zum Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. für Industrielles Management, Rechnungswesen und Controlling, an die PFH berufen worden. Er war von 1999 bis 2014 der Präsident der Hochschule und ist bis heute einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Trägergesellschaft.

 


Joachim Algermissen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der PFH und ist unter anderem für die Veröffentlichung empirischer Forschungsstudien verantwortlich. Sein Bachelorstudium hat er an der PFH Göttingen im Bereich General Management abgeschlossen und ist anschließend für sein Masterstudium an die Universität Liechtenstein gewechselt, um Banking & Financial Management zu studieren. Im gleichen Zug begann er ein Zweitstudium mit dem Fokus auf Asset & Wealth Management, das er mit einem Executive MBA abschloss. Seine Forschungsinteressen liegen neben der empirischen Controllingforschung insbesondere im Bereich der Volkswirtschaftslehre und der Wirtschaftsgeschichte. Seine Dissertation beschäftigt sich mit einer Biographie des Bundesbankpräsidenten a. D. Hans Tietmeyer. Dabei liegt der Forschungsschwerpunkt auf der deutsch-europäischen Wirtschafts- und Währungsgeschichte sowie der Bewertung der deutschen Geldpolitik der 1990er Jahre.

 


Stefan Brinkhoff ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der PFH und ist unter anderem für die Veröffentlichung empirischer Forschungsstudien verantwortlich. Sein Bachelorstudium hat er an der PFH Göttingen im Bereich General Management begonnen und mit einem Master of Science abgeschlossen. Seine Forschungsinteressen liegen neben der empirischen Controllingforschung insbesondere im Bereich der Wirtschaftsinformatik mit dem Schwerpunkt Mobile Commerce. Seine Dissertation beschäftigt sich mit der Analyse des Konsumentenverhaltens bei der Nutzung von Informationssystemen mit Hilfe mobiler Endgeräte. Innovative Technologien wie Location-based Services und deren kommerzielles Anwendungspotential stehen hierbei im Vordergrund. Dabei wird quantitativ-empirisch untersucht, wie sich der Einsatz dieser Dienste am Point-of-Sale auf Kaufentscheidungen auswirkt.